{"id":3024,"date":"2017-10-29T00:01:49","date_gmt":"2017-10-29T05:01:49","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfriends.net\/?p=3024"},"modified":"2017-10-27T19:40:25","modified_gmt":"2017-10-28T00:40:25","slug":"bonn-ubf-die-raffinierten-methoden-des-herrn-chang-und-das-bonn-syndromoriginal-german","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/bonn-ubf-die-raffinierten-methoden-des-herrn-chang-und-das-bonn-syndromoriginal-german\/","title":{"rendered":"Bonn UBF&#8211; Die raffinierten Methoden des Herrn Chang und das \u201eBonn-Syndrom\u201c[Original German]"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/8583b52b4a309671f69d-b436b898353c7dc300b5887446a26466.ssl.cf1.rackcdn.com\/13777769_psychological-disorders-aspergers-syndrome_3ce6b4eb_m.jpg\" width=\"640\" height=\"384\" \/><\/p>\n<p><!--more(more...)--><\/p>\n<p>In seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth kommt der Apostel Paulus im Kapitel\u00a011 auf ein ernsthaftes Problem zu sprechen. Es sind angebliche geistliche Leiter aufgetreten, die sich aufblasen und \u00fcber die anderen herrschein wollen. Paulus nennt sie wegen dieser anma\u00dfenden Haltung \u201e\u00dcberapostel,\u201c und verurteilt sie deswegen und wegen ihrer falschen Lehren als \u201efalsche Apostel und betr\u00fcgerische Arbeiter\u201c. Interessanterweise beklagt sich Paulus aber nicht nur \u00fcber diese \u201e\u00dcberapostel\u201c, sondern auch \u00fcber die Gemeindemitglieder, weil sie solche falschen und herrschs\u00fcchtigen Leiter \u00fcber sich dulden, und dies auch noch f\u00fcr besonders geistlich und dem\u00fctig halten. Ironisch schreibt Paulus:\u00a0<i>\u201eIhr ertragt gerne die Narren, ihr, die ihr klug seid!\u201c<\/i>\u00a0Er wirft ihnen vor, dass sie von den \u201e\u00dcberaposteln\u201c auch extremen geistlichen Missbrauch ertragen:\u00a0<i>\u201eIhr ertragt es, wenn euch jemand knechtet, wenn euch jemand ausn\u00fctzt, wenn euch jemand gefangen nimmt, wenn euch jemand erniedrigt, wenn euch jemand ins Gesicht schl\u00e4gt.\u201c<\/i>\u00a0Es ist erstaunlich, wie treffend hier die Situation in der UBF-\u201eGemeinde\u201c in Bonn beschrieben wird. Solch einem unbegreiflichen Verhalten kann Paulus wieder nur mit Ironie entgegnen:\u00a0<i>\u201eZu meiner Schande muss ich sagen, dazu waren wir zu schwach!\u201c<\/i><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist es kaum nachvollziehbar, wie viel die Bonner UBF-Mitglieder von ihrem Leiter, Peter Chang, erdulden. Sie lassen sich nicht nur ausn\u00fctzen, erniedrigen, schlagen und abh\u00e4ngig machen, sie lassen ihn sich sogar in ihre Ehen und Familie einmischen, und merkw\u00fcrdigerweise sind sie trotzdem dennoch jederzeit bereit, weiter f\u00fcr ihn auszusagen und sogar die Aussagen von leiblichen Geschwistern oder Ehepartnern als L\u00fcgen und Verleumdung darzustellen und Gegendarstellungen zu Gunsten von Peter Chang zu schreiben. Warum ertragen die Mitglieder von UBF Bonn den geistlichen Missbrauch, warum sagt niemand etwas? Dieses \u201eSchweigen der L\u00e4mmer\u201c scheint unerkl\u00e4rlich zu sein. Die Vorw\u00fcrfe gegen Peter Chang und die Schilderungen der Zust\u00e4nde in UBF Bonn sind so unglaublich, dass man fast geneigt ist, der UBF-Propaganda zu glauben, nach der alles nur Verleumdungen sind. Doch leider entsprechen die Berichte den Tatsachen, und \u00e4hnliches wurde auch von anderen UBF-\u201eGemeinden\u201c berichtet, wenn auch meist nicht so extrem wie in Bonn. Wir wollen hier versuchen, dieses Ph\u00e4nomen besser verst\u00e4ndlich zu machen, indem wir einige der psychologischen Mechanismen offen legen, die sich Peter Chang zu nutze macht.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist festzustellen, dass es sich um ein sogenanntes \u201eBindungs-Ph\u00e4nomen\u201c handelt. UBF und andere \u00e4hnliche Gruppen, die auf den Prinzipien von \u201eShepherding;\u201c \u201eDiscipling\u201c und \u201eCovering\u201c aufbauen, beruhen auf starken emotionalen Beziehungen und Bindungen zu Menschen und der Gesamtorganisation, die ein hierarchisch-autorit\u00e4res System darstellt. Diese starken pers\u00f6nlichen Beziehungen und Bindungen sind der Kitt, der UBF zusammenh\u00e4lt, weniger der gemeinsame Glaube oder die gemeinsame Aufgabe der \u201eWeltcampusmission.\u201c Die Beziehungen sind dabei immer gerichtet: Einer ist der \u201eHirte,\u201c der andere das \u201eSchaf.\u201c Die \u201eSchafe\u201c k\u00f6nnen dabei je nach Veranlagung eine starke Abh\u00e4ngigkeit von ihrem \u201eHirten\u201c entwickeln, bis hin zu einer echten \u201eH\u00f6rigkeit,\u201c und UBF ist auch darauf angelegt und lehrt, dass die \u201eSchafe\u201c ihrem \u201eHirten\u201c absolut vertrauen und gehorchen m\u00fcssen. Wie funktionieren solche Bindungen, warum lassen sich junge Menschen darauf ein, und leben jahrzehntelang in solcher Abh\u00e4ngigkeit von anderen Menschen?<\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung w\u00e4re, dass UBF-Mitglieder eine abh\u00e4ngige (asthenische) bzw. dependente Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung aufweisen. Dabei handelt es sich um eine psychische Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung, die durch abh\u00e4ngiges, unterw\u00fcrfiges Verhalten, mangelnde Selbst\u00e4ndigkeit und Entscheidungsf\u00e4higkeit und Angst vor Verlassenwerden und vor Kritik gekennzeichnet ist. Personen, die unter dieser St\u00f6rung leiden, nehmen sich selbst als hilflos und inkompetent wahr und \u00fcberlassen anderen die Verantwortung f\u00fcr wichtige Bereiche des eigenen Lebens. Die Frage ist, ob diese Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung erst in UBF hervorgerufen wird, oder ob bereits vorher eine Veranlagung dazu bestand. Es ist stark zu vermuten, dass bei vielen von UBF angeworbenen Mitgliedern zumindest eine derartige Veranlagung bestanden haben muss, andernfalls ist es kaum erkl\u00e4rlich, dass sie es in UBF \u00fcberhaupt \u201eaushalten\u201c konnten. Da UBF die Studenten auf dem Campus zu Hunderten und Tausenden anspricht, ist es kein Wunder, dass sie auch auf Studenten mit bestimmten Veranlagungen und pers\u00f6nlichen Schw\u00e4chen treffen, die von der Gruppe f\u00fcr ihre Zwecke ausgenutzt werden k\u00f6nnen. In diesem Sinne k\u00f6nnte UBF als eine Art Fangnetz angesehen werden, in dem sich haupts\u00e4chlich Studenten mit dependenter Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung und allerlei anderen Problemen verfangen, die sie empf\u00e4nglich f\u00fcr die Lehren und Praktiken in UBF machen. Auf der anderen Seite muss gesagt werden, dass gerade in der Anfangsphase kein unterw\u00fcrfige Verhalten gefordert wird, sondern die Studenten wie in anderen Sekten scheinbar respektiert und mit Liebe \u201ebombardiert\u201c werden (\u201elove bombing\u201c). Erst sp\u00e4ter, wenn sich eine soziale und spirituelle Abh\u00e4ngigkeit von der Gruppe und ihren Leitern gebildet hat, wird von ihnen gefordert, sich unterzuordnen, und der eigentliche geistliche Missbrauch beginnt. Dies kann teilweise erst Jahre sp\u00e4ter anfangen. Die Leiter scheinen sehr gut zu wissen, wie weit sie bei jemandem gehen k\u00f6nnen. Sobald Mitglieder Zeichen von Schw\u00e4che, Schuldgef\u00fchlen oder Abh\u00e4ngigkeit zeigen, wird dies gnadenlos von den Leitern ausgenutzt, um sie zu manipulieren.<\/p>\n<p>Derartige Bindungs-Ph\u00e4nomene sind f\u00fcr Au\u00dfenseiter kaum zu verstehen. Jahrelang ausge\u00fcbter Gruppenzwang und Indoktrination in den w\u00f6chentlichen \u201eBibelstudien\u201c und \u201eStellungnahmevortragstunden\u201c mit den immer gleichen Lehren, ein System von Strafe (Beschuldigung) und Belohnung (Anerkennung), das st\u00e4ndige Zusammensein mit UBF-Mitgliedern und die gleichzeitig immer st\u00e4rkere Trennung von Freunden, Familie und anderen Christen k\u00f6nnen auf Dauer nicht ohne Wirkung bleiben. Begriffe wie \u201eGehirnw\u00e4sche\u201c und \u201eGedankenkontrolle\u201c dr\u00e4ngen sich auf. Hinzu kommen die st\u00e4ndigen emotionalen Wechselb\u00e4der, wenn man z.B. ein \u201eTeufelskind\u201c genannt wird, weil man nicht zum Bibelstudium gekommen ist, oder wenn man umgekehrt Applaus von Hunderten Menschen auf einer UBF-Konferenz f\u00fcr das Vortragen einer konformen \u201eStellungnahme\u201c bekommt, oder wenn man vom Leiter der UBF-Gemeinde mit einem anderen Mitglied \u201everlobt\u201c wird, und kurz vor der Heirat die Verlobung dann aufgrund irgendeines \u201eUngehorsams\u201c wieder aufgehoben wird. Derartige emotionale Erlebnisse k\u00f6nnen die Pers\u00f6nlichkeit stark verformen und zu kaum verst\u00e4ndlichen Bindungs-Ph\u00e4nomenen f\u00fchren, \u00fcber die Au\u00dfenseiter nur mit dem Kopf sch\u00fctteln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein vergleichbares aus der Literatur bekanntes Beispiel f\u00fcr das Entstehen von paradoxen, nicht erkl\u00e4rlichen Bindungen unter Extremsituationen ist das sogenannte \u201eStockholm-Syndrom.\u201c Hier finden die emotionalen Wechselb\u00e4der zwar nur \u00fcber einem relativ kurzen Zeitraum statt, sind aber ungleich extremer. Das Ph\u00e4nomen ging 1973 nach einem Bank\u00fcberfall in der schwedischen Hauptstadt in die wissenschaftliche Literatur ein, als sich dort ein freundschaftliches Verh\u00e4ltnis zwischen Geiselnehmern und Opfern entwickelt hatte. In der lebensbedrohlichen, als ausweglos empfundenen Situation entwickelten die Opfer Sympathie f\u00fcr die T\u00e4ter oder solidarisierten sich sogar mit deren Zielen. Es handelt es sich um einen unterbewussten psychologischen Schutzmechanismus. Vor dem Gef\u00fchl, ausgeliefert zu sein, sch\u00fctzen sich die Betroffenen seelisch dadurch, dass sie sich mit ihren Peinigern identifizieren. Diese Bindung kann auch nach dem Ende der Gefahr weiter bestehen. In Extremf\u00e4llen stellen sich die Geiseln bei ihrer Befreiung sogar vor ihre Entf\u00fchrer und sehen die Polizei als Bedrohung an.<\/p>\n<p>Eine Entf\u00fchrung oder Geiselnahme ist nach psychologischer Auffassung f\u00fcr einen Menschen eine der schrecklichsten Erfahrungen, die gemacht werden k\u00f6nnen. Pl\u00f6tzlich sind sie bedrohlichen T\u00e4tern hilflos ausgeliefert, wobei die Menschen in unterschiedlichster Weise reagieren k\u00f6nnen. Manche verweigern die Akzeptanz der Realit\u00e4t, manche geraten schnell in Panik und werden aggressiv, wieder andere starten Verhandlungsversuche. Doch nach einiger Zeit geben fast alle den Widerstand auf und ordnen sich aus Gr\u00fcnden existentieller Risikominimierung den T\u00e4tern unter. Manchmal begegnen ihnen die Opfer mit Freundlichkeit, bringen Essen oder suchen Kontakt. Das Gef\u00fchl von N\u00e4he und Vertrautheit l\u00e4sst eine Bindung zwischen beiden Parteien entstehen, die bis zur Freundschaft gehen kann. Wenn sich Opfer von Entf\u00fchrungen oder Geiselnahmen dann sogar mit ihren Peinigern solidarisieren, ist dies meist der verzweifelte Versuch, die Bedrohungssituation ertr\u00e4glicher zu machen. Die meisten Opfer befinden sich in einem st\u00e4ndigen Wechselbad der Gef\u00fchle \u2013 zwischen Hoffnung und Angst. Nach und nach werde ihnen immer deutlicher, dass der Geiselnehmer ihr Leben v\u00f6llig in der Hand hat. Gleichzeitig versorgt er die Geiseln, sagt vielleicht auch mal ein freundliches Wort zu ihnen. Das wird von Opfern, die unter einem ungeheuren psychischen Druck stehen, bereits als Gnade angesehen.<\/p>\n<p>Das Stockholm-Syndrom kann wie gesagt sogar so weit f\u00fchren, dass sich Geiseln bei der Befreiung vor die T\u00e4ter stellen und sich mit ihren Peinigern solidarisieren. Der Wissenschaft sind auch F\u00e4lle bekannt, in denen Opfer mit ihren T\u00e4tern enge emotionale Beziehungen eingegangen sind, die auch nach deren Freilassung nicht beendet wurden. Im Fall der in Costa Rica entf\u00fchrten deutschen Touristin Nicola Fleuchaus und ihrer Schweizer Reiseleiterin z.B. schlie\u00dfen Polizeipsychologen nicht aus, dass sie, um zu \u00fcberleben, eine gewisse N\u00e4he zu den Entf\u00fchrern gesucht haben. Dieser Mechanismus l\u00e4uft v\u00f6llig unterbewusst ab und verdeutlicht vor allem den Kampf ums \u00dcberleben. Das Opfer sieht das nicht als taktisches oder instrumentelles Verhalten. Es handelt sich um einen v\u00f6llig vom Unterbewusstsein gesteuerten Mechanismus.Um in einer vernichtenden Situation seelisch \u00fcberleben zu k\u00f6nnen, wird eine innere \u00dcbereinstimmung mit dem Angreifer gesucht. So findet man z.B. auch bei Folteropfern ein ausgepr\u00e4gtes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Motive und Beweggr\u00fcnde ihrer Peiniger. Kindliche und jugendliche Opfer sexuellen Missbrauchs neigen dazu, die T\u00e4ter zu entschuldigen und statt dessen die Schuld voller Scham auf sich zu nehmen. Oder die Tatsache, dass Prostituierte, die meisten von ihnen in der Kindheit sexuell missbrauchte Frauen, sp\u00e4ter h\u00e4ufig von missbrauchenden M\u00e4nnern, Zuh\u00e4ltern, abh\u00e4ngig werden, die diese pr\u00e4formierte psychische Struktur bei ihren Opfern ausn\u00fctzen. Besonders Frauen scheinen daf\u00fcr anf\u00e4llig zu sein, in gewaltt\u00e4tigen Beziehungen zu bleiben und Misshandlungssituationen zu ertragen, und sich sogar noch sch\u00fctzend vor ihre M\u00e4nner zu stellen.<\/p>\n<p>Die f\u00fcnf Tage dauernde Geiselnahme von vier Angestellten einer Bank in Stockholm fand besondere Beachtung, weil die Medien nicht nur die Folge der Ereignisse, sondern auch die Angst der Geiseln offen zeigten. Entgegen allen Erwartungen hatten diese mehr Angst vor der Polizei als vor den Geiselnehmern. In einem Telefongespr\u00e4ch mit Premierminister Olof Palme dr\u00fcckte eine Geisel diese f\u00fcr die Gruppe typische Angst so aus: \u201eDie R\u00e4uber sch\u00fctzen uns vor der Polizei.\u201c Andere fragten sich nach ihrer Freilassung: \u201eWarum hassen wir die R\u00e4uber nicht?\u201c Noch Wochen nach den Ereignissen und unter der Nachsorge von Psychiatern hatten einige der Geiseln paradoxerweise Alptr\u00e4ume \u00fcber die Flucht der Straft\u00e4ter und doch ihnen gegen\u00fcber keine Hassgef\u00fchle. Sie f\u00fchlten, dass sie ihnen ihr Leben zur\u00fcckgegeben hatten und waren ihnen deshalb f\u00fcr ihre Gro\u00dfz\u00fcgigkeit dankbar. Aber nicht nur wegen der \u00fcberraschenden \u00c4u\u00dferungen der Geiseln erlangte der geschilderte Bank\u00fcberfall seine Ber\u00fchmtheit, sondern auch, weil die Opfer nach Beendigung der Geiselnahme um Gnade f\u00fcr die T\u00e4ter baten und diese auch sp\u00e4ter im Gef\u00e4ngnis besuchten. Eine damalige Geisel hat sich sogar sp\u00e4ter mit einem der Geiselgangster verlobt.<\/p>\n<p>Obwohl es ein ganz anderes Ph\u00e4nomen zu sein scheint, hat das Stockholm-Syndrom doch sehr viel gemeinsam mit dem, was UBF-Mitglieder erleben. Auch in UBF erlebt man die st\u00e4ndige Bedrohung seines Lebens \u2013 zwar nicht seines physischen Lebens, aber des geistlichen, ewigen Lebens. Im \u201eBibelstudium\u201c wird den \u201eSchafen\u201c zuerst ewiges Leben versprochen, und sie bekommen viele angenehme Dinge zu h\u00f6ren. Wenn sie dann aber \u00fcberzeugt sind, ewiges Leben zu haben, f\u00e4ngt man an, es wieder in Frage zu stellen bzw. von der Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t des Mitwirkens in UBF abh\u00e4ngig zu machen. In UBF kann man sich des ewigen Lebens sicher sein, solange man w\u00f6chentlich seine Stellungnahmen schreibt, am Bibelstudium teilnimmt, seinem \u201eHirten\u201c gehorcht, keine Kritik \u00e4u\u00dfert, \u201emit absoluter Haltung\u201c am UBF-Gottesdienst teilnimmt und selber mindestens einige \u201eSchafe weidet.\u201c Man lernt, dass im Grunde nur die Hirten und Leiter entscheiden und beurteilen k\u00f6nnen, ob man \u201egeistlich\u201c ist, und demnach ewiges Leben hat, oder nicht. Der Leiter ist dann der willk\u00fcrliche Herrscher \u00fcber das (ewige) Leben eines Mitglieds, genau wie ein Geiselnehmer das (physische) Leben der Geiseln in der Hand hat. UBF-Leiter sagen auch gerne: \u201eEs ist eine Sache von Leben und Tod,\u201c womit sie nicht eine generelle Entscheidung f\u00fcr Gott meinen, sondern die \u201eabsolute Haltung\u201c beim Einhalten des Gottesdienstes und anderer Pflicht\u00fcbungen in UBF. Ein UBF-Mitglied geht zumindest w\u00e4hrend der ersten Jahre durch ein ganz \u00e4hnliches Wechselbad der Emotionen wie die Geiseln bei einer Geiselnahme \u2013 mal wird einem gesagt, man sei \u201egerettet,\u201c mal nicht. Erst wenn man gelernt hat, sich konform zu verhalten und unterzuordnen, kann man in UBF davon ausgehen, sein ewiges Leben auch behalten zu d\u00fcrfen. Dieses Konformgehen und die Unterordnung unter die Leiter kann als ein unbewusster Schutzmechanismus zum Erhalt des ewigen Lebens angesehen werden. Wie beim \u201eStockholm-Syndrom\u201c ist eine paradoxe, schwer erkl\u00e4rliche Bindung an einen \u201egeistlichen Leiter\u201c entstanden, obwohl er seine \u201eSchafe\u201c geistlich missbraucht.<\/p>\n<p>Solche unerkl\u00e4rlichen Bindungen k\u00f6nnen unter extremen psychischen Umst\u00e4nden \u2013 und der langj\u00e4hrige Aufenthalt in UBF kann als etwas derartiges angesehen werden \u2013 von ganz gew\u00f6hnlichen Menschen entwickelt werden. Wie weit \u201eganz normale Menschen\u201c darin gehen, sich einer Autorit\u00e4t zu beugen und offensichtlich unmenschliche Anordnungen zu befolgen, hat auch der Sozialpsychologe Stanley Milgram in den 1960er Jahren in einem ber\u00fchmt gewordenen Experiment dokumentiert. Er schrieb: \u201eIch wollte mit einem einfachen Experiment feststellen, wie viel Schmerz ein normaler Mensch einem anderen zuf\u00fcgen w\u00fcrde, einfach weil ihn ein wissenschaftlicher Versuchsleiter dazu auffordert. Reine Autorit\u00e4t wurde den st\u00e4rksten moralischen Geboten gegen\u00fcbergestellt, andere nicht zu verletzen, und obwohl die Schmerzenschreie nicht zu \u00fcberh\u00f6ren waren, gewann in der Mehrzahl der F\u00e4lle die Autorit\u00e4t die Oberhand \u00fcber das Gewissen. Die extreme Bereitschaft von erwachsenen Menschen, einer Autorit\u00e4t fast beliebig weit zu folgen, ist das Hauptergebnis der Studie&#8230;\u201c Dieses psychologische Ph\u00e4nomen der Bereitschaft von Menschen zur Unterordnung unter eine \u201eAutorit\u00e4t\u201c muss bei dem Ph\u00e4nomen in Bonn ebenfalls ber\u00fccksichtigt werden. Peter Chang wird von den Mitgliedern von UBF Bonn als die h\u00f6chste \u201egeistliche Autorit\u00e4t\u201c angesehen.<\/p>\n<p>Um die starke Bindung der Mitglieder von UBF Bonn besser verstehen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir noch konkreter werden, und die Methoden aus der Trickkiste des Peter Chang ein wenig offen legen. Dieser UBF-Leiter ist wie sein Ziehvater Samuel Lee, der Gr\u00fcnder der UBF, ein \u00e4u\u00dferst cleverer Psychologe, der \u00e4u\u00dferlich schwer erkennbare, aber wirksame psychologische Mechanismen anwendet, mit denen er die Mitglieder an sich bindet. Noch einmal die Frage: Warum lassen sich die Mitglieder von ihm so willig ausbeuten, unterwerfen sich dem strikten Programm, machen hohe Schulden, und lassen ihre Kinder und sich selbst von ihm erziehen und sogar schlagen? Wie gesagt werden die Menschen von ihm nicht auf physische Weise, sondern auf psychische Weise gefesselt und festgehalten, und eine solche mentale Bindung ist oft noch wesentlich st\u00e4rker als eine reale Fessel. In der Tat war es ein Haupthindernis f\u00fcr eine Anklage gegen Peter Chang, dass die Leute sich freiwillig schlagen lie\u00dfen. H\u00e4tte sie jemand festgehalten und dann geschlagen, dann h\u00e4tte es sich um Freiheitsberaubung und K\u00f6rperverletzung gehandelt. Wenn jemand aber die H\u00e4nde freiwillig ausstreckt, um Schl\u00e4ge mit dem Stock zu erhalten, wird das vom Gesetz als \u201eeigene Dummheit\u201c des Opfers angesehen, und die Z\u00fcchtigung wird nicht geahndet. Das Gesetz wei\u00df leider sehr wenig \u00fcber die unsichtbaren psychologischen Fesseln, die den Opfern zuvor angelegt wurden, und diese lassen sich auch schwer nachweisen. Dennoch sind diese Fesseln vorhanden, und die Mitglieder von UBF Bonn sind dabei nicht nur mit einer, sondern gleich mit mehreren Ketten gefesselt:<\/p>\n<p>Eine der st\u00e4rken Fesseln ist die des Gef\u00fchls der Verpflichtung zur Dankbarkeit gegen\u00fcber UBF und Peter Chang. Dies wird unten genauer ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Fessel ist die der Verpflichtung zur Loyalit\u00e4t und Treue. Wie die Dankbarkeit handelt es sich eigentlich um Tugenden, die jedoch in einer extremen und \u00fcbersteigerten Weise und nur auf UBF hin ausgerichtet verstanden werden. Die Loyalit\u00e4t wird in UBF Bonn den Mitglieder ganz konkret abverlangt, indem sie beispielsweise bei der Heiratszeremonie in UBF einen Eid leisten m\u00fcssen, den \u201eHals f\u00fcr Peter Chang hinzuhalten\u201c. Dieser Ausdruck wurde der Bibelstelle R\u00f6m\u00a016,4 entnommen, wo sich Paulus daf\u00fcr bedankt, dass Priska und Aquila f\u00fcr ihn ihr Leben riskiert haben (aber nat\u00fcrlich wollte Paulus damit nicht sagen, dass sie dazu verpflichtet gewesen waren). Indem Peter Chang diesen Eid abnimmt, macht er gleichzeitig die Rollenverteilung klar: Er selbst ist der Apostel Paulus, die anderen sind seine Mitarbeiter, die f\u00fcr ihn ihr Leben riskieren m\u00fcssen, bzw. f\u00fcr ihn aussagen und ihn sch\u00fctzen m\u00fcssen, wenn er in Schwierigkeiten steckt. An diesen Eid f\u00fchlen sich die verheirateten UBF-Mitglieder gebunden. Eigentlich sollte das zentrale Element bei einer Heiratszeremonie nat\u00fcrlich das Eheversprechen sein, d.h. das Versprechen der lebenslangen Treue zu seinem Ehepartner, bei einer UBF-Heirat wird aber das Treuegel\u00f6bnis zur UBF und ihren Leitern in den Mittelpunkt gestellt, auch als ewige Dankbarkeit daf\u00fcr verstanden, dass sie die Heirat arrangiert haben. Das eigentliche Eheversprechen gilt dagegen in UBF nicht viel. Tritt ein Partner aus der UBF aus, wird dies f\u00fcr den anderen als ein hinreichender Grund angesehen, sich von ihm scheiden zu lassen und ein \u201eloyaleres\u201c Mitglied zu heiraten. Derartige F\u00e4lle sind in UBF durchaus zahlreich aufgetreten. Die Leiter, insbesondere Peter Chang, drohen bei Ungehorsam nicht nur mit der Aufl\u00f6sung einer Verlobung, sondern gelegentlich auch damit, eine Scheidung zu veranlassen. Bei einer UBF-Heirat wird man also eigentlich mit UBF verheiratet, nicht mit seinem Ehepartner. Koreanische Missionare dr\u00fcckten dies vor allem fr\u00fcher h\u00e4ufig dadurch aus, dass sie als Eheringe Siegelringe mit den Buchstaben \u201eUBF\u201c als Kopf aussuchten. Ihren Ehepartner bezeichnen sie als ihren \u201eMitarbeiter,\u201c ihre Ehe als eine \u201eHausgemeinde.\u201c<\/p>\n<p>Eine weitere Fessel besteht darin, dass UBF zum einzigen sozialen Umfeld der Mitglieder gemacht wird. Viele Studenten litten bereits unter Vereinsamung, als sie zu UBF kamen. Die Liebe und Aufmerksamkeit, mit der sie dort pl\u00f6tzlich \u00fcberh\u00e4uft wurden, lie\u00df sie schnell alle Vorbehalten ignorieren. Aber auch diejenigen, die ihre Familie oder einen Freundeskreis als soziales Umfeld hatten, verlieren dies relativ schnell in UBF. Dabei wird in UBF der Kontakt mit Freunden und der Familie nicht einmal direkt verboten. Doch das Programm, das in UBF absolviert werden muss, ist so angelegt, dass es v\u00f6llig zeitf\u00fcllend ist. F\u00fcr andere Kontakte und Aktivit\u00e4ten besteht einfach aus Zeitgr\u00fcnden keine M\u00f6glichkeit mehr. Dieses UBF-Programm besteht aus der Teilnahme an Versammlungen am fr\u00fchen Morgen und am Abend, aus Bibelstudium mit seinem \u201eHirten\u201c und eventuell schon seinen \u201eSchafen\u201c, aus zus\u00e4tzlichen \u201eKreisversammlungen\u201c und \u201eGruppenbibelstudium\u201c, \u201eStellungnahmevortragsstunden\u201c, \u201eChorproben\u201c und vielem mehr. Hinzu kommen \u201eBibelschulen\u201c, \u201eKennenlernabende\u201c und mindestens vier \u201eBibelkonferenzen\u201c im Jahr, die wochenlang mit zus\u00e4tzlichen Versammlungen, Gesang-, Theater- und Tanzproben vorbereitet werden m\u00fcssen. Die Teilnahme an all diesen Veranstaltungen ist verpflichtend und hat immer h\u00f6chste Priorit\u00e4t, wobei immer ein k\u00fcnstlicher Gegensatz aufgebaut wird zwischen den Dingen, die man \u201ef\u00fcr Gott\u201c tut, also allem, was mit UBF zusammenh\u00e4ngt, und dem Rest des Lebens, der sich sowieso nur noch auf Studium oder Beruf beschr\u00e4nken kann. Auch Studium und Beruf soll man \u201ezur Ehre Gottes\u201c tun, sie haben aber nur zweite Priorit\u00e4t gegen\u00fcber UBF. Alles andere, wie Familienleben, Hobbys, Weiterbildung, Freundschaften au\u00dferhalb UBF usw. wird als \u201eungeistlich\u201c und \u201eunn\u00f6tig\u201c angesehen, und UBF-Mitglieder m\u00fcssen aus Zeitmangel ganz darauf verzichten. Absolute Priorit\u00e4t hat jeweils der UBF-Sonntagsgottesdienst, der ohne Ausnahme (\u201emit absoluter Haltung\u201c, wie es in UBF hei\u00dft) eingehalten werden muss. Dies ist ein weiterer Grund, warum der Kontakt der Studenten zu den Eltern abbricht. Sie k\u00f6nnen sie nicht \u00fcber das Wochenende besuchen, weil sie ja dann den UBF-Sonntagsgottesdienst verpassen w\u00fcrden. Und der Besuch eines Gottesdienstes in einer anderen Kirche z\u00e4hlt in UBF nicht. W\u00e4hrend auf diese Weise der Kontakt zu Freunden und Eltern abrei\u00dft, wird die UBF zur neuen Familie. Oft trifft man sich wie in UBF Bonn schon morgens um 5 oder 6\u00a0Uhr zur \u201eFr\u00fchgebetsstunde\u201c und hat anschlie\u00dfend ein gemeinsames Fr\u00fchst\u00fcck, bevor es zur Universit\u00e4t oder zur Arbeit geht. Dies schafft sehr enge soziale Bindungen.<\/p>\n<p>Oft werden Gespr\u00e4che mit den Eltern oder Freunden von den UBF-Mitglieder auch deswegen vermieden, weil sie eine Bedrohung f\u00fcr ihren \u201eGlauben\u201c darstellen k\u00f6nnten, wenn diese Gespr\u00e4chspartner gegen\u00fcber UBF skeptisch oder kritisch eingestellt sind. Jede Art von Kritik, auch offensichtlich berechtigte Kritik, wird als \u201eVerfolgung\u201c interpretiert. Sie schwei\u00dft die Mitglieder nur noch st\u00e4rker zusammen und best\u00e4rkt sie in dem Glauben, echte Christen zu sein, denn in der Bibel steht ja: \u201eAlle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, m\u00fcssen Verfolgung leiden.\u201c<\/p>\n<p>Eine weitere starke Fessel, die einen Menschen in UBF halten kann, ist der Glaube, die Studentenmission in UBF sei \u201eGottes absolute Berufung\u201c f\u00fcr ihn oder sie. Sobald jemand in UBF zum Glauben an Gott gekommen ist, wird ihm gleichzeitig systematisch dieser Glaube der Berufung eingepflanzt. Der eigentliche Glaube an Gott und das Evangelium wird untrennbar mit dem Mitwirken in UBF verbunden. UBF zu verlassen, w\u00fcrde daher bedeuten, Gott und den Glauben zu verlassen. Den meisten Mitgliedern kommt gar nicht in den Sinn, dass sie die Option haben, UBF zu verlassen, ohne ihren Glauben an Gott zu verlieren, und sie meinen, dass man au\u00dferhalb von UBF gar kein Leben als aktiver Christ f\u00fchren kann. Dieses Empfinden wird oft dadurch verst\u00e4rkt, dass ihnen Kritik an UBF und der Vorschlag zum Austritt aus UBF meist von Nicht-Christen unterbreitet wird. W\u00e4hrend bei einigen Mitgliedern die \u201esozialen\u201c Bindungen vorwiegen, ist bei anderen das soziale Umfeld in UBF eher unwichtig, aber sie haben tats\u00e4chlich den festen Glauben, UBF sei \u201eGottes Berufung\u201c f\u00fcr sie, weil sie dort auch selbst zum Glauben gekommen sind, und sie wollen \u201eGottes Berufung\u201c um nichts in der Welt verlassen. Dass UBF oder auch die Menschen in UBF ihnen selbst eigentlich nicht gefallen, nehmen sie dabei in Kauf.<\/p>\n<p>Bei den meisten Mitgliedern ist auch der durchaus ernsthafte Wunsch vorhanden, anderen Menschen das Evangelium weiterzugeben, jedoch verbunden mit dem Glauben, dies sei nur in UBF, nur auf diese spezielle Weise und nur durch die eigene Anstrengung m\u00f6glich. Die nat\u00fcrliche Art der Evangelisation (das \u201eAbf\u00e4rben\u201c auf die Umgebung, die eigene Familie, Freunde, Kollegen) wird nicht praktiziert. Im Gegenteil grenzt man sich wie gesagt alleine schon aus Zeitgr\u00fcnden von Familie, Freunden und Kollegen ab. Stattdessen praktiziert man eine \u201ek\u00fcnstliche\u201c Evangelisation, das Einladen von v\u00f6llig Fremden, die man zu seinen \u201eSchafen\u201c macht. Man muss auch dazu sagen, dass Evangelisation in UBF im Grunde nur \u201eMitgliederwerbung\u201c bedeutet. In UBF spricht man auch nicht wie in anderen Gemeinden von \u201eEvangelisieren\u201c, sondern immer nur von \u201eEinladen\u201c (zum Bibelstudium in UBF).<\/p>\n<p>Eine andere Fessel, die viele in UBF h\u00e4lt, ist der Glaube, durch die Arbeit in UBF kein gew\u00f6hnlicher Christ, sondern etwas ganz Besonderes zu sein. Den Begriff der \u201ek\u00f6niglichen Priesterschaft\u201c, der in der Bibel auf das Volk Israel und sp\u00e4ter auf alle Christen angewendet wird, wendet man in UBF nur auf die eigene Organisation an. Auf UBF-Konferenzen wird immer wieder beschworen: \u201eIhr aber seid das auserw\u00e4hlte Geschlecht, die k\u00f6nigliche Priesterschaft!\u201c, und schon die Atmosph\u00e4re macht v\u00f6llig klar, dass es hier nur um UBF geht. Alle anderen Christen werden als \u201elau\u201c und praktisch so gut wie ungl\u00e4ubig angesehen. Durch die Mitgliedschaft in UBF ist man Teil einer \u201egeistlichen Elite\u201c, w\u00e4hrend man ohne UBF ein Niemand w\u00e4re. Dies wird auch durch \u00c4u\u00dferlichkeiten gezeigt, wie das obligatorische Tragen von Anzug und Krawatte, was eigentlich bei Studenten nicht sehr \u00fcblich ist (zumindest nicht in Deutschland). Pl\u00f6tzlich ist man irgendwie wichtig.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Fessel ist die der Anerkennung und Schmeichelei, an die sich UBF-Mitglieder gew\u00f6hnen, und von der sie sogar abh\u00e4ngig werden k\u00f6nnen. Es beginnt mit der erw\u00e4hnten Phase des \u201elove bombing.\u201c Aber auch sp\u00e4ter noch wird man f\u00fcr das Vortragen einer im Sinne der UBF guten \u201eStellungnahme\u201c und f\u00fcr konformes Verhalten st\u00e4ndig gelobt. Besonders die einheimischen Musterstudenten, die von der UBF umworben werden, erhalten viel Anerkennung, w\u00e4hrend behinderte, problematische oder ausl\u00e4ndische Studenten weniger Aufmerksamkeit bekommen. Diese Musterstudenten werden schnell zu \u201eKreisleitern\u201c gemacht und sie d\u00fcrfen auf UBF-Konferenzen predigen. Dies stachelt ihren Ehrgeiz an und verf\u00fchrt sie zur Heuchelei und Konformit\u00e4t, um weiter solche Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen.<\/p>\n<p>Eine psychologische Fessel andere Art ist die der Irreversibilit\u00e4t der Entscheidung wegen der bereits \u201eversunkenen Kosten.\u201c Dies ist ein aus der Wirtschaft bekanntes Ph\u00e4nomen, das aber auch hier beobachtet werden kann. Die Mitglieder haben sehr viel in UBF investiert (Geld, Zeit, Herz, Nerven) und auf der anderen Seite daf\u00fcr schon viel zerbrochen und aufs Spiel gesetzt (fr\u00fchere Freunde, Beziehung zu Eltern, Karriere an der Universit\u00e4t oder im Beruf, Hobbys). Durch einen Austritt aus UBF m\u00fcsste man dies alles \u201eabschreiben.\u201c M\u00f6glicherweise stellen sich einige Mitglieder ihre Arbeit in UBF als auf einem \u201ehimmlischen Konto\u201c verg\u00fctet vor (in einem falschen Verst\u00e4ndnis von Mt\u00a06,20) und denken, mit ihrem Austritt w\u00fcrde dieses Sparkonto annulliert. Zumindest sp\u00fcrt wohl jeder, der Jahre oder Jahrzehnte in UBF verbracht hat und so viel f\u00fcr diese Organisation geopfert hat, dass dies alles durch einen Austritt in Frage gestellt w\u00fcrde, vergebens und sinnlos w\u00fcrde. Man hat bereits so viel investiert, dass man nicht mehr zur\u00fcck kann oder m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Und Peter Chang l\u00e4sst die Leute bewusst viel investieren: Zuerst wird die Beziehung zu den Eltern und Freunden kaputt gemacht, viele Tausende von Euros m\u00fcssen f\u00fcr Missionsreisen, Zentrums- und Autok\u00e4ufe, regelm\u00e4\u00dfige Opfer und Sonderopfer bezahlt werden, Kredite m\u00fcssen aufgenommen werden, unendlich viel Zeit und Einsatz wird gefordert. Eine \u201eHirtin\u201c musste vor der schriftlichen Diplompr\u00fcfung in der Nacht so lang Stellungnahme schreiben, dass sie nat\u00fcrlich durchfiel. Nun hat sie nichts mehr. Alle Mitglieder von UBF Bonn haben im Grunde nichts mehr und lechzen daher so sehr nach der Anerkennung von Peter Chang. Nur seine S\u00f6hne erhalten eine andere Behandlung.<\/p>\n<p>Mit der Fessel der \u201eInvestition\u201c verbunden ist die Fessel der \u201eWerkgerechtigkeit\u201c, also der Glaube, dass die Errettung durch den Glauben an den Heiland nicht ein f\u00fcr alle mal geschenkt ist, sondern verloren gehen kann, wenn man nicht flei\u00dfig genug gute Werke tut. In UBF bedeutet das, dass man flei\u00dfig der \u201eWeltcampusmission\u201c dienen und sich jeden Tag durch das strenge Programm in UBF daf\u00fcr disziplinieren und trainieren muss, um gerettet zu werden. Dieses Programm wiederum macht die Mitglieder nur noch indoktrinierter und werkgl\u00e4ubiger. Es entsteht ein Teufelskreis.<\/p>\n<p>Die st\u00e4ndige Indoktrination ist eine weitere Fessel. Durch st\u00e4ndige Wiederholung der immer gleichen Gedanken k\u00f6nnen die UBF-Mitglieder im Laufe der Zeit einfach nicht mehr anders denken. Diese immer gleichen Gedanken werden w\u00f6chentlich in \u201eStellungnahmen\u201c aufgeschrieben und vor der Gruppe vorgetragen, und man muss sich jede Woche Dutzende immer wiederholenden Stellungnahmen anh\u00f6ren. Abweichende Gedanken werden sofort \u201eabgeschnitten\u201c, wie es im Sprachgebrauch von UBF hei\u00dft. Die Regelm\u00e4\u00dfigkeit und Kontinuierlichkeit des Programms, das sich w\u00f6chentlich wiederholt, bietet keine Verschnaufpausen, um einmal in Ruhe nachzudenken. Vielen w\u00fcrde es schon helfen, einmal drei Wochen lang ohne UBF-Programm zur Ruhe zu kommen und nachzudenken, und viele Mitglieder sehnen sich auch eigentlich nach einer solchen \u201eAuszeit\u201c. Doch eine solche \u201ePause von UBF\u201c ist schon der erste Schritt zum Ausstieg und wird daher in UBF verboten. Kommt man eine Woche nicht zum Bibelstudium oder gar zum Gottesdienst, wird man schwere Vorw\u00fcrfe zu h\u00f6ren bekommen, als gef\u00e4hrdet angesehen, vom Glauben abzufallen, und einer Sonderbehandlung unterzogen. Meist wird auch sofort zu Hause angerufen und gefragt, was los ist, wenn man merkt, dass jemand zu einer Veranstaltung nicht erschienen ist. Danach werden einem solange Vorhaltungen gemacht, bis man doch kommt. Die meisten lassen daher keine Veranstaltung ausfallen, allein um das Affentheater zu vermeiden, das in einem solchen Fall veranstaltet wird. Man bef\u00fcrchtet auch, wie einem in UBF eingeredet wird, dass man vom Glauben abfallen w\u00fcrde, sobald man nur eine Woche lang nicht \u201etreu sein Glaubensleben f\u00fchrt\u201c, d.h. alles tut, was einem in UBF vorgeschrieben wird.<\/p>\n<p>Neben der Indoktrination wird als weitere Fessel systematisch eine Einschr\u00e4nkung und Einengung des Gedankenhorizontes bewirkt. Die Bibel wird nur unter Zuhilfenahme der von UBF vorgegebenen \u201eFrageb\u00f6gen\u201c studiert, ohne weiteres Hilfsmaterial. Von der Benutzung von Kommentaren wird abgeraten. Das Bibelverst\u00e4ndnis wird so allein aus den UBF-Predigten, Frageb\u00f6gen und Stellungnahmen von anderen gewonnen. Alles wird dabei in den Kontext und die Sprache der UBF hineingezw\u00e4ngt. Es wird sogar behauptet, Abraham h\u00e4tte \u201eBibelstudium\u201c gemacht. Die Bedeutung von vielen biblischen Begriffen wird umdefiniert und mit bestimmten festen Bedeutungen vorbelegt. Liest man dann Stellen in der Bibel, in denen solche Begriffe (wie etwa \u201eBerufung\u201c) vorkommen, versteht man sie automatisch als auf UBF bezogen. Auch sonst wird die Sprache reduziert und umdefiniert, um hierdurch das Denken einzuschr\u00e4nken und in vorgegebene Bahnen zu lenken. Dass in UBF der Ehepartner \u201eMitarbeiter\u201c und die Ehe \u201eHausgemeinde\u201c genannt werden, wurde bereits erw\u00e4hnt. Auch die Titel \u201eMissionar\u201c, \u201eHirte\u201c, \u201eSchaf\u201c, die den Mitgliedern gegeben werden, und der Titel \u201eder Knecht Gottes\u201c (mit dem bestimmten Artikel) f\u00fcr den Leiter pr\u00e4gen das Denken entscheidend. Die UBF-typische arrangierte Heirat wird \u201eGlaubensheirat\u201c genannt. Eine andere Weise zu heiraten wird dadurch automatisch als eine Tat aus Unglauben gekennzeichnet. UBF selbst hei\u00dft \u201edas Werk Gottes\u201c (wieder mit dem bestimmten Artikel). Umgekehrt wird das Austreten aus UBF als \u201eweglaufen\u201c bezeichnet, und mit Feigheit, Faulheit, Undankbarkeit und Verlassen der Berufung in Verbindung gebracht. Niemand m\u00f6chte sich sagen lassen, \u201eweggelaufen\u201c zu sein. Diese Art der Manipulation der Mitglieder durch eine eigene, die Gedanken einschr\u00e4nkende Sprache erinnert fatal an George Orwells \u201eNeusprech.\u201c Hinzu kommt, dass die koreanischen \u201eMissionare\u201c ein schlechtes und primitives Deutsch sprechen, das sich im Laufe der Zeit auch nicht verbessert, sondern eher verschlechtert, da sie meist nur untereinander kommunizieren und nicht von deutschen Studenten lernen wollen, sondern sie nur als \u201eSchafe\u201c betrachten die man lehren und trainieren muss, weswegen in UBF alle auf diesem kleinsten gemeinsamen Nenner kommunizieren m\u00fcssen. Die meisten deutschen Mitglieder haben sich das limitierte Vokabular, die falsche Wortstellung und fremdartige koreanische Aussprache sogar selber angew\u00f6hnt. Bestimmte w\u00f6rtlich aus dem Koreanischen \u00fcbernommene Redewendungen und andere merkw\u00fcrdige Ausdr\u00fccke werden immer wieder benutzt, auch von den deutschen Mitgliedern: \u201eMissionar Soundso war fatalistisch und sein Gesicht war dunkel, aber Gott hat ihn f\u00fcr das Pionierungswerk in Bonn kostbar gebraucht, und sein Gesicht wurde wieder hell.\u201c Kompliziertere und differenziertere Sachverhalte kann man in dieser \u201eUBF-Sprache\u201c nicht ausdr\u00fccken. Ereignisse werden nicht einfach geschildert, sondern es hei\u00dft stets \u201eGott tat dies und jenes\u201c (wenn es um UBF geht) oder \u201eder Satan tat dies und jenes\u201c (wenn es um Kritik an UBF geht). Alles ist in der Sicht und Sprache von UBF einfach, klar und schwarz-wei\u00df.<\/p>\n<p>In UBF Bonn versucht Peter Chang, jede Kritik im Keim zu ersticken und von den Mitgliedern fernzuhalten. Ein ehemaliges Mitglied von UBF Bonn berichtete, dass er einmal kritische Artikel \u00fcber UBF aus dem Internet ausgedruckt und zusammengeheftet hatte, die dann von einem kritischen Mitglied heimlich im Gemeindezentrum in die Taschen aller Mitglieder gesteckt wurden. Der erste, der diese Berichte in seiner Tasche fand, war leider ein besonders loyales Mitglied, und meldete es sofort dem Leiter Peter Chang. Daraufhin wurden sofort alle Mitarbeiter telefonisch herbeigeholt und mussten ihre Taschen von Stephanus Park, der rechten Hand von Peter Chang, durchsuchen lassen. Die kritischen Schriften wurden konfisziert. Es war ziemlich klar, wer der \u201e\u00dcbelt\u00e4ter\u201c war, da es in UBF Bonn au\u00dfer ihm eigentlich keine kritischen Mitglieder gab. Ihm wurde am folgenden Tag der Schl\u00fcssel vom Gemeindezentrum weggenommen. Es wurde berichtet, dass derartige Aktionen wie die Taschendurchsuchung oder das Wegwerfen von Zetteln, die Peter Chang in den Bibeln von Mitarbeitern findet, h\u00e4ufiger stattfanden. Dieses Ereignis dokumentiert auch die Atmosph\u00e4re, die in UBF Bonn herrscht. Niemand traut sich, offen etwas zu sagen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Hemmnis f\u00fcr das selbst\u00e4ndige Denken und Handeln ist die strenge in UBF herrschende Hierarchie, die dort als \u201egeistliche Ordnung\u201c bezeichnet wird. Dies ist \u00fcbrigens ein weiteres Beispiel, wie Sprache verwendet wird, um das Denken einzuengen: Diese Ordnung kann nicht in Frage gestellt werden, weil sie ja per Definition \u201egeistlich\u201c ist. Hierzu geh\u00f6rt auch der Begriff \u201eder Knecht Gottes\u201c geh\u00f6rt auch dazu. Die zugrundeliegende Denkweise ist aus dem Konfuzianismus \u00fcbernommen, und Peter Chang baut darauf auf, dass zumindest die Koreaner sie bereits durch ihre Kultur schon verinnerlicht haben. Jeder hat einen bestimmten Platz in der Hierarchie. Schon die Kinder werden darin geschult. Im Koreanischen gibt es sechs H\u00f6flichkeitsstufen, je nachdem in welchen \u201eHierarchiestufen\u201c man miteinander redet. Auch in vielen anderen Eigenheiten der Sprache spiegelt sich diese Denkweise wieder, so wird f\u00fcr \u00e4ltere Geschwister oder Spielkameraden ein anderes Wort verwendet als f\u00fcr j\u00fcngere. In UBF m\u00fcssen sich alle mit den richtigen Titeln anreden, und Peter Chang achtet darauf, dass die Kinder, auch die deutschen, die richtigen Bezeichnungen verwenden, und verteilt Schl\u00e4ge, wenn sie sich nicht korrekt an die Hierarchie halten.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, ist jedoch das Gef\u00fchl der Verpflichtung zur Dankbarkeit die wohl st\u00e4rkste Fessel, von der die meisten Mitglieder in UBF gehalten werden. In UBF Bonn gibt es eine regelrechte \u201eDankkultur,\u201c einen Personenkult um Peter Chang. Alle Mitglieder meinen, Peter Chang zu unendlichem Dank verpflichtet zu sein, und w\u00fcrden daher alles f\u00fcr ihn tun. Interessanterweise ist aber diese Dankbarkeit nicht von selbst in ihnen entstanden, sondern sie wurden von Peter Chang systematisch dahin gehend gesteuert und manipuliert, ihm immer dankbar zu sein.<\/p>\n<p>Im Prinzip resultiert diese Dankbarkeit daraus, dass die Mitglieder glauben, ohne Peter Chang w\u00e4re ihr Leben verloren gewesen, und ohne ihn w\u00e4ren sie nicht gerettet. Sie denken, dass Jesus Christus f\u00fcr sie wichtig ist, aber Peter Chang ist f\u00fcr sie noch viel wichtiger, denn ohne ihn w\u00fcrden sie Jesus Christus ja gar nicht kennen und ohne sein hartes Training h\u00e4tten sie ihren Glauben schon l\u00e4ngst verloren. Sie glauben auch, ohne Peter Chang w\u00e4re ihr Leben miserabel verlaufen und sie w\u00e4ren ein Niemand geblieben. Durch Peter Chang d\u00fcrfen sie aber als \u201ek\u00f6nigliche Priester\u201c an der Weltmission teilnehmen, und ihr Leben bekommt (erst dadurch!) eine \u201eabsolute Bedeutung\u201c. Peter Chang lehrt seine Untergebenen systematisch weiter, ihm dankbar zu sein. Sie m\u00fcssen in den w\u00f6chentlichen Stellungnahmen ihre Dankbarkeit f\u00fcr ihn auch mindestens einmal ausdr\u00fccken. Eine typische Phrase in solchen Stellungnahmen ist die Erw\u00e4hnung der \u201ehingebenden M\u00fche und Liebe, mit der Gottes Knecht Missionar Dr.\u00a0Peter Chang unter Schmerzen geistliche Kinder gebiert.\u201c Mit dieser Anspielung auf Gal\u00a04,19 wird Peter Chang wieder mit Apostel Paulus verglichen, und seine Leitung als eine aufopferungsvolle, qualvolle Arbeit dargestellt, f\u00fcr die man ihm ewig dankbar sein muss. Eine \u201eHirtin\u201c bekam von Peter Chang sogar den Namen \u201eDanke\u201c verpasst, weil sie nicht dankbar genug war. Sie muss nun von allen Mitgliedern als \u201eHirtin Danke\u201c angesprochen und dadurch daran erinnert werden, dankbarer zu sein. Im Laufe der Zeit fangen die Mitglieder an, Peter Chang f\u00fcr alles dankbar zu sein, was ihnen im Leben widerf\u00e4hrt. Wird ein Mitglied von Peter Chang verheiratet, ist dies nat\u00fcrlich wieder ein besonderer Grund, ihm zu danken. Ohne die Hilfe von Peter Chang, so glauben sie, h\u00e4tten sie niemals heiraten k\u00f6nnen. Bekommen sie Kinder, haben sie nat\u00fcrlich wieder Peter Chang zu danken, und er bestimmt selbstverst\u00e4ndlich die Namen der Kinder.<\/p>\n<p>Um diese Abh\u00e4ngigkeit durch Dankbarkeit zu erreichen, investiert Peter Chang auch tats\u00e4chlich etwas. Er hilft beispielsweise einem Studenten am Anfang, etwas mehr Disziplin in sein Studium zu bekommen, oder gibt ihm diese oder jene \u201eOrientierung\u201c, und k\u00fcmmert sich scheinbar um ihn. Sp\u00e4ter stellt sich jedoch heraus, dass diese Hilfe nicht selbstlos war, sondern dass er erwartet, dass ihm seine \u201eDienerschaft\u201c und \u201eLiebe\u201c zur\u00fcckgezahlt wird, und zwar durch ewige Dankbarkeit und Loyalit\u00e4t. Dieser \u201eTrick\u201c kann immer wieder in UBF beobachtet werden. Da wird zum Beispiel ein Student eingeladen, \u201eWohngemeinschaft\u201c mit den Missionaren zu haben, weil man ihn so sehr liebe, weil er so ein vorbildlicher Christ sei, und man gerne mit ihm zusammen wohnen wolle. Geschmeichelt nimmt der Student das Angebot an, und denkt, dass die Missionare wirklich gerne mit ihm zusammen wohnen. Wird dieser Student sp\u00e4ter kritisch, so wird ihm vorgehalten, dass man ihn \u201egeliebt und all die Jahre gedient und ihn ertragen\u201c habe, und dass er undankbar geworden sei.<\/p>\n<p>Diese Fessel durch Dankbarkeit kann man sehr gut an der \u201eGegendarstellung\u201c von Stephanus Park zum kritischen Bericht von Andreas\u00a0P. \u00fcber UBF Bonn finden. Anstatt auf die Kritikpunkte einzugehen, kann Stephanus Park nicht umhin, sowohl am Anfang als auch am Ende ausf\u00fchrlich seine pers\u00f6nliche Dankbarkeit gegen\u00fcber Peter Chang auszudr\u00fccken. Diese Dankbarkeit ist aber nicht ein gew\u00f6hnliches Dankbarkeitsgef\u00fchl, sondern wird als eine regelrechte \u201eSchuld\u201c verstanden, die auf ewig nicht zur\u00fcckgezahlt werden kann.<\/p>\n<p>Diese \u201eDankkultur\u201c hat ihre Wurzeln nat\u00fcrlich wieder in der koreanischen Kultur bzw. im Konfuzianismus. Man gibt etwas, wobei man durchaus auch etwas investiert, aber mit dem Hintergedanken, denjenigen abh\u00e4ngig zu machen und zu ewigem Dank zu verpflichten, und ihn sp\u00e4ter alles zur\u00fcckzahlen zu lassen. Dieses Prinzip wird wie gesagt in UBF allgemein stark eingesetzt. Peter Chang hat es jedoch verfeinert und zum Hauptinstrument gemacht, mit dem er den Personenkult um sich aufrecht erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Andreas\u00a0P. berichtete, dass eine \u201eHirtin\u201c in UBF Bonn vor ihrer von Peter Chang arrangierten Heirat eine besondere Stellungnahme zu diesem Anlass schreiben und vortragen musste. Andreas wurde beinahe \u00fcbel, als er diese Stellungnahme mit anh\u00f6ren musste, denn jeder Satz fing an mit den Worten: \u201eIch danke dem Knecht Gottes, Missionar Dr.\u00a0Peter Chang, und Gottes Magd, Missionarin Sarah Chang, f\u00fcr &#8230;\u201c. Auf diese Weise ging es immer weiter. Andreas wurde immer mehr angeekelt und fragte sich, wann wohl Peter Chang endlich dem peinlichen Schauspiel ein Ende machen w\u00fcrde. Doch Peter Chang h\u00f6rte bis zum Schluss zu und war am Ende sehr zufrieden. Die \u201eHirtin\u201c durfte danach heiraten.<\/p>\n<p>Wenn man eine Vorstellung davon bekommen m\u00f6chte, wie Peter Chang eine Heirat arrangiert, kann man auf den Internetseiten von UBF New Jersey ein Beispiel finden. Der dortige Leiter John Park ist ein enger Freund von Peter Chang. In ihren Stellungnahmen berichten der amerikanische \u201eHirte\u201c David Gates und die koreanische \u201eHirtin\u201c Dr.\u00a0Jeong-Eun Jung (sie hei\u00dft nun Sarah Gates) freim\u00fctig, wie diese \u201eGlaubensheirat\u201c zustande kam. \u00dcbrigens hat Peter Chang auch seinen Sohn mit einer Koreanerin aus UBF New Jersey verheiratet.<\/p>\n<p>David Gates schreibt: \u201e&#8230; Was danach passierte, warf mich v\u00f6llig um. Nach der Sonntagsbotschaft, die Dr.\u00a0Peter Chang vorbereitet hatte, \u201aHabt Glauben an Gott!\u2018, kam Missionarin Aromi sehr aufgeregt zu mir und sagte: \u201aDr.\u00a0Peter Chang will, dass du ein Dutzend Rosen kaufst und Hirtin Jeong-Eun einen Heiratsantrag machst.\u2018 Ich war wie benommen, aber sofort hallte die Stimme von Samuel Ju in meinem Kopf: \u201aAbsoluter Gehorsam.\u2018 Daher fuhr ich mit Missionar Samuel und versuchte es zu verhindern, indem ich viele Blumengesch\u00e4fte besuchte, von denen ich wusste, dass sie geschlossen waren. Aber das Wort Gottes kam: \u201a&#8230; damit ihr nicht dasteht als solche, die gegen Gott streiten wollen.\u2018 Und ich tat Bu\u00dfe f\u00fcr meine Zweifel daran, dass es Gottes Hand war, die meine Hausgemeinde aufbaute, und gab meine letzten 50\u00a0Dollar f\u00fcr einige Rosen und eine Karte aus, die ich Dr.\u00a0Jung gab, als ich ihr einen Heiratsantrag machte. &#8230;\u201c<\/p>\n<p>Jeong-Eun Jung schreibt: \u201e&#8230; Als Missionar Peter (Chang) mir drei allgemeine Fragen \u00fcber mein Herz f\u00fcr Gottes Weltmission stellte, konnte ich aus dem Glauben mit \u201eja\u201c antworten. Aber die vierte Frage war am schwierigsten zu beantworten. Sie lautete, ob ich aus dem Glauben irgendjemanden heiraten w\u00fcrde, irgendjemanden aus irgendeinem Land wie Uganda. Ich sollte schnell antworten, damit er danach fr\u00fchst\u00fccken konnte. Mir wurde schwindelig, weil ich in dem Augenblick meinen Kleinglauben erkannte. All die Jahre des Bibelstudiums und Glaubenstrainings waren umsonst gewesen. Eigentlich hatte er Hirte David Gates vorgeschlagen.\u201c<\/p>\n<p>Hier wird unter anderem auch wieder deutlich, wie der Begriff der \u201eGlaubensheirat\u201c verwendet wird, um eine arrangierte Heirat vorzuschlagen. Welches Mitglied von UBF w\u00fcrde schon gerne zugeben, dass es keinen Glauben hat? Also l\u00e4sst man sich auf eine von den Leitern arrangierte Heirat ein, um zu demonstrieren, dass man doch Glauben hat. Manchmal geht es gut, oft geht es aber auch f\u00fcrchterlich schief. Der Leiter, der die Heirat arrangiert hat, weist dann jedoch jede Mitverantwortung von sich.<\/p>\n<p>Es sei noch ein weiteres Beispiel angef\u00fchrt, das zeigt, wie weit die Dankkultur und der Personenkult um Peter Chang in UBF Bonn gehen k\u00f6nnen. Dieses Beispiel ist dem Bericht \u00fcber eine Reise zur europ\u00e4ischen Sommerkonferenz der UBF im Jahr 2000 entnommen, der von UBF Waterloo, Kanada, im Internet ver\u00f6ffentlicht wurde. Wie UBF New Jersey steht UBF Waterloo keineswegs im Verdacht, UBF negativ darstellen zu wollen. Es handelt sich um traditionelle UBF-Gemeinden, die gegen Reform eingestellt sind. Leider k\u00f6nnen keine Beispiele von UBF Bonn selbst angef\u00fchrt werden, da ihre Internetseite vollst\u00e4ndig passwortgesch\u00fctzt wurde.<\/p>\n<p>Ein Mitglied von UBF Waterloo berichtet \u00fcber sein Zusammentreffen mit Sarah Chang, der Frau von Peter Chang, und \u201eHirten\u201c Ingo\u00a0S. aus UBF Bonn, dessen Vorname Peter Chang bereits fr\u00fcher von \u201eIngo\u201c zu \u201eFels\u201c ge\u00e4ndert hatte: \u201e&#8230; Am gleichen Tisch war Missionarin Sarah Chang und Hirte Fels Chang. Fels hei\u00dft auf englisch \u201arock\u2018, und er betet, ein Fels des Glaubens f\u00fcr Deutschland zu sein. Ich lernte viel durch das Gespr\u00e4ch mit ihm, weil er mir seine Lebensgeschichte erz\u00e4hlte. Hirte Fels begann das Bibelstudium im Jahr\u00a01988 und er wuchs als ein Hirte in der Gemeinde. Jedoch hatte er keinen tiefen Glauben und er k\u00e4mpfte mit der S\u00fcnde, weswegen er nach 11\u00a0Jahren weglief. Er fiel in Verzweiflung und dachte er sei hoffnungslos und verloren, aber die Familie Chang gab ihn niemals auf \u2013 sie beteten best\u00e4ndig f\u00fcr ihn, und schlie\u00dflich kam er zur\u00fcck und erfuhr eine neue Geburt im Jahr\u00a02000. Danach \u00e4nderte er seinen Nachnamen zu \u201aChang\u2018, weil er empfand, dass er von der barmherzigen Missionarsfamilie adoptiert worden war, die ihm gedient hatten. &#8230;\u201c Die Dankbarkeit von Ingo\u00a0S. gegen\u00fcber Peter Chang ging demnach sogar soweit, dass er nicht nur seinen ver\u00e4nderten Vornamen akzeptierte, sondern auch noch den Nachnamen von Peter Chang \u00fcbernahm. Offenbar war dieser dadurch sehr geschmeichelt, und einen Monat sp\u00e4ter wurde Ingo von ihm mit einer koreanischen UBF-Missionarin verheiratet (die \u00fcbrigens nicht \u201eChang\u201c hei\u00dft). Diese Heirat wird Ingo wiederum erneut Anlass zur Dankbarkeit gegen\u00fcber Peter Chang gegeben haben.<\/p>\n<p>Die Verheiratung der deutschen Mitglieder von UBF Bonn mit Missionarinnen aus Korea ist \u00fcbrigens eine weitere Methode, mit der Peter Chang diese Mitglieder an sich fesselt. Die koreanischen Missionarinnen sind Peter Chang zum gr\u00f6\u00dften Teil h\u00f6rig und erlauben ihm, die deutschen Mitglieder indirekt zu kontrollieren. Bei Ungehorsam ihrer Ehem\u00e4nner droht Peter Chang auch, ihre Frauen nach Korea zur\u00fcck zu schicken. Es gibt jedoch auch einige deutsche Frauen in UBF Bonn, die Peter Chang fast noch h\u00f6riger sind als die koreanischen. \u00dcberhaupt scheinen die Frauen besonders empf\u00e4nglich daf\u00fcr zu sein, Peter Chang h\u00f6rig zu werden. Im Grunde sehen sie Peter Chang als ihren wahren Ehemann, und ihre Ehem\u00e4nner nur als \u201eErziehungsobjekte\u201c an. Wie weit die intimen Beziehungen der Frauen zu ihm gehen, \u00fcber die berichtet wird, ist nat\u00fcrlich nicht genau auszumachen. Es wird jedenfalls berichtet, dass weibliche Mitglieder von UBF Bonn mit ihm schwimmen und in die Sauna gehen, und dass er sich von ihnen massieren und seinen Fu\u00dfpilz behandeln l\u00e4sst. Die meisten Bonner UBF-Mitglieder leben in Wohngemeinschaften in den H\u00e4usern von Peter Chang sehr eng zusammen. Dadurch ist er in der Lage, auch ihr Privatleben st\u00e4ndig zu kontrollieren, wobei er sich angeblich auch nicht scheut, Schlafzimmer der weiblichen Mitglieder zu betreten. M\u00e4nnliche Mitglieder, die anfangen, kritisch zu werden, versucht Peter Chang wie im Fall von Andreas\u00a0P. durch ihre Frauen zu kontrollieren und zum Schweigen zu bringen.<\/p>\n<p>Um die Mitglieder so weit zu bekommen wie oben geschildert, benutzt Peter Chang viele \u201eerprobte\u201c Methoden, die von klassischen destruktiven Sekten bekannt sind: Milieukontrolle, manipulierte, besetzte Sprache, Erzeugung von Schuldgef\u00fchlen und Ohnmachtsgef\u00fchlen, \u00dcberlastung mit Aktivit\u00e4ten und nicht zuletzt Schlafentzug. Der Entzug von Schlaf wird in UBF Bonn im Vergleich zu den anderen UBF-Zentren \u2013 wo er durchaus ebenfalls angewendet wird \u2013 besonders konsequent als Mittel benutzt, um die Mitglieder in einem st\u00e4ndigen Zustand der Gef\u00fcgigkeit, Manipulierbarkeit, geistlichen Ekstase und Verwirrung zu halten. Schlafentzug ist eine bekannte Indoktrinationstechnik, die eine erh\u00f6hte Beeinflussbarkeit bei den Mitgliedern bewirkt. Die Mitglieder m\u00fcssen oft bis Mitternacht oder l\u00e4nger in den Gruppenr\u00e4umen der UBF ihre \u201eStellungnahmen\u201c schreiben und dennoch am anderen Morgen bereits um halb f\u00fcnf Uhr morgens dort wieder zur Gebetsstunde antreten. Ein ehemaliges Mitglied der UBF Bonn berichtet, dass ein Mitbewohner seiner UBF-Wohngemeinschaft aufgrund dieses k\u00fcnstlich erzeugten Schlafmangels mitten beim Abendessen mit dem Kopf in sein soeben geschmierte Br\u00f6tchen fiel und dort einschlief. Auch Au\u00dfenstehenden fallen h\u00e4ufig die dunklen Ringe unter den Augen der Bonner UBF-Mitglieder auf. Zur Erzeugung von Ohnmachtsgef\u00fchlen hat Peter Chang nach Berichten Ehemaliger bereits Techniken angewendet wie das \u201eToter-Hund-Training\u201c, wo jemand von den anderen willk\u00fcrlich ausgeschimpft und getreten wird, ohne etwas entgegnen oder sich wehren zu d\u00fcrfen. Lediglich Weinen war bei diesem \u201eTraining\u201c erlaubt. Solche Techniken werden nat\u00fcrlich nur beim inneren Zirkel von Mitgliedern angewendet, nicht bei den neuen \u201eSchafen\u201c, die zun\u00e4chst einmal behutsamer behandelt werden, solange sie noch nicht v\u00f6llig abh\u00e4ngig gemacht und \u201ean den Missbrauch gew\u00f6hnt\u201c worden sind. Die Milieukontrolle ist so stark, dass ein ehemaliges Mitglied es nur so beschreiben kann, dass er \u201ezehn Jahre hinter dem Mond gelebt\u201c habe. Die Kinder und Jugendlichen der Bonner UBF durften nicht einmal bei den deutschlandweit veranstalteten Jugendfreizeiten der eigenen Dachorganisation UBF teilnehmen. Stattdessen veranstaltete Peter Chang f\u00fcr sie eine eigene Jugendfreizeit, mit dem Argument, dass man sie von dem \u201eschlechten Einfluss\u201c der Jugendlichen in der restlichen UBF bewahren m\u00fcsse. Das umgekehrte Argument, dass sie selbst einen guten Einfluss aus\u00fcben k\u00f6nnten, z\u00e4hlte nat\u00fcrlich nicht. Peter Chang hatte anscheinend Angst, dass die Kinder bemerken k\u00f6nnten, dass es selbst in der restlichen UBF nicht ganz so schlimm zuging wie bei ihnen, oder dass die Kinder den anderen etwas \u00fcber seine Erziehungsmethoden berichten.<\/p>\n<p>Es gibt sicherlich noch viel \u00fcber UBF Bonn und die raffinierten Methoden von Peter Chang zu sagen. Das \u201eBonn-Syndrom\u201c zeigt beispielhaft, wie Machtmenschen auch in angeblichen christlichen Gemeinden es schaffen, Menschen von sich abh\u00e4ngig zu machen und \u00fcber sie zu herrschen. Der Titel \u201eBonn-Syndrom\u201c soll \u00fcbrigens nicht andeuten, dass UBF Bonn eine Ausnahme innerhalb von UBF ist, und dass der Rest von UBF ganz anders ist. Dies ist leider keineswegs der Fall. Bonn sticht lediglich in seiner Extremit\u00e4t besonders heraus. Die gleichen Methoden der Manipulation und Indoktrination von Mitgliedern, um sie den Leitern und der Organisation zu unterwerfen, finden sich auch in allen anderen Teilen der UBF. Es sei auch darauf hingewiesen, dass der derzeitige Leiter von UBF Deutschland, Kaleb Hong, keinen Anlass sieht, sich von Peter Chang zu distanzieren, sondern im Gegenteil versucht, gut mit ihm zusammenzuarbeiten. Besonders der Gr\u00fcnder der UBF, Samuel Lee, und seine Gemeinde in Chicago sind \u00e4hnlich extrem wie Peter Chang in Bonn, in Teilen sogar noch extremer. Und dies ist auch keine Wunder, denn UBF Chicago und Samuel Lee bilden den Prototyp f\u00fcr alle anderen Gemeinden und Leiter der UBF, die dieses \u201eVorbild\u201c mehr oder weniger kopiert haben.<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20040306152611\/http:\/\/www.ubf-info.de:80\/int\/bonn\/syndrome.htm\">https:\/\/web.archive.org\/web\/20040306152611\/http:\/\/www.ubf-info.de:80\/int\/bonn\/syndrome.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134,1,124,13,147,132,141,138,151],"tags":[],"class_list":["post-3024","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-abuse","category-article","category-cults","category-emotions","category-evidence","category-history","category-info","category-injustice","category-spiritual-abuse"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3024"}],"collection":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3024"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3024\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}