{"id":2521,"date":"2017-05-08T00:03:37","date_gmt":"2017-05-08T05:03:37","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfriends.net\/?p=2521"},"modified":"2017-09-07T22:55:51","modified_gmt":"2017-09-08T03:55:51","slug":"in-bezug-auf-deutsche-ubf-koln-kapitel-original-german-language","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/in-bezug-auf-deutsche-ubf-koln-kapitel-original-german-language\/","title":{"rendered":"In Bezug auf deutsche UBF (K\u00f6ln-Kapitel) [Original German Language]"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.world-guides.com\/images\/cologne\/cologne_map1.jpg\" \/><\/p>\n<h4>Aus: \u201eSekten \u2013 Die neuen Heilsbringer\u201c, Ein Handbuch,<br \/>\nvon Heide-Marie Cammans, D\u00fcsseldorf 1998, S. 97-111<\/h4>\n<p><!--more(mehr...)--><\/p>\n<h2>University-Bible-Fellowship<\/h2>\n<p>Eines kann ich zu meiner Arbeit mit Sekten und Kulten auf jeden Fall sagen \u2013 sie wird nie langweilig! Die Spanne zwischen den Extremen erweitert sich st\u00e4ndig, die Praktiken der Bewegungen bringen neben den altbew\u00e4hrten Methoden laufend Neues hervor, so wie auch die einzelnen Kulte verstehen, ihr Outfit bei Bedarf cham\u00e4leonhaft zu ver\u00e4ndern. Der Berater kommt eigentlich aus dem Staunen und dem Lernen nicht heraus. Seine Arbeit unterliegt deshalb dem Anspruch der gro\u00dfen Behutsamkeit. So sind Zuordnungen jeweils nur nach genauer Pr\u00fcfung vorzunehmen. Wenn dies nicht geschieht, k\u00f6nnte z.B. die \u201eUniversity-Bible-Fellowship\u201c (deutsch: \u201eUniversit\u00e4ts-Bibel-Freundschaft\u201c, abgek\u00fcrzt UBF) auf den ersten Blick mit der Vereinigungskirche des Koreaners San Myung Mun verwechselt werden.<\/p>\n<p>Ein wenig wird der Leser inzwischen schon gesp\u00fcrt haben, wie vielf\u00e4ltig die neuen Heilsangebote zu Markte gebracht werden, wenn auch bei der Vorstellung einiger Bewegungen bis hierhin nur aus dem Spektrum der pseudo- oder quasichristlichen Bewegungen exemplarisch ausgew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Um das Bild von der Wirklichkeit der Szene genau zu zeichnen, mu\u00df noch eine andere Facette ausgefaltet werden, die sehr zur Beachtung empfohlen ist. Es sind dies Bewegungen mit durchaus nachpr\u00fcfbar christlicher Lehre, jedoch extrem-fundamentalistischer Pr\u00e4gung. Oder anders gesagt: Es braucht kein Wort an der Predigt solcher Bewegungen falsch sein, nur die <em>Anwendung<\/em> des Wortes ist zu hinterfragen. Die Einsch\u00e4tzung solcher Gruppierungen ist folglich schwieriger und wird sehr unterschiedlich gehandhabt.<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist die bei uns allgemein noch relativ unbekannte \u201eUniversity-Bible-Fellowship\u201c, in Deutschland auch \u201eUniversit\u00e4ts-Bibel-Freundschaft\u201c genannt. Auf der einen Seite wird sie als \u201eevangelikale\u201c Gruppierung eingesch\u00e4tzt, mit der man in ein br\u00fcderliches Verh\u00e4ltnis treten kann, auf der anderen Seite wird sie den sogenannten destruktiven Kulten zugerechnet. Es h\u00e4ngt vom Standort des Betrachters ab, welche Sichtm\u00f6glichkeit er auf eine bestimmte Bewegung hat, und es empfiehlt sich von daher unbedingt, aus allen m\u00f6glichen Blickwinkeln heraus zu einem umfassenden Bild zu kommen und nur so seine Meinung zu bilden.<\/p>\n<p>Lassen wir uns helfen:<\/p>\n<p>Jutta sitzt bei mir im Beratungszimmer. Ihr Bruder, Student in h\u00f6herem Semester, ist Mitglied der UBF. Die junge Frau bittet um Hilfe: \u201eMein Bruder ist nicht mehr er selbst &#8230; Er hat sich total ver\u00e4ndert, eine Mauer steht zwischen uns. Wir k\u00f6nnen kein vern\u00fcnftiges Gespr\u00e4ch mehr f\u00fchren. Alle Hobbys hat er aufgegeben, auch seine Freunde verstehen ihn nicht mehr. Er kommt sehr selten nach Hause und spricht unentwegt in Bibelversen. Er wirkt gehetzt, \u00e4ngstlich und gequ\u00e4lt&#8230;\u201c Jutta fragt ob UBF eine Sekte sei. Ich gebe Auskunft.<\/p>\n<h3>Was ist UBF?<\/h3>\n<p>Die Bewegung entstand etwa um 1961 in S\u00fcdkorea durch (Samuel) Chang Woo Lee und Sarah Barry, die der <i>Southern Presbyterian Church<\/i> (USA) angeh\u00f6rten. Beide erkannten \u2013 wie es von der Bewegung angegeben wird \u2013 unter dem Eindruck gro\u00dfer Studentenunruhen die geistliche Not gerade der studentischen Jugend &#8230; und richteten an der Universit\u00e4t Bibelkurse ein. Die damit entstandene Organisation wuchs rasch. Nach den Zeiten des Aufbaus gab es Differenzen zwischen der UBF und verschiedenen evangelikalen Organisationen. Viele protestantische Kirchen Koreas stehen UBF kritisch gegen\u00fcber. Beim anti\u00f6kumenisch orientierten Internationalen Rat Christlicher Kirchen (ICCC) findet diese Organisation jedoch Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Das Zentrum der UBF befindet sich in Chicago\/USA. Von dort leitet Chang Woo Lee (geb.\u00a01931) die international aktive Gruppierung. Weltweit soll es 55 Zentren geben. In der BRD ist UBF in nahezu allen Universit\u00e4tsst\u00e4dten vertreten. 450 Mitarbeiter arbeiten angeblich in zwanzig L\u00e4ndern und widmen sich haupts\u00e4chlich der Hochschulevangelisation. Das europ\u00e4ische Zentrum der UBF befindet sich in K\u00f6ln. Leiter ist Abraham Lee, geb. 15.6.1949 in Chung Nam, Korea. Lee studierte zun\u00e4chst Biologie in Seoul, absolvierte ein theologisches Fernstudium und wurde von einer der vielen presbyterianischen Kirchen Koreas zum Pastor ordiniert. A.\u00a0Lee ist seit 1978 Leiter der UBF in der BRD.<\/p>\n<h3>Lehre und Praxis<\/h3>\n<p>Von der theologischen Auffassung, dem Gemeinschaftsleben und der Glaubenspraxis her ist UBF der \u201e<i>Shepherding\/Discipleship<\/i>-Bewegung\u201c (am besten zu \u00fcbersetzen mit \u201eHirten-J\u00fcngerschaft\u201c-Bewegung) zuzurechnen, die eine spezielle Menschenf\u00fchrungsmethode anwendet: Das Hirte-Schaf-Prinzip. Ehemalige Anh\u00e4nger sagen dazu: \u201eDu mu\u00dft wie ein stummes Schaf sein und blind folgen.\u201c Wie ein roter Faden zieht sich diese Methode durch das Gemeinschaftsleben und die Glaubenspraxis der UBF. Schon im fundamentalistisch-biblizistisch gepr\u00e4gten Zweierbibelstudium (\u201eEins-zu-eins\u201c-Prinzip) beginnt die Unterordnung. Diese \u00e4u\u00dfert sich in der einmal w\u00f6chentlich zu leistenden \u2013 alle Lebensbereiche umfassenden \u2013 Pflicht\u00fcbung des \u201eSogams\u201c (= pers\u00f6nliche Stellungnahme mit Bu\u00dfcharakter; der einzelne bringt zum Ausdruck, was der Bibeltext f\u00fcr ihn bedeutet, und legt ein Bekenntnis ab, was er Gott schuldig geblieben ist) und findet sich wieder in den diversen Forderungen der Missionare an die Hirten, Hirtenkandidaten bzw. Schafe.<\/p>\n<p>Das Bibelstudium wird einmal w\u00f6chentlich im \u201eEins-zu-eins\u201c-Unterricht (Hirte-Schaf) durchgef\u00fchrt. Dabei werden Bibelabschnitte anhand eines Fragebogens mit vorgegebenen Fragen bearbeitet. Die einzelnen Lektionen dauern jeweils anderthalb Stunden und m\u00fcssen vor- und nachbereitet werden. Mehrmals w\u00f6chentlich finden Bibelabende statt.<\/p>\n<p>Die Mitglieder haben t\u00e4glich die Bibel zu lesen und dabei die Bibellesehilfe \u201eT\u00e4gliches Brot\u201c zu benutzen. \u201eT\u00e4gliches Brot\u201c wird dreimonatlich herausgegeben und ist so konzipiert, da\u00df man in vier Jahren alle 66 B\u00fccher der Bibel studieren kann. Zu Ostern, Pfingsten, im Sommer und zur Weihnachtszeit werden sogenannte Bibelfreizeiten (Konferenzen) sowie dar\u00fcber hinaus spezielle Bibelwochen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Missionierung einer Universit\u00e4t beginnt mit der \u201ePionierung\u201c. Dazu werden Hirten und Missionare oft einzeln ausgesandt. Das Ziel ist, ein \u201eGlaubensstammvater\u201c f\u00fcr die jeweilige Uni oder das Missionsland zu werden. Die Finanzierung geschieht durch Mitgliedsbeitr\u00e4ge und Spenden. \u2013<\/p>\n<p>S. wurde in seinem Zimmer im Studentenwohnheim von einem Missionar der UBF besucht und missioniert. Er wurde Mitglied der Bewegung. Nach Jahren der Zugeh\u00f6rigkeit schafft er jedoch mit Unterst\u00fctzung seiner Angeh\u00f6rigen den Ausstieg. Seine Mutter gibt nach seinem Verlassen der Sekte folgendes \u201eKummerprotokoll\u201c, wie sie es nennt:<\/p>\n<p>\u201eObwohl ich als Mutter eines Betroffenen beim Sammeln meiner Gedanken f\u00fcr diesen Bericht deutlich merke, wie sehr mich auch noch im nachhinein alles ber\u00fchrt und belastet, m\u00f6chte ich dennoch dazu beitragen, Licht ins \u201aDunkle\u2018 zu bringen. Denn dieses \u201aDunkle\u2018 war es, was es \u00fcberhaupt erm\u00f6glicht hat, da\u00df unser Sohn in die H\u00e4nde von UBF geriet.<\/p>\n<p>Vielleicht einige Gedanken vorab:<\/p>\n<p>Unser Sohn ist ein hochsensibler, intelligenter Junge, der mit allen Vorz\u00fcgen ausgestattet ist, auf die Eltern stolz sein k\u00f6nnen, der stets das Beste will und mit Ausdauer und Einsatzbereitschaft dies zu verwirklichen versucht und der vielleicht \u00fcber ein \u00dcberma\u00df an Leidens- und Opferbereitschaft verf\u00fcgt, mit hohen moralischen und ethischen Grundanspr\u00fcchen, immer auf der Suche nach dem Wahren und Echten.<\/p>\n<p>Dieser Vorspann ist nicht dazu da, um unsern Sohn zu loben, sondern um aufmerksam zu machen auf eventuelle Parallelen!<\/p>\n<p>Seinen Anspruch an sich selbst \u00fcbertr\u00e4gt er auch auf andere, so z.B. bei der Suche nach Freunden. Da liegt es in der Natur der Sache, da\u00df er diese nicht scharenweise findet. Durch seine stark introvertierte Art f\u00e4llt es ihm dazu nicht leicht, selbst auf andere Menschen zuzugehen; er hat aber schon in Schulzeiten mit Instinkt streng sortiert bei denen, die von sich aus auf ihn zukamen.<\/p>\n<p>Vielleicht noch dieses:<\/p>\n<p>Wir sind und entstammen einer Familie, die \u2013 wie ich glaube \u2013 Glauben <em>lebt<\/em>, kaum Worte darum macht, wir f\u00fchlen uns in g\u00f6ttlicher Geborgenheit, empfinden dies als Fels, auf dem wir stehen, als Schutzschild und als Wegweiser bei Entscheidungen. Wir haben ein vertrauensvolles liebevolles Verh\u00e4ltnis zueinander und k\u00f6nnen recht gut miteinander reden. Man ist f\u00fcreinander da. Durch h\u00e4ufige Umz\u00fcge in immer wieder andere St\u00e4dte haben wir nie in einer \u201aGemeinde\u2018 Fu\u00df gefa\u00dft. Aber nicht nur deshalb: Immer wieder haben wir uns die verschiedensten Predigten \u201azugemutet\u2018, auf der Suche nach \u201aInhalt\u2018, nach St\u00e4rkung und Best\u00e4rkung \u2013 es waren ausnahmslos immer wieder Entt\u00e4uschungen, so da\u00df man traurig werden kann. Es blieb lediglich ein fahler Geschmack, ein hohles Gef\u00fchl zur\u00fcck. Dies kann ruhig als Vorwurf gegen unsere Kirchen angesehen werden.<\/p>\n<p>Solch ein junger Mensch beginnt dann in einer fremden Studienstadt sein Studium, ist dort ohne Ansprechpartner, <em>alles<\/em> ist neu. Das Wohnen im Studentenheim kann einem das Alleinsein noch deutlicher werden lassen: Es gibt zwar viele Kontakte, es wird viel geredet, aber wenig gesprochen, vor allem wird viel geraucht und getrunken, R\u00fccksicht auf andere ist f\u00fcr viele ein Fremdwort. Entt\u00e4uschung \u00fcber unsere &amp;sbquot;Elite\u2018 macht sich breit, die hier eben nicht \u2013 wie vielleicht so manch einer meint \u2013 etagenweise \u00fcbereinandergestapelt ist. So suchte mein Sohn also nach \u201aseinen Leuten\u2018. Sein Weg f\u00fchrte dabei \u00fcber die evangelische und katholische Studentengemeinde, \u00fcber die verschiedensten evangelischen Gemeinden der Stadt; er schnupperte in kirchliche Abspaltungen hinein, ja lie\u00df sogar Informationsabende von studentischen Verbindungen nicht aus \u2013 immer offen f\u00fcr alles \u2013, zus\u00e4tzlich ermuntert durch mich, auf der Suche nach passenden Menschen nicht locker zu lassen. Dabei das Zurechtfinden im Studienablauf, gepr\u00e4gt vom Ehrgeiz, nicht unn\u00f6tige Zeit zu verlieren: eine schwierige Zeit f\u00fcr jeden Studienanf\u00e4nger, die sicher auch begleitet ist von seelischen Tiefs.<\/p>\n<p>Was pa\u00dft also besser, als wenn in diese Stimmung hinein ein \u201a\u00e4lteres Semester\u2018 an die Zimmert\u00fcre klopft, freundlich l\u00e4chelnd (dieses freundliche L\u00e4cheln entpuppte sich sp\u00e4ter als stereotypes Dauergrinsen), Hilfe anbietend und \u00e4u\u00dferst vertrauenserweckend, dabei unmerklich die \u201aLage\u2018 abcheckend in puncto Glauben und Bibel. Die freundliche Einladung zum Abendbrot wirkt dann wie ein zus\u00e4tzlicher warmer Regen auf die Seele. Darauf folgt das Angebot, Bibelarbeit im Zweiergespr\u00e4ch zu machen. Dieses Engagement verbl\u00fcfft und schmeichelt einem zugleich, f\u00fchlt man sich doch dadurch ernst und wichtig genommen. Wer ahnt dann schon, da\u00df dies nicht christliche Menschenpflicht, sondern der erste Schritt einer unerbittlich verfolgten Strategie ist, die \u00fcberall, wo UBF auftaucht, angewandt wird und letztlich nichts anderes zum Ziel hat als die Verherrlichung und Aus\u00fcbung menschlicher Macht, ein fundamentalistischer Grundgedanke.<\/p>\n<p>Mein Sohn erz\u00e4hlte davon zu Hause, ohne zun\u00e4chst einen Namen der Organisation zu nennen, der mir ohnehin nichts gesagt h\u00e4tte. Er berichtete von dieser \u201ainternationalen Studentengemeinde\u2018, und da\u00df sie zur Evangelischen Allianz geh\u00f6re. Und hier setzt der Punkt an, wo ich beginne, mich fast zu sch\u00e4men! Denn \u201ainternational\u2018 pa\u00dfte sowieso in unser aufgeschlossenes Weltbild, und bei der \u201aEvangelischen Allianz\u2018 dachte ich beruhigt an \u201aharmlos\u2018 und \u201agut aufgehoben\u2018, mehr \u201aevangelisch\u2018 als \u201aAllianz\u2018 im Ohr habend. Ich lehnte mich sozusagen innerlich beruhigt zur\u00fcck, allerdings immer wieder etwas stutzig \u00fcber das \u00fcberdimensionale Engagement dieser Leute, die, wie ich erst im Laufe der Zeit erfuhr, zum allergr\u00f6\u00dften Teil aus Koreanern zusammengesetzt sind. Aber als toleranter Mensch ging bei mir nicht die geringste \u201aRisikolampe\u2018 an. Im Gegenteil, ich h\u00f6rte immer wieder von der Freundlichkeit dieser Leute. Die Treffen wurden dann sehr schnell regelm\u00e4\u00dfig, meist in der bereits bestehenden Familie des \u201aHirten\u2018, der die Aufgabe hat, neue \u201aSchafe\u2018 zu suchen \u2013 und vor allem bei der Stange zu halten. Denn der Verlauf einer jeden diesbez\u00fcglichen Aktion wird von Herrn Abraham Lee, dem Oberhaupt dieser Organisation in Deutschland, strengstens \u00fcberwacht. Bis hierhin k\u00f6nnte man ja noch immer sagen: \u201aNa und?\u2018<\/p>\n<p>Die Treffen waren sonntags nachmittags um 15\u00a0Uhr, f\u00fcr einen nach Hause fahrenden Studenten immer ein Zeitproblem und ein Hin- und Hergerissensein zwischen Familie, Freunden und diesen neuen Verpflichtungen. Ja, f\u00fcr einen zuverl\u00e4ssigen Menschen waren dies Verpflichtungen! Dieses war aber nur der Beginn einer schrecklichen Zerrissenheit. Denn die Treffen wurden immer h\u00e4ufiger, schleichend zwar, aber zum Schlu\u00df t\u00e4glich, dann t\u00e4glich mehrmals, das erste morgens in der Fr\u00fche um 6\u00a0Uhr!! Entschuldigung wegen Klausur, Lernen, Familie oder Kranksein galt nicht, wurde in so ungeheuer geschickter Weise als nicht rechtes Glauben ausgelegt, und da\u00df Satan am Werk sei, so da\u00df man sich noch mehr in alles vertiefen m\u00fcsse. Es wurde versucht, die Familie zu \u201atesten\u2018, ob sie zu geeigneten Schafen gemacht werden k\u00f6nne: Unsere zwei Jahre j\u00fcngere Tochter kam aber von einer solchen Veranstaltung, wo sich mehrere Gruppen aus verschiedenen St\u00e4dten trafen \u2013 ich bat sie aus v\u00f6lliger Unkenntnis sogar, mitzugehen, letztlich auch ihrem Bruder zuliebe \u2013, v\u00f6llig verst\u00f6rt zur\u00fcck und beschwor mich unter Tr\u00e4nen, nie wieder damit konfrontiert werden zu wollen. Dies war im absoluten Fr\u00fchstadium, so da\u00df ich dies mit der ohnehin unterschiedlichen Struktur unserer Kinder abtat.<\/p>\n<p>Bei vielem, was unser Sohn von allen diesen Dingen erz\u00e4hlte, str\u00e4ubte sich etwas in mir. Vieles schien mir \u00fcbertrieben, einseitig, so aus dem Zusammenhang gerissen, ohne das Ganze dabei zu sehen. Ich hatte ganz einfach ein ungutes Gef\u00fchl im Bauch, ohne es wirklich konkretisieren zu k\u00f6nnen. Ich habe ihn dies immer wissen lassen, immer gesagt, was ich dabei empfinde und dar\u00fcber denke. Ich wollte ihm nichts kaputtmachen, sah ich doch, mit welcher Ernsthaftigkeit er dabei war, und so habe ich dies in verhaltener, aber doch deutlicher Weise getan. Was mich am meisten besorgte, war, mit anzusehen, da\u00df er nicht mehr lachen konnte, keine Freude mehr empfand, ohne Emotionen war. F\u00fcr mich war die Vorstellung, Christ zu sein, immer mit einer Form von Gelassenheit verbunden, die zu innerer Fr\u00f6hlichkeit und Heiterkeit f\u00fchrt, die einen frei macht von Schuld und einem Kraft gibt, angstfrei die Dinge des Lebens anzupacken, sozusagen als ein Schutzschild vor menschlicher Bedrohung. Aber diese Vorstellung pa\u00dft nicht in die Machterweiterung der UBF-Idee! Ich lernte den koreanischen Missionar, sp\u00e4ter auch seine Frau, kurz kennen. Die Gefahr wird verst\u00e4rkt, da\u00df man vieles, was man nicht versteht, auf die fremde asiatische Art schiebt und auch auf Sprachprobleme, die erheblich sind. Man ist geneigt, sich von der demonstrierten \u201aSelbstlosigkeit\u2018 beeindrucken zu lassen. Ja, es kommt sogar ein Gef\u00fchl auf, <em>ihnen<\/em> helfen zu wollen. Andererseits sp\u00fcrte ich bei dieser Begegnung solch starken inneren Widerstand, noch heute str\u00e4ubt sich alles. Besonders die Begegnung mit der Frau des Missionars habe ich als bisher nicht gekanntes Ereignis in Erinnerung: Ich f\u00fchlte mich anschlie\u00dfend so, als h\u00e4tte jemand mit mir den Versuch einer negativen Suggestion unternommen, ein Gef\u00fchl der Bedrohung, wie in einen Bann geraten. Ich hatte \u00fcber drei Wochen intensive innere Arbeit zu leisten, um mich davon zu befreien. Nur hatte ich ja auch die M\u00f6glichkeit, alles zu relativieren, weil ich nicht t\u00e4glich ihrem permanenten Einflu\u00df ausgesetzt war. Auch von diesem \u00e4u\u00dferlich nicht sichtbaren Ereignis berichtete ich meinem Sohn, auch, da\u00df es schwierig f\u00fcr mich war, damit umzugehen, und da\u00df nur der eine dringende Wunsch bestand, mich gr\u00fcndlich diesen Leuten zu verschlie\u00dfen und jeden Einflu\u00df zu verwehren. Er kannte diese Gef\u00fchle von sich selbst und hat durch unseren doch immer wieder stattfindenden Dialog Best\u00e4tigung und auch Klarheit \u00fcber innere Empfindungen und eigene Kritikf\u00e4higkeit bekommen.<\/p>\n<p>Da unsere Familie ja nun \u201aungeeignet\u2018 f\u00fcr weitere Missionierung war, war die Trennung vorprogrammiert. Nur hat UBF \u00fcbersehen, da\u00df bei ihrem \u201aSchaf\u2018 (das inzwischen sogar ein \u201aHirte\u2018 geworden war) ein Restzweifel nie hat ganz ausger\u00e4umt werden k\u00f6nnen, nicht zuletzt wohl auch wegen des fortbestehenden Dialogs zu Hause, den UBF ja am liebsten ganz ausgeschaltet h\u00e4tte. Trotzdem war mein Sohn soweit, da\u00df er die typische monotone UBF-Ausdrucksweise annahm und sich zunehmend kaum noch in eigenen S\u00e4tzen ausdr\u00fcckte, sondern vorwiegend mit Bibelversen antwortete. Der UBF-Zeitplan war so straff gespannt, da\u00df ein Umsehen bei andern Menschen oder in anderen Kreisen unm\u00f6glich war. Es fand au\u00dferdem fast so etwas wie eine Bewachung statt, dazu kamen die reduzierten k\u00f6rperlichen Kr\u00e4fte. Allem wurde, wie oben geschildert, entgegnet, mit ungeheuren Schuldgef\u00fchlen entgegengesteuert. Unser Sohn kam immer seltener nach Hause, was man \u2013 nichts Gef\u00e4hrliches ahnend \u2013 nat\u00fcrlich auch auf eine normale Entwicklung und immer st\u00e4rkeres Engagement im Studium zur\u00fcckf\u00fchrte. Ich merkte kaum, wie die Zeit verging, zumal da ich selber berufst\u00e4tig war. Unser Sohn, der immer ein gesunder \u201aHerkules\u2018 war, wurde immer blasser und schmaler, sah fast kr\u00e4nklich aus, war v\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet und entkr\u00e4ftet, a\u00df ohne Appetit. In den sch\u00f6nsten Lieblingsspeisen wurde lustlos herumgestochert. Die einst hervorragenden Zensuren wurden allm\u00e4hlich schlechter \u2013 kein Wunder! Es wundert mich h\u00f6chstens, da\u00df er \u00fcberhaupt noch \u00fcberall glatt durchgekommen ist. Da\u00df bei UBF-Leuten kaum Abschl\u00fcsse gemacht werden, weil sie zu H\u00f6herem berufen sind, n\u00e4mlich Missionieren in aller Welt, das wei\u00df ich erst heute.<\/p>\n<p>Ich bin einer anderen Mutter aus tiefster Seele dankbar, die das I-T\u00fcpfelchen zu meinem diffusen \u201eBauchgef\u00fchl\u2018 geliefert und mich aus meinem D\u00e4mmerschlaf gerissen hat. Es ist die Mutter eines Freundes meines Sohnes. Wegen einer anderen pers\u00f6nlichen Problematik stie\u00df sie auf eine Darstellung von UBF, dieser koreanischen Vereinigung. Bei \u201ekoreanisch\u2018 erinnerte sie sich an Erz\u00e4hlungen von einer studentischen Gruppe und an meinen Sohn. Dazu mu\u00df ich sagen, da\u00df sowohl mein Sohn als auch ich bis dahin vergeblich versucht hatten, irgendwo etwas \u00fcber Sekten und deren Inhalte zu bekommen, wobei bei UBF selbst hartn\u00e4ckig bestritten wird, da\u00df es sich um eine Sekte handelt. Eines Tages rief mich die Frau nach einigem Z\u00f6gern an, ob sie mir diese Information zukommen lassen solle. Sie tat es. Ich kann hier kaum in Worten wiedergeben, mit welchem Donnerschlag pl\u00f6tzlich meine diffusen Gef\u00fchle echte Gestalt annahmen, dieses bisher f\u00fcr mich Ungreifbare best\u00e4tigt wurde. Mit welcher Klarheit sah ich pl\u00f6tzlich die grauenvolle Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderung meines Sohnes und bat Gott, ihn von dieser Fessel, diesem Irrtum zu befreien. Ich sah meinen Sohn nur noch selten, dann immer zwischen Kochtopf und Waschmaschine rotierend, da ja die Zeit aufs \u00e4u\u00dferste beschr\u00e4nkt war. Ich lotete am Telefon den Ist-Zustand aus, um nichts ungeschickt kaputtzuschlagen, denn auf welche Gratwanderung man sich einl\u00e4\u00dft bei einem solchen Vorhaben, war mir sonnenklar. Genauso sonnenklar war mir, da\u00df ich alles daransetzen w\u00fcrde und mu\u00dfte, um meinem Sohn zu helfen. Ich kam mir pl\u00f6tzlich vor wie eine Raubtiermutter, die ihre Jungen gegen Angriff von au\u00dfen verteidigt und dabei alle ihr zur Verf\u00fcgung stehenden Energien freisetzt. Ich sammelte Informationen, soviel ich konnte, \u00fcber das gesamte Sektenumfeld, las wochenlang und n\u00e4chtelang, reiste zum Studentenpfarrer an den Studienort meines Sohnes, um mir \u00fcber eventuelle Alternativen klarzuwerden. Um allem ein bi\u00dfchen die Sch\u00e4rfe zu nehmen, stellte ich mir vor, ich sei die Suchende, versuchte, es auch als Chance f\u00fcr mich zu sehen. Bei allen diesen Bem\u00fchungen erfuhr ich eine immer deutlicher werdende Best\u00e4tigung dessen, was zu tun war. Diese Manipulation mit dem Mittel Angst und Schuld macht auf Dauer aus jedem Menschen ein verf\u00fcgbares Instrument.<\/p>\n<p>Erst als ich mir selbst ganz klar war \u00fcber alle Konsequenzen, \u00f6ffnete ich mich mit allem Wissen und allen damit verbundenen Gef\u00fchlen meinem Sohn, dessen Rettung sein Restzweifel war. Er brauchte so dringend diesen Ruck von au\u00dfen! Er war innerlich schon oft vor dem Absprung gewesen, wie er sagte, aber UBF h\u00e4tte es eigentlich unm\u00f6glich gemacht. Dabei dr\u00e4ngt sich einem wieder die Frage auf, was daran biblisch und christlich ist. Er hat sich dann sehr schnell dem entsprechenden Gespr\u00e4ch dort unterzogen und sich von UBF gel\u00f6st. Er hat sich lange \u00fcber die richtige Diplomatie Gedanken gemacht, um das \u00dcbel f\u00fcr alle so gering wie m\u00f6glich zu halten. Lange wurde er danach immer wieder besucht, eingeladen, immer wieder konfrontiert, trotz absoluter Klarstellung der Dinge. Selbst die Geschenketaktik wurde eine Zeitlang weitergef\u00fchrt, so als h\u00e4tte man nichts vernommen. Gekochtes Essen im K\u00fchlschrank als \u00dcberraschung, wenn man heimkommt, war eine beliebte Masche. Als anst\u00e4ndiger Kerl will man solche \u201anetten\u2018 Menschen ja auch nicht vor den Kopf sto\u00dfen, sie nicht verletzen. Man mu\u00df fast eine Portion Frechheit an den Tag legen, um sich dem immer wieder neu gespannten Netz zu entziehen, und es sind dazu dringend Menschen n\u00f6tig, die dabei helfen. Diese Hilfe bekamen wir durch das Sekten-Info in Essen. Heute kann ich abschlie\u00dfend sagen, da\u00df unser Sohn diese Zeit ohne Schaden \u00fcberwunden hat und da\u00df er eine gute lebbare Alternative in einer ganz normalen evangelischen Kirche gefunden hat, die nicht manipuliert und nicht Zw\u00e4nge aus\u00fcbt. Ich k\u00f6nnte noch so vieles dar\u00fcber sagen, denke aber, da\u00df \u00fcber UBF inzwischen gen\u00fcgend Informationsmaterial zur Verf\u00fcgung steht. Ich wollte hiermit vor allem deutlich machen, wie es \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, in solche F\u00e4nge zu gelangen, und da\u00df die beste Vorbeugung gute Information ist. Mit guter Information ist ein Signal schneller und besser zu deuten als mit unguten Bauchgef\u00fchlen. Und ist es einmal \u201apassiert\u2018, m\u00f6chte ich hiermit eindringlich Mut machen, alle Kraft aufzuwenden, sich von UBF zu l\u00f6sen und dabei zu helfen. Es lohnt sich, wieder ein freier Mensch zu sein mit freier Entscheidung und <em>eigenem<\/em> Gewissen. Es ist unbiblisch und sicher nicht gottgewollt, da\u00df <em>Menschen<\/em> \u00fcber uns <em>Macht<\/em> haben. Was anderes ist es bei UBF?\u201c<\/p>\n<p>Auch Thomas, der Bruder von Jutta, (siehe oben), hat sich inzwischen von UBF distanziert. Er schreibt:<\/p>\n<p>\u201eIch habe viel Sch\u00f6nes, aber auch Schreckliches erlebt, wodurch ich veranla\u00dft war, die UBF zu verlassen.<\/p>\n<p>Mein Studium ging langsam, aber sicher dem Ende entgegen, und ich mu\u00dfte mich auf die Abschlu\u00dfpr\u00fcfungen vorbereiten. In dieser Zeit kamen viele Ver\u00e4nderungen auf mich zu: Mein bester Freund, mit dem ich \u00fcber fast alles vertraulich sprechen konnte, war seit einiger Zeit in eine andere Stadt gezogen, so da\u00df unser Kontakt auf das Schreiben von Briefen beschr\u00e4nkt war. Ich selbst wohnte erst seit kurzem in einer neuen Umgebung, in der ich erst einmal Anschlu\u00df zu den anderen finden mu\u00dfte. In dieser Zeit fehlten mir tragf\u00e4hige soziale Kontakte, und so war ich offen f\u00fcr etwas Neues in meinem Leben. Da besuchten mich eines Tages zwei UBF-Mitglieder, ein Koreaner und eine Deutsche. Beide waren sehr freundlich zu mir und luden mich herzlich und auch sehr nachdr\u00fccklich dazu ein, gemeinsam mit ihnen die Bibel zu studieren. Ich war beeindruckt von der Hartn\u00e4ckigkeit, mit der besonders der Koreaner mich wegen meiner anf\u00e4nglichen Zur\u00fcckhaltung einlud. So vereinbarte ich einen gemeinsamen Termin f\u00fcr das Bibelstudium mit ihm. Ich fing an, das Johannes-Evangelium zu studieren. Dazu sollte jedesmal ein vorgegebener Fragebogen schriftlich bearbeitet werden. Anf\u00e4nglich beantwortete ich nur die Fragen schriftlich und schrieb noch nicht die sogenannten pers\u00f6nlichen Stellungnahmen [\u201aSogams\u2018]. Weil mein \u201eBibellehrer\u2018 (bzw. \u201aHirte\u2018) mich immer wieder ausdr\u00fccklich dazu aufforderte, diese Stellungnahmen zu schreiben, fing ich auch an, diese zu schreiben. Neben dem w\u00f6chentlichen Bibelstudium ging ich nun auch sonntags bei der UBF zum Gottesdienst und nahm zus\u00e4tzlich an einer Tagung teil. Dadurch bekam ich die Gelegenheit, viele pers\u00f6nliche \u201eStellungnahmen\u2018 zu h\u00f6ren, und lernte selber immer besser, diese Stellungnahmen zu schreiben. Ich war beeindruckt von der Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes und vom Glauben vieler Studenten, die ich dort kennenlernte. Ich versp\u00fcrte den Wunsch, Gott besser kennenzulernen und ein J\u00fcnger und Nachfolger Jesu zu werden. Diesen Wunsch hatte ich schon seit etwa meinem sechzehnten Lebensjahr, aber ich hatte bis dahin keine konkrete Anleitung bez\u00fcglich eines Glaubenslebens bekommen. Diese Anleitung erhielt ich nun in starkem Ma\u00dfe, wodurch sich mein Leben ganz und gar ver\u00e4nderte. Ich merkte, wie Gott mich zu sich zog, und nahm Jesus Christus als meinen pers\u00f6nlichen Heiland an. Gleichzeitig wurde ich sehr stark abh\u00e4ngig von der Geborgenheit und der Anerkennung der anderen in der UBF. Ich war bereit, den Forderungen nach Selbstverleugnung und Gehorsam zu entsprechen, und brach mehr und mehr meine alten, noch bestehenden Kontakte ab. Das Verh\u00e4ltnis zu meiner Familie wurde immer gespannter, da ich nun anfing, die Welt in einen \u201aschwarzen\u2018 (unerl\u00f6sten) und einen \u201awei\u00dfen\u2018 (erl\u00f6sten) Bereich einzuteilen. Dem schwarzen versuchte ich mich m\u00f6glichst fernzuhalten. Etwa ein Jahr, nachdem ich mit dem Bibelstudium begonnen hatte, wurde ich \u201azum Mitarbeiter aufgestellt\u2018, d.h., ich wurde ein \u201aHirte\u2018 und auch als solcher angesprochen. Bei der UBF wird man \u201aals Mitarbeiter aufgestellt\u2018, das bedeutet, da\u00df man nicht sich selbst aktiv daf\u00fcr entscheidet mitzuarbeiten, sondern da\u00df man einer st\u00e4ndig in laut gesprochenen \u201aGebeten\u2018 ge\u00e4u\u00dferten Erwartung der Gruppe entspricht. Die Gruppe entscheidet, wann ein Bibelsch\u00fcler die geistliche Reife hat, selber \u201aBibellehrer\u2018 und \u201aHirte\u2018 zu werden.<\/p>\n<p>Nachdem ich in den Kreis der Mitarbeiter aufgenommen worden war, f\u00fcllte sich mein Terminkalender mehr und mehr mit UBF-Veranstaltungen: Fr\u00fchgebet, Einladungsstunde, Zweierbibelstudium, Tagung, Gruppenbibelstudium, Sonntagsgottesdienst, Mitarbeiterversammlung, Chorprobe, Konferenzen, Bibelakademien und vieles mehr. Alles andere mu\u00dfte nat\u00fcrlich zu kurz kommen. Einige Besonderheiten fielen mir an der UBF auf: Obwohl man vorgab, Gottes Wort in allem zu gehorchen, wurde doch z.B. kein Abendmahl gefeiert. Auch die Vorstellung von der Eheschlie\u00dfung kam mir etwas merkw\u00fcrdig vor. Alle gingen davon aus, da\u00df man sich den Ehepartner durch den Leiter der Gruppe zeigen lassen m\u00fc\u00dfte. Das w\u00fcrde bedeuten, da\u00df in allen anderen Gemeinden die Ehen nicht nach christlichen Ma\u00dfst\u00e4ben geschlossen w\u00fcrden bzw. die Ehepartner sich nicht auf Gottes Weise gefunden h\u00e4tten. Ich dachte mir auch, wenn UBF wirklich eine so vorbildliche Gruppe w\u00e4re, m\u00fc\u00dfte man doch mal etwas Positives \u00fcber UBF lesen k\u00f6nnen. Dagegen mu\u00dfte ich feststellen, da\u00df fast nur Negatives \u00fcber die Gruppe geschrieben wird, was in UBF-Kreisen nat\u00fcrlich als verleumderische Darstellungen bezeichnet wurde. Die Forderungen meines \u201aHirten\u2018 an mich wurden immer h\u00e4rter, und manche selbst\u00e4ndig von mir getroffene Entscheidung wurde nicht akzeptiert. Manchmal f\u00fchlte ich mich wie in einem Gef\u00e4ngnis und erfuhr ungeheuer starken seelischen Druck. Immer wieder versuchte ich dann, den Fehler bei mir zu suchen und z.B. mangelnden Gehorsam oder fehlende Selbstverleugnung meinerseits daf\u00fcr verantwortlich zu machen. Ich bekam immer st\u00e4rkere Zweifel, ob es wirklich die Berufung Gottes war, in dieser Gruppe zu bleiben, trotz aller auftretenden Schwierigkeiten. Mir wurde klar, da\u00df ich eine Entscheidung vor Gott, gem\u00e4\u00df meinem Gewissen, treffen mu\u00dfte. So gab ich meinen Entschlu\u00df bekannt, da\u00df ich nicht l\u00e4nger bei der UBF mitarbeiten w\u00fcrde, obwohl ich wu\u00dfte, nun in eine gro\u00dfe Leere zu fallen. Nachdem ich meine Entscheidung gef\u00e4llt hatte, versuchten einige UBF-Mitarbeiter, mich f\u00fcr die Gruppe zur\u00fcckzugewinnen. Mein Entschlu\u00df, nicht l\u00e4nger in der UBF zu bleiben, wurde gleichgesetzt mit einem Verlust des rechten Glaubens an Gott.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend gesehen, halte ich das intensive Studium der Bibel bei UBF f\u00fcr sinnvoll. Auch das Schreiben der Stellungnahmen mag hilfreich sein, solange es mit dem richtigen Motiv und freiwillig getan wird. Dieses zu einer gesetzlichen Forderung zu erheben, halte ich f\u00fcr unbegr\u00fcndet und seelsorgerlich f\u00fcr \u00e4u\u00dferst bedenklich. Es ist festzustellen, da\u00df immer wieder die gleichen B\u00fccher der Bibel behandelt werden, und dies in sehr einseitiger Weise. Ich halte die UBF f\u00fcr eine christliche Sondergemeinschaft, in der Praktiken angewandt werden, die sich mit der Frohen Botschaft Jesu Christi nicht vereinbaren lassen.\u201c<\/p>\n<p>Genau diesen gleichen Eindruck \u2013 wie ihn die Berichte der Mutter von S. sowie von Thomas zeigen \u2013 habe ich gewonnen, als ich den Sonntagsgottesdienst der UBF in K\u00f6ln besuchte. Zwar wurden die Texte aus der Bibel wortgetreu vorgetragen, doch schien mir die Auslegung und Anwendung sehr gesteuert zu sein, d.\u00a0h., angetan dazu, \u00e4ngstliche und unterw\u00fcrfige Gl\u00e4ubige zu schaffen.<\/p>\n<p>Thomas trifft genau den Punkt, wenn er sagt, da\u00df die Praktiken der UBF sich mit der Frohen Botschaft nicht vereinbaren lassen. Mir schienen die jungen Menschen in dem Gottesdienst sehr angepa\u00dft zu sein, sie machten einen artigen Eindruck, zeigten manchmal sehr kindliche Reaktionen, ihr Gesichtsausdruck, ihre K\u00f6rperhaltung war \u00e4hnlich, die Kleidung ausgesprochen konservativ und erweckte einen genormten Eindruck. Ich habe gelernt, die Qualit\u00e4t einer Bewegung auch danach einzusch\u00e4tzen, ob die Individualit\u00e4t der einzelnen entfaltet ist. Bei UBF schien mir die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung der Mitglieder eingeschr\u00e4nkt, wenn nicht gar r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Die beiden aufgef\u00fchrten Beispiele sprechen in diesem Sinn eine deutliche Sprache.<\/p>\n<p>Ich selbst bekam die Autorit\u00e4t des deutschen Leiters, Herrn Lee, deutlich zu sp\u00fcren. Obwohl ich mich der Situation eines Gottesdienstes vollkommen angemessen verhielt, einfach nur dasa\u00df und aufmerksam das Geschehen verfolgte, nach M\u00f6glichkeit versuchte mitzusingen, im anschlie\u00dfenden Bibelgespr\u00e4ch der kleineren Gruppe mich sehr bescheiden beteiligte und viel mehr h\u00f6ren und sp\u00fcren wollte, als selbst etwas und gar noch etwas Kritisches zu \u00e4u\u00dfern, separierte er mich nach dem offiziellen Gottesdienst und gab mir unmi\u00dfverst\u00e4ndlich zu verstehen, da\u00df ich hier nicht erw\u00fcnscht sei. Begr\u00fcndung des Herrn Lee: Ich h\u00e4tte mich ungeb\u00fchrlich benommen, da man beim ersten Besuch in einer Bewegung keine Fragen zu stellen habe. Mein Motiv zu dem Besuch, mir selbst eine Meinung \u00fcber die Bewegung bilden zu wollen, tat er als unecht ab. Er lie\u00df sich auf kein Gespr\u00e4ch mit mir ein und verweigerte mir die gew\u00fcnschten Informationen (m\u00fcndlich und schriftlicher Art) \u00fcber UBF.<\/p>\n<h3>Gefahren von UBF (Zusammenfassung)<\/h3>\n<ul>\n<li>Vereinnahmende \u2013 teils psychisch aggressive \u2013 Werbung;<\/li>\n<li>durch das Eins-zu-eins-Bibelstudium (\u201eHirte-Schaf\u201c-Verh\u00e4ltnis) kommt es sehr leicht zur Abh\u00e4ngigkeit des Schafes von UBF;<\/li>\n<li>das Ziel von UBF, die Mitglieder radikal religi\u00f6s, zeitlich und sozial einzubinden, bewirkt einen ungeheuren Druck. Gezwungenerma\u00dfen wird dadurch z.B. das Studium vernachl\u00e4ssigt, die Beziehungen zum bisherigen Umfeld, Eltern, Freunden abgebrochen oder stark reduziert;<\/li>\n<li>die Ehe-Partner-Bestimmung durch UBF;<\/li>\n<li>die Erwartung totaler Bereitschaft, sich f\u00fcr UBF in anderen L\u00e4ndern und St\u00e4dten einsetzen zu lassen;<\/li>\n<li>Behinderung der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung;<\/li>\n<li>der Aussteigewillige hat damit zu rechnen, da\u00df er mit psychischem Druck daran gehindert werden wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die \u201eUniversity-Bible-Fellowship\u201c wird als fundamentalistische Bewegung bezeichnet.<\/p>\n<p class=\"rem\">[Anmerkung eines ehemaligen UBF-Mitglieds: Die Autorin versucht im folgenden zu erkl\u00e4ren, was eine fundamentalistische Bewegung ist, und erweckt dadurch den Eindruck, dass Bibel-Fundamentalismus der Kern der Probleme von UBF sei. Dies mag auch zun\u00e4chst so erscheinen. Wenn man die Probleme allerdings noch etwas tiefer aus christlicher Sicht analysiert, wird man zu dem Ergebnis kommen, dass in UBF eben gerade nicht die Bibel als absoluter Ma\u00dfstab und Fundament genommen wird, sondern dass die Grundlage ein christlich verbr\u00e4mter Konfuzianismus ist, wobei man das Bibelstudium nur als Mittel nutzt, die UBF-Philosophie zu festigen, anstatt sie kritisch anhand der Bibel zu \u00fcberpr\u00fcfen. Die Bibel ist in UBF nur insoweit interessant, wie sie als Mittel zum Zweck und Legitimation benutzt werden kann. Die folgenden Ausf\u00fchrungen sind f\u00fcr einen Christen sicherlich dennoch interessant, da er sich dar\u00fcber klar werden muss, in welchen Bereichen er fundamentalistisch gesinnt sein muss, und inwieweit es auch Gefahren in einem falschen Verst\u00e4ndnis von Fundamentalismus gibt.]<\/p>\n<p>Was bedeutet \u201efundamentalistisch\u201c?<\/p>\n<p>Seit einigen Jahren taucht in der Diskussion immer h\u00e4ufiger der Begriff \u201eFundamentalismus\u201c auf. Man h\u00f6rt oder spricht vom protestantischen Fundamentalismus, islamischen Fundamentalismus, j\u00fcdisch-orthodoxen Fundamentalismus genauso wie von politischem Fundamentalismus. So denken wir dabei an die iranischen Ayatollahs, eventuell an das katholische \u201eOpus Dei\u201c oder den katholischen Traditionalistenbischof Lefebvre, an amerikanische Fernsehprediger oder an die \u201eFundis\u201c der \u201eGr\u00fcnen\u201c.<\/p>\n<p>Was kann nun diesen ja vollkommen unterschiedlichen Ans\u00e4tzen gemeinsam sein, so da\u00df sie uns bei dem Begriff Fundamentalismus in den Sinn kommen? Welche \u00fcbereinstimmenden Merkmale k\u00f6nnten vorhanden sein?<\/p>\n<p>Das Wort \u201eFundamentalismus\u201c tritt zum ersten Mal zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA auf. Unter Fundamentalisten verstand man dort urspr\u00fcnglich protestantische Christen, die sich gegen die neuzeitliche historische Bibelkritik und gegen die wissenschaftliche Evolutionstheorie wandten. Es kam zu einem \u201eKampf <em>f\u00fcr<\/em> die Bibel\u201c. Aus den zwanziger Jahren stammt auch eine ber\u00fchmte Liste von \u201eFive Fundamentals\u201c, f\u00fcnf fundamentale Glaubenswahrheiten, die bis heute den echten, \u201ehistorischen\u201c Fundamentalisten kennzeichnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Verbalinspiration (w\u00f6rtliche Eingebung der Bibeltexte durch den Heiligen Geist) und Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift;<\/li>\n<li>die Gottheit Jesu Christi (und insbesondere seine jungfr\u00e4uliche Geburt);<\/li>\n<li>das stellvertretende S\u00fchneopfer Christi;<\/li>\n<li>seine leibliche Auferstehung und<\/li>\n<li>seine baldige Wiederkunft (meist verbunden mit sehr konkreten Vorstellungen \u00fcber den Ablauf der Endereignisse).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was wir heute als fundamentalistisch bezeichnen, ist eine Haltung, die sich seit einiger Zeit in allen gesellschaftlichen Bereichen finden l\u00e4\u00dft. Trotz aller Unterschiede sind folgende gemeinsame Kennzeichen zu finden:<\/p>\n<ul>\n<li>Betonung des absoluten Wahrheitsanspruches. Der Fundamentalist verteidigt unnachgiebig und kompromi\u00dflos seine Wahrheit, seinen Glauben. Die Auffassung der anderen wird schlichtweg abgelehnt. Andersgl\u00e4ubige sind Ungl\u00e4ubige, fremde Meinungen gelten als unmoralisch. Differenzierungen werden nicht vorgenommen;<\/li>\n<li>Ablehnung moderner Prinzipien wie Toleranz, Relativismus und S\u00e4kularismus;<\/li>\n<li>Protest gegen jede Art von Liberalismus (also gegen Autonomie, Verantwortung und freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit);<\/li>\n<li>geschlossenes Weltbild;<\/li>\n<li>autoritative Z\u00fcge;<\/li>\n<li>vereinfachte Antworten auf die komplexen gesellschaftlichen Strukturen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Bereich des religi\u00f6sen Fundamentalismus sind heute charakteristisch:<\/p>\n<ul>\n<li>R\u00fcckkehr zu den angeblich zentralen biblischen Wahrheiten;<\/li>\n<li>Ablehnung und Zur\u00fcckweisung der Ergebnisse der Natur- und Geschichtswissenschaften, verbunden mit einer mutwilligen Gegendarstellung;<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderung, Inkulturation und Modernisierung sind Glaubensabfall;<\/li>\n<li>Irrtumslosigkeit der Bibel;<\/li>\n<li>rigide Sexualmoral;<\/li>\n<li>D\u00e4monisierung der Welt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Welche Gefahrenmomente sind dadurch gegeben?<\/p>\n<p>Durch die Entwicklung von Feindbildern (der Andersdenkende\/Andersgl\u00e4ubige bedeutet eine Gefahr, ist Instrument des B\u00f6sen, folglich zu meiden bzw. zu bek\u00e4mpfen) kommt es meist zu einer Isolation von der \u201eRestwelt\u201c. Man versteht sich als die Auserw\u00e4hlten, die Elite, die einzigen, die \u00fcbrigbleiben, wenn das nahe Weltende kommt. Immer wieder ist dabei eine ausgesprochen militante Intoleranz anzutreffen. Meist gruppiert sich eine fundamentalistische Bewegung um einen starken F\u00fchrer, der angibt, von Gott selbst legitimiert zu sein. Von daher ist nicht selten Personenkult und Abh\u00e4ngigkeit gegeben. Da Differenzierung und psychologische Auseinandersetzung unerlaubt sind, herrscht in der Regel ein ausgepr\u00e4gtes \u201eSchwarzwei\u00dfdenken\u201c, es gibt nur das Gute bzw. das B\u00f6se. Die eigenen dunklen Seiten werden nach au\u00dfen verlagert, sozusagen dem Satan angelastet. Eine Auseinandersetzung mit sich selbst und damit die Entwicklung der Pers\u00f6nlichkeit wird dadurch empfindlich behindert. Eigenes Denken und fragendes religi\u00f6ses Suchen sind verp\u00f6nt: Es gibt die Wahrheit, die steht ein f\u00fcr allemal fest und kann nicht hinterfragt werden. Eine fundamentalistische Sicht f\u00fchrt zu gesetzlichem Denken und zu moralischer Enge und hat z.B. aus christlicher Sicht mit der freimachenden Botschaft des Evangeliums nicht das geringste zu tun.<\/p>\n<p>Nicht nur im Fall der UBF, wo wir es mit ausgepr\u00e4gtem Fundamentalismus zu tun haben, auch bei einer Reihe anderer Organisationen, z.B. im klassischen Sektenbereich (Neuapostolische Kirche, Jehovas Zeugen) sowie in den gro\u00dfen Kirchen, finden wir fundamentalistische Str\u00f6mungen und Bewegungen (z.B. das \u201eOpus Dei\u201c in der katholischen Kirche), die mehr oder weniger Grund zur Besorgnis bieten.<\/p>\n<p>quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20030704074043\/http:\/\/www.ubf-info.de\/ext\/cammans1998.htm\">https:\/\/web.archive.org\/web\/20030704074043\/http:\/\/www.ubf-info.de\/ext\/cammans1998.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus: \u201eSekten \u2013 Die neuen Heilsbringer\u201c, Ein Handbuch, von Heide-Marie Cammans, D\u00fcsseldorf 1998, S. 97-111<\/p>\n","protected":false},"author":212,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134,1,90,124,86,13,132,141,138,145],"tags":[],"class_list":["post-2521","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-abuse","category-article","category-books","category-cults","category-denial","category-emotions","category-history","category-info","category-injustice","category-reports"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2521"}],"collection":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/users\/212"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2521"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2521\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}