{"id":3359,"date":"2017-09-26T16:08:44","date_gmt":"2017-09-26T21:08:44","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfriends.net\/?p=3359"},"modified":"2017-09-27T00:28:20","modified_gmt":"2017-09-27T05:28:20","slug":"machet-zu-jungern-jesu-oder-erziehet-zu-anhangern-von-ubf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/machet-zu-jungern-jesu-oder-erziehet-zu-anhangern-von-ubf\/","title":{"rendered":"\u201eMachet zu J\u00fcngern Jesu\u201c oder \u201eerziehet zu Anh\u00e4ngern von UBF\u201c? (German Version)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"http:\/\/www.publicdomainpictures.net\/pictures\/130000\/velka\/question-mark-14416100461as.jpg\" width=\"1920\" height=\"1536\" \/><\/p>\n<p>Einige Gedanken zum Weltmissionsauftrag und UBF<br \/>\n(vom Webdiener dieser Internetseiten, Juni 2001)<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3><a name=\"1\"><\/a>Der Weltmissionsauftrag<\/h3>\n<p>Jesus hat in der Zeit seines \u00f6ffentlichen Wirkens haupts\u00e4chlich gepredigt, geheilt, gelehrt, J\u00fcnger berufen und sich um sie gek\u00fcmmert. Es ist darum f\u00fcr einen Nachfolger Jesu klar, dass er auch das Evangelium lehren und die Menschen zu J\u00fcngern Jesu machen soll. Jesus hat die J\u00fcnger gelehrt, die Menschen als \u201eSchafe ohne Hirten\u201c (Mk\u00a06,34) und ein \u201eErntefeld\u201c (Joh\u00a04,35) zu sehen, und nannte die J\u00fcnger \u201eSalz der Erde\u201c und \u201eLicht der Welt\u201c (Mt\u00a05,13.14). Auch das Alte Testament wies darauf hin, wie \u201elieblich die F\u00fc\u00dfe der Freudenboten\u201c sind (Jes\u00a052,7). Dennoch hielt Jesus es f\u00fcr n\u00f6tig, in der Zeit zwischen seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt den J\u00fcngern ausdr\u00fccklich den \u201eWeltmissionsauftrag\u201c zu geben (Apg\u00a01,2). Ich halte \u00fcbrigens die Bezeichnung \u201eWeltmissions<em>auftrag<\/em>\u201c oder \u201e(An)Weisung zur Weltmission\u201c f\u00fcr passender als die Bezeichnung \u201eWeltmissions<em>befehl<\/em>\u201c. Die Luther\u00fcbersetzung von 1984 hat in Apg\u00a01,2 das Wort \u201eWeisung\u201c, in anderen \u00dcbersetzungen findet man aber auch \u201eAnweisung(en)\u201c oder \u201eBefehl\u201c. Ausgesprochen wird der Weltmissionsauftrag in der Bibel am Ende der vier Evangelien und am Anfang der Apostelgeschichte (Mt\u00a028,19.20; Mk\u00a016,15.16; Lk\u00a024,47-49; Joh\u00a020,21-23; Apg\u00a01,8). Ich werde im folgenden noch auf diese f\u00fcnf Stellen im Einzelnen eingehen.<\/p>\n<h3><a name=\"2\"><\/a>Die Bedeutsamkeit dieses Auftrags<\/h3>\n<p>Aus dem Gesagten wird bereits deutlich, dass der Weltmissionsauftrag f\u00fcr Jesu Nachfolger eine sehr hohe Bedeutung haben muss. Er steht wie ein gro\u00dfes Ausrufezeichen oder eine Vision am Ende der vier Evangelien (am Ende des letzten Evangeliums in Joh\u00a021 ist auch die Anweisung an Petrus sehr bewegend). Alles, was in der Apostelgeschichte \u00fcber den Anfang des Christentums berichtet wird, beruht ebenfalls auf dem Weltmissionsauftrag, und er wird auch dort am Anfang noch einmal ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnt. Dass \u201eWeltmission\u201c Gottes Wille ist, wird nebenbei bemerkt auch aus vielen anderen Bibelstellen ersichtlich, wenn sie auch nicht so eindeutig sind wie der eigentliche Weltmissionsauftrag. Einige davon sind: 1.Mose\u00a012,3; Jes\u00a06,8; 49,6; 52,7; Ps\u00a022,28; Joh 4,35; R\u00f6m\u00a010,11-15; 15,8-12; 1.Tim\u00a02,4; Offb\u00a07,9.<\/p>\n<p>Obwohl dieser Wille und Auftrag Gottes in der Bibel so klar ist, wird und wurde er dennoch eigenartigerweise von vielen Christen \u00fcberlesen, ignoriert oder als eine nicht allgemeing\u00fcltige Anweisung angesehen, als w\u00e4re sie nur f\u00fcr die damalige Zeit, nur f\u00fcr die Apostel oder nur f\u00fcr \u201ebesondere\u201c Christen (\u201eMissionare\u201c) bedeutungsvoll. So habe ich mich z.B. dar\u00fcber gewundert, dass in dem f\u00fcr die reformierten Kirchen bedeutenden \u201eHeidelberger Katechismus\u201c mit seinen 129 Fragen zum christlichen Leben der Weltmissionsauftrag vollst\u00e4ndig ignoriert wird. Mt\u00a028,19 wird zwar mehrfach zitiert, aber immer nur im Zusammenhang mit der Lehre \u00fcber die Taufe oder die Dreieinigkeit. Auch wenn man im Internet nach dem Begriff \u201eWeltmissionsbefehl\u201c oder \u201eWeltmissionsauftrag\u201c sucht, wird man entt\u00e4uscht. Es finden sich nur eine Handvoll Seiten, die dazu noch fast ausschlie\u00dflich Predigten von UBF sind. Genauso ergeht es einem bei der Suche nach der w\u00f6rtlichen englischen \u00dcbersetzung \u201eWorld Mission Command\u201c. Erst wenn man nach der au\u00dferhalb von UBF \u00fcblicheren englischen Bezeichnung \u201eThe Great Commission\u201c (\u201eder gro\u00dfe Auftrag\u201c) sucht, wird man durch Zehntausende von Treffern erfreut. Eins ist aber klar: Der Weltmissionsauftrag wird, vor allem bei uns in Deutschland, viel zu wenig ernst und wichtig genommen. Man muss es UBF zun\u00e4chst einmal hoch anrechnen, dass hier der Weltmissionsauftrag so ernsthaft gelehrt und vor allem auch praktiziert wird. Es wird gesagt, dass die Studenten in den Anfangstagen der UBF, wenn sie beim Lesen der Evangelien am Ende auf den Weltmissionsauftrag stie\u00dfen, immer ein wenig hilflos dar\u00fcber nachdachten, wie sie als arme Einwohner eines Entwicklungslandes das \u201egehet hin in alle Welt\u201c umsetzen sollten. Sp\u00e4ter wurde der Weltmissionsauftrag das zentrale Element in der UBF. Inwieweit dies von den Gr\u00fcndern Sarah Barry und Samuel Lee, von den bibellesenden Studenten, oder von anderen Missionaren oder Kirchen in Korea in dieser Weise angesto\u00dfen wurde, l\u00e4sst sich im Nachhinein kaum sagen. Zwar bedeutet der Weltmissionsauftrag nicht, dass nun jeder Christ \u201ein alle Welt\u201c gehen soll. Aber doch sind viele, darunter auch ich, froh und dankbar, dass \u201eMissionare\u201c von UBF zu uns kamen, uns zum Bibelstudium aufforderten und dadurch zum Glauben f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Soweit w\u00e4re alles in Ordnung. Aber inzwischen wurden sehr viele Probleme der UBF offenbar. Ich will daher untersuchen, inwieweit diese Probleme m\u00f6glicherweise auch mit einem falschen Verst\u00e4ndnis des Weltmissionsauftrags zu tun haben, wodurch er in UBF wiederum auch auf eine falsche Weise in die Praxis umgesetzt wurde. Insbesondere stelle ich folgende Fragen: Welchen Stellenwert muss man diesem Auftrag in der gesamten Lehre Jesu einr\u00e4umen? Ist er wirklich das wichtigste Gebot Jesu (der \u201eabsolute Befehl\u201c, als den ihn Peter Chang von UBF Bonn auf der Sommerkonferenz 2000 proklamierte), dem sich alles andere unterordnen muss? Haben wir diesen Auftrag \u00fcberhaupt richtig verstanden? Ist unsere Umsetzung in die Praxis dem Willen Jesu gem\u00e4\u00df? Bevor ich auf diese Fragen eingehe, m\u00f6chte ich zun\u00e4chst doch die Textstellen in der Bibel im Einzelnen betrachten.<\/p>\n<h3><a name=\"3\"><\/a>Die Textstellen im Einzelnen<\/h3>\n<p>Das Matth\u00e4us-Evangelium endet mit dem Weltmissionsauftrag. Jesus nennt dort zun\u00e4chst die Grundlage f\u00fcr diesen Auftrag: \u201eMir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.\u201c Danach sagt er:\u00a0<b><i>\u201eDarum gehet hin und machet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende\u201c<\/i><\/b>\u00a0(Mt\u00a028,19.20). Wir haben hier in der deutschen \u00dcbersetzung vier Imperative: \u201egehet hin\u201c, \u201emachet zu J\u00fcngern\u201c, \u201etaufet sie\u201c und \u201elehret sie halten\u201c. Der eigentliche Imperativ ist jedoch nur das \u201emachet zu J\u00fcngern\u201c, die anderen drei sind im Griechischen eigentlich nur Partizipien: \u201ehingehend\u201c, \u201ctaufend\u201c und \u201elehrend\u201c. Die Bedeutung ist also: \u201eMacht alle V\u00f6lker zu J\u00fcngern, indem ihr 1. zu den Leuten hin geht, 2. sie tauft, wenn sie zum Glauben gekommen sind, und 3. sie danach weiter lehrt, alle Gebote Jesu zu halten.\u201c In drei Punkten werden wesentliche Schritte des \u201eJ\u00fcngermachens\u201c genannt. Die Taufe kannten die J\u00fcnger im Prinzip von Johannes dem T\u00e4ufer und sie wussten auch, was der Taufe vorangeht: Die Predigt der Bu\u00dfe. Nach Jesu Auferstehung konnten sie diese Predigt aber auch mit einer vollm\u00e4chtigen Predigt der Vergebung der S\u00fcnden verbinden, d.h. das Evangelium (die \u201efrohe Botschaft\u201c) verk\u00fcndigen, und auch auf den Namen des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen. Besonders wird betont, dass die Getauften gelehrt werden sollten, alles, was Jesus den Aposteln befohlen hatte, auch ihrerseits zu halten. Sie sollten genauso zu entschiedenen und konsequenten J\u00fcngern Jesu werden, wie es die zw\u00f6lf Apostel waren. Insbesondere sollten sie auch ihrerseits den Weltmissionsauftrag wahrnehmen. Was war eigentlich \u201ealles, was Jesus den Aposteln befohlen hatte\u201c? Dies klingt nach einer umfangreichen Liste von Befehlen, die auswendig gelernt und genauestens befolgt werden muss, ganz \u00e4hnlich wie es die Juden mit dem Gesetz des Mose taten. Doch Jesu Gebot l\u00e4sst sich sehr einfach auf den Punkt bringen:\u00a0<i>\u201eUnd das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und lieben uns untereinander, wie er uns das Gebot gegeben hat\u201c<\/i>\u00a0(1.Joh\u00a03,23). Oder mit Jesu eigenen Worten:\u00a0<i>\u201cDas gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt\u201c<\/i>\u00a0(Joh\u00a015,17). Jesu Gebote sind auch nicht so schwer einzuhalten wie das Gesetz des Mose, sondern\u00a0<i>\u201eseine Gebote sind nicht schwer\u201c<\/i>\u00a0(1.Joh\u00a05,3b), oder wieder mit Jesu Worten:\u00a0<i>\u201eMein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht\u201c<\/i>(Mt\u00a011,30). Es ist auch wichtig zu erkennen, dass Jesus die J\u00fcnger nur beauftragt hat, das zu lehren, was er ihnen selbst befohlen hat. Sie sollten keine zus\u00e4tzlichen Befehle und Gebote erfinden und ihnen auferlegen. Unn\u00f6tige Lasten aufzuerlegen war nicht Jesu Wille, als er den Weltmissionsauftrag gab. Die Apostel kamen sp\u00e4ter selbst auch zu der Erkenntnis:\u00a0<i>\u201eDenn es gef\u00e4llt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge\u201c<\/i>\u00a0(Apg\u00a015,28). Jesus hatte schon bei den Pharis\u00e4ern kritisiert:\u00a0<i>\u201eSie binden schwere und unertr\u00e4gliche B\u00fcrden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger daf\u00fcr kr\u00fcmmen\u201c<\/i>\u00a0(Mt\u00a023,4). So war es sicherlich nicht in seinem Sinne, durch dieses \u201eGebote halten\u201c den Menschen, die zu J\u00fcngern gemacht wurden, das Leben schwer zu machen. Es geschah dennoch schon in den ersten Gemeinden, dass die Neubekehrten nicht nur gelehrt wurden, das zu Halten, was Jesus befohlen hatte, sondern dar\u00fcber hinaus weitere Gebote und Satzungen. In den Briefen wird dies immer wieder erw\u00e4hnt:\u00a0<i>\u201eDenn es hatten sich einige falsche Br\u00fcder mit eingedr\u00e4ngt und neben eingeschlichen, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, und uns zu knechten\u201c<\/i>\u00a0(Gal\u00a02,4).\u00a0<i>\u201eWenn ihr nun mit Christus den M\u00e4chten der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt?\u201c<\/i>\u00a0(Kol\u00a02,20). Das letzte Wort, das Matth\u00e4us berichtet, war das wunderbare Versprechen Jesu:\u00a0<i>\u201eUns siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende\u201c<\/i>. Jesus will immer mit denen sein, die seinen Weltmissionsauftrag befolgen. Jesus sandte den Heiligen Geist als Beistand und seinen \u201eStellvertreter\u201c (Mt\u00a03,11 usw.). R\u00f6m\u00a08,9 betont, dass Christi Geist in jedem Christen wohnen muss. Jesus will bei jedem einzelnen \u201eJ\u00fcngermacher\u201c sein. Es ist auch niemand anderes als \u201eStellvertreter Christi\u201c n\u00f6tig, als der Heilige Geist. Die W\u00f6rter \u201ealle V\u00f6lker\u201c und \u201ebis an der Welt Ende\u201c zeigen den universellen Rahmen des Weltmissionsauftrags. Insbesondere zeigen sie, dass er f\u00fcr uns in Deutschland 2000 Jahre sp\u00e4ter genauso gilt.<\/p>\n<p>Interessanterweise nennt der Weltmissionsauftrag im Markus-Evangelium besonders den Punkt, der im Matth\u00e4us-Evangelium weggelassen wurde, die Predigt:\u00a0<b><i>\u201eUnd er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden\u201c<\/i><\/b>\u00a0(Mk\u00a016,15.16). Hier steht das Wort \u201eEvangelium\u201c im Zentrum. Statt \u201ealle V\u00f6lker\u201c hei\u00dft es \u201ealle Kreatur in aller Welt\u201c. Deutlicher kann man nicht sagen, dass das Evangelium wirklich jedem gepredigt werden soll. Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Predigt bei den Zuh\u00f6rern eine Spaltung hervorrufen wird, in diejenigen, die glauben, und diejenigen, die nicht glauben. Diejenigen, die glauben, sollen getauft und, wie Mt\u00a028,20 sagt, weiter unterwiesen werden. Es wird auch gesagt, welch gro\u00dfen Unterschied es macht, das Evangelium zu glauben oder nicht zu glauben: Diejenigen, die glauben, werden selig werden, die anderen werden verdammt werden. Das verdeutlicht noch einmal, wie wichtig die Predigt ist und welch hohe Verantwortung und Aufgabe wir dabei haben: Es geht nicht nur darum, dass die Menschen zu J\u00fcngern Jesu gemacht werden, sondern es geht um ihre ewige Seligkeit oder Verdammnis! Daran muss ich mich auch immer wieder erinnern, wenn ich \u00fcber Weltmission nachdenke.<\/p>\n<p>Auch das Lukas-Evangelium betont die Predigt:\u00a0<b><i>\u201e&#8230; und dass gepredigt wird in seinem Namen Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden unter allen V\u00f6lkern. Fangt an in Jerusalem, und seid daf\u00fcr Zeugen. Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was mein Vater verhei\u00dfen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausger\u00fcstet werdet mit Kraft aus der H\u00f6he\u201c<\/i><\/b>\u00a0(Lk\u00a024,47-49). Hier werden auch die zwei wesentlichen Bestandteile der Predigt genannt: Erstens sollen die Zuh\u00f6rer zur Bu\u00dfe f\u00fcr ihre S\u00fcnden aufgefordert werden, und zweitens soll ihnen die Vergebung der S\u00fcnden durch Jesu stellvertretenden Tod (siehe Vers\u00a046 vorher) zugesprochen werden. Die Worte \u201eFangt an in Jerusalem\u201c zeigen, dass der Weltmissionsauftrag nicht etwas abstraktes ist, sondern ganz konkret durchgef\u00fchrt werden kann, indem man an dem Ort, an dem man sich befindet, damit anf\u00e4ngt. Zwei neue Aspekte werden hier noch genannt: Erstens: Die J\u00fcnger sollten als\u00a0<em>Zeugen<\/em>\u00a0f\u00fcr Jesu Leiden, Tod und Auferstehung und f\u00fcr alles, was sie mit ihm erlebt hatten, auftreten. Auch wir heute k\u00f6nnen durch unser ver\u00e4ndertes Leben die Macht Jesu bezeugen. Zweitens: Die J\u00fcnger sollten warten, bis sie \u201emit Kraft aus der H\u00f6he ausger\u00fcstet werden\u201c. Hiermit ist nat\u00fcrlich der Heilige Geist gemeint. Sie sollten nicht aus eigener Kraft anfangen, sondern warten, bis der Heilige Geist kommen w\u00fcrde (was an Pfingsten geschah). Dies wird auch in Apg\u00a01,4.5 besonders betont, und in der Apostelgeschichte findet man, dass die Apostel immer wieder gebetet und gefastet hatten, bis der Heilige Geist kam und sie aussandte (z.B. Apg\u00a013,2.4). Der Heilige Geist gab ihnen Orientierung, wer wann wohin gehen sollte. Ohne den Heiligen Geist wollten sie nicht losziehen. Das Werk der Weltmission ist letztendlich nicht das Werk der Menschen, sondern das des Heiligen Geistes.<\/p>\n<p>Auch das Johannes-Evangelium betont die Wichtigkeit des Heiligen Geistes im Zusammenhang mit der Weltmission:\u00a0<b><i>\u201eDa sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die S\u00fcnden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten\u201c<\/i><\/b>\u00a0(Joh 20,21-23). Hier wird wieder deutlich, dass f\u00fcr die Mission (Sendung) der Heilige Geist als wesentliche Ausr\u00fcstung n\u00f6tig ist. Au\u00dferdem wird wieder die Bedeutung der Predigt und ihre hohe Verantwortung und Vollmacht dabei betont, wenn sie \u00fcber den Weg zur Vergebung der S\u00fcnden predigten.<\/p>\n<p>Auch die Apostelgeschichte betont die Wichtigkeit des Heiligen Geistes und den Aspekt, dass die J\u00fcnger Zeugen Jesu sein sollten:\u00a0<b><i>\u201eaber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Jud\u00e4a und Samarien und bis an das Ende der Erde\u201c<\/i><\/b>\u00a0(Apg\u00a01,8). Au\u00dferdem erkennt man, dass die Weltmission in \u201ekonzentrischen Kreisen\u201c ausgebreitet werden soll, wie die Wellen, die von einem ins Wasser fallenden Stein ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Zusammengefasst: Der Weltmissionsauftrag soll von Jesu J\u00fcngern befolgt werden, indem sie aktiv werden, das Evangelium predigen, Zeugnis von Jesus geben, taufen und Jesu Gebot lehren. Alle Menschen auf der ganzen Welt ohne Unterschied sollen auf diese Weise angesprochen werden. Bef\u00e4higt werden die J\u00fcnger f\u00fcr all dies durch den Heiligen Geist, und der Heilige Geist ist es auch, der die Zuh\u00f6rer letztendlich bekehrt und ihnen die Augen f\u00fcr das Evangelium \u00f6ffnet (Joh\u00a016,8). Jesu J\u00fcngern \u201emachen\u201c auf diese Weise neue J\u00fcnger Jesu, die den Auftrag ebenso befolgen sollen. Sie werden erfolgreich sein, weil Jesus Christus, ihrem Auftraggeber, alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist und er alle Tage bis ans Ende der Welt bei ihnen sein will.<\/p>\n<h3><a name=\"4\"><\/a>Kritik am Weltmissions-Verst\u00e4ndnis bei der UBF<\/h3>\n<p>Meine Kritik am Verst\u00e4ndnis und Praxis des Weltmissionsauftrags in der UBF m\u00f6chte ich in den folgenden sechs Punkten zusammenfassen:<\/p>\n<h4><a name=\"4.1\"><\/a>1.\u00a0Zu hoher Stellenwert der Mission als \u201eabsoluter Befehl\u201c<\/h4>\n<p>Der Weltmissionsauftrag ist ein eindringlicher Wille Jesu f\u00fcr seine Nachfolger mit testamentarischem Charakter. Gottes Wille ist es, dass alle Menschen errettet werden, und er m\u00f6chte die J\u00fcnger als seine Werkzeuge daf\u00fcr benutzen, das Evangelium der Errettung zu verk\u00fcnden. In UBF wird gelehrt, dass der Weltmissionsauftrag der \u201eabsolute Befehl\u201c Gottes f\u00fcr uns ist, dem wir mit h\u00f6chster Priorit\u00e4t dienen m\u00fcssen, und dem sich alles andere in unserem Leben unterordnen muss. Zugespitzt gesagt: Er muss wie ein oberster milit\u00e4rischer Einsatzbefehl von den \u201eSoldaten\u201c Christi befolgt werden, wobei sie, wie es im Krieg der Fall ist, auch gegen Moral, Ethik und Menschlichkeit versto\u00dfen k\u00f6nnen, Hauptsache das Ziel wird erreicht. Letztendlich heiligt dabei der Zweck die Mittel. Aufgrund dieser Denkweise wird es auch als erforderlich angesehen, die Mitarbeiter in eine Art milit\u00e4rische Befehlshierarchie einzubinden und wie Soldaten zu blindem Gehorsam zu \u201etrainieren\u201c.<\/p>\n<p>Die Bibel zeigt mir jedoch ganz klar, dass nicht der Weltmissionsauftrag das h\u00f6chste Gebot Jesu ist, sondern das Gebot der Liebe. In Mk\u00a012,29-31 steht:\u00a0<i>\u201eJesus aber antwortete ihm: Das h\u00f6chste Gebot ist das: \u00bbH\u00f6re, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gem\u00fct und von allen deinen Kr\u00e4ften\u00ab. Das andre ist dies: \u00bbDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u00ab. Es ist kein anderes Gebot gr\u00f6\u00dfer als diese.\u201c<\/i>\u00a0Und Joh\u00a015,12 erg\u00e4nzt:\u00a0<i>\u201eDas ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.\u201c<\/i>\u00a0Auch 1.Kor\u00a013,1 sagt:\u00a0<i>\u201eWenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re ich ein t\u00f6nendes Erz oder eine klingende Schelle.\u201c<\/i>Sicherlich leitet sich der Weltmissionsauftrag auch vom Gebot der Liebe ab, aber er ist als abgeleitetes Gebot nat\u00fcrlich diesem untergeordnet.<\/p>\n<p>Wenn das UBF-Verst\u00e4ndnis vom Stellenwert des Weltmissionsbefehls richtig w\u00e4re, sollte man auch erwarten, dass in den Briefen immer wieder als erstes ermahnt wird, den Weltmissionsbefehl zu befolgen. Tats\u00e4chlich wird der Weltmissionsbefehl Jesu aber in keinem Brief der Bibel erw\u00e4hnt. Es wird in den Briefen \u00fcberhaupt nicht einmal dazu aufgefordert, zu \u201emissionieren\u201c. Ich finde dies sehr erstaunlich, zumal der wichtigste Briefschreiber, Paulus, selbst ein gro\u00dfer Missionar war, und auch die anderen den Weltmissionsauftrag selbst angenommen hatten. Andere Themen werden in allen Briefen viel wichtiger genommen, n\u00e4mlich die Liebe, der Glaube, das Leben in der Wahrheit, die Freiheit vom Gesetz, die Warnung vor der S\u00fcnde, aber auch vor Irrlehrern und falschen Leitern, die Ermahnung zum Gebet usw.<\/p>\n<p>Als \u201eFrucht des Geistes\u201c werden in Gal\u00a05,22 nur genannt: \u201eLiebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, G\u00fcte, Treue, Sanftmut, Keuschheit.\u201c In UBF werden diese aber als \u201einnere\u201c Fr\u00fcchte gering geachtet gegen\u00fcber den sogenannten \u201e\u00e4u\u00dferen\u201c Fr\u00fcchten, den \u201egemachten J\u00fcngern\u201c. Wenn Jesus in Joh\u00a015,16 den J\u00fcngern sagt, dass sie bestimmt sind, \u201ehinzugehen und bleibende Fr\u00fcchte zu bringen\u201c, dann wird dies automatisch auf \u201egewonnene J\u00fcnger\u201c bezogen, und nicht auf die \u201eLiebe\u201c, die auch in Gal\u00a05,22 als wichtigste Frucht genannt ist. Dabei wird der genannte Vers Joh\u00a015,16 doch von Jesu Gebot der Liebe regelrecht \u201eumrahmt\u201c!<\/p>\n<p>Der oberste Leiter der UBF, Samuel Lee, lehrt im Grunde, dass zur Befolgung des Weltmissionsbefehls die weltliche Moral und Ethik \u201e\u00fcberwunden\u201c werden muss, genauso wie man im Krieg auch schon mal unschuldige Leute erschie\u00dfen muss, um den Sieg f\u00fcr sein Land zu erzielen. Das ist eine schreckliche Lehre. Es ist wahr, dass ein christliches Leben aus mehr als Moral und Ethik besteht \u2013 aber eben nicht aus weniger! So muss auch der Weltmissionsauftrag auf dem eigentlichen Gebot Jesu aufbauen, und nicht \u00fcber ihm stehen. Es wird Jesus nicht begeistern, wenn der Weltmissionsauftrag \u201efalsch\u201c befolgt wird, auch wenn es mit viel Eifer geschieht. In Mt\u00a023,15 klagt Jesus:\u00a0<i>\u201eWeh euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchzieht, damit ihr einen Judengenossen gewinnt; und wenn er&#8217;s geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der H\u00f6lle, doppelt so schlimm wie ihr.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Ich will damit nicht sagen, dass man den Weltmissionsauftrag als unwichtig ansehen soll. Aber wir sollen eben\u00a0<em>alles<\/em>\u00a0halten, was Jesus befohlen hat, nicht allein den Weltmissionsauftrag. Es ist gut, wenn der Auftrag weiter mit hohem Einsatz und Hingabe ausgef\u00fchrt wird. Aber dar\u00fcber darf das Wichtigste im christlichen Leben nicht vernachl\u00e4ssigt werden. Es geht darum, wieder die richtigen Priorit\u00e4ten zu setzen. Jesus klagte in Mt\u00a023,23 auch:\u00a0<i>\u201eWeh euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und K\u00fcmmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, n\u00e4mlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.\u201c<\/i><\/p>\n<p>In UBF wird der Weltmissionsauftrag nicht nur als h\u00f6chster Befehl Gottes, sondern auch als h\u00f6chster Sinn f\u00fcr unser Leben angesehen, sozusagen als unsere einzige Daseinsberechtigung und unser einziger Lebensinhalt. Er wird oft mit Gottes Befehl in 1.Mose\u00a01,28 gleichgesetzt (der eigentlich auch weniger ein Befehl ist als vielmehr ein \u201eSegenswort\u201c):\u00a0<i>\u201eUnd Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und f\u00fcllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet \u00fcber die Fische im Meer und \u00fcber die V\u00f6gel unter dem Himmel und \u00fcber das Vieh und \u00fcber alles Getier, das auf Erden kriecht.\u201c<\/i>\u00a0Das \u201efruchtbar sein\u201c wird dabei als \u201efruchtbar sein als J\u00fcngererzieher\u201c verstanden, was gut dazu passt, dass in UBF die \u201eFrucht\u201c eines Menschen haupts\u00e4chlich als die J\u00fcnger, die er in seinem Leben erzogen hat, verstanden wird. Diese Denkweise halte ich ebenfalls f\u00fcr problematisch; auch in dieser Hinsicht wird dem Weltmissionsauftrag ein zu hoher Stellenwert gegeben. Der Sinn unseres Lebens ist einfach der, dass wir damit Gott ehren und ihn erfreuen k\u00f6nnen, und dass wir einfach selbst in der engen Liebesbeziehung mit ihm zusammen mit unseren Geschwistern in Jesus leben k\u00f6nnen. Wer kann aber den \u201eSinn\u201c einer Liebesbeziehung ergr\u00fcnden? Daher war 1.Mose\u00a01,28 genauso wenig der ultimative Sinn f\u00fcr das Leben von Adam und Eva, wie es der Weltmissionsbefehl f\u00fcr uns heute sein kann. Beide sprechen n\u00e4mlich nicht \u00fcber die Beziehung zwischen Gott, dem Sch\u00f6pfer und Vater, und dem Gesch\u00f6pf, dem Menschen pers\u00f6nlich, dem dieser \u201eBefehl\u201c jeweils gilt. Diese Beziehung ist aber das wichtigste.<\/p>\n<h4><a name=\"4.2\"><\/a>2.\u00a0Vernachl\u00e4ssigung des Heiligen Geistes<\/h4>\n<p>Aus der Betrachtung der Textstellen wurde schon die Bedeutung des Heiligen Geistes f\u00fcr die Weltmission klar erkennbar. Auch wenn man die Apostelgeschichte liest, wird man immer wieder darauf hingewiesen, dass der Heilige Geist darin die Hauptrolle spielte. Die J\u00fcnger predigten nicht, weil sie es als einen \u201eBefehl\u201c ansahen, sondern weil sie vom Heiligen Geist erf\u00fcllt waren (Apg\u00a02,4; 4,31; 6,10; 18,25). Die Zuh\u00f6rer wurden gl\u00e4ubig, weil sie auch vom Heiligen Geist \u00fcberw\u00e4ltigt wurden (Apg\u00a010,44). Der Heilige Geist sonderte J\u00fcnger f\u00fcr spezielle Aufgaben aus (Apg\u00a013,2), er sandte sie aus (Apg\u00a013,4), sagte ihnen wohin sie gehen sollten (Apg\u00a019,21) und wohin nicht (Apg\u00a016,6.7), manchmal sogar zum wem (Apg\u00a08,29; 10,19); durch ihn wurden J\u00fcnger in \u00c4mter eingesetzt (Apg\u00a020,28), er half ihnen bei schwierigen Entscheidungen (Apg\u00a015,28), er best\u00e4tigte ihren Dienst (Apg\u00a020,23), durch ihn wurde auch geweissagt (Apg\u00a011,28) und in Zungen geredet (Apg\u00a019,6), er erf\u00fcllte ganz einfach ihre Herzen (Apg\u00a013,52). Kurz gesagt war die Weltmission in allen Bereichen das Werk des Heiligen Geistes. Es geschah nicht durch ausgekl\u00fcgelte Methoden und auch nicht allein durch den Eifer der J\u00fcnger. Entscheidend war lediglich die Bereitschaft und der Gehorsam der J\u00fcnger gegen\u00fcber Gott (Apg\u00a05,32), um den Heiligen Geist zu empfangen.<\/p>\n<p>In UBF wird dagegen die Rolle des Heiligen Geistes nicht hoch genug geachtet. In einer hierarchisch geordneten Befehlsstruktur wird auch kein Heiliger Geist mehr ben\u00f6tigt: Jeder gehorcht einfach seinem Leiter. Wenn man einen Leiter hat, braucht man keine Orientierung selber zu finden, keine Entscheidungen selber zu treffen und keine Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Fast alles ist vorgegeben. Deswegen braucht man auch keinen Heiligen Geist. Auch das starre Schema der UBF d\u00e4mpft den Heiligen Geist. \u201eErprobte\u201c Methoden, flei\u00dfige Routine, Training, ein starres Programm, lange vorbereitete und abgelesene Predigten und die Anweisungen der Leiter ersetzen die Leitung und das erf\u00fcllt sein durch den Heiligen Geistes.<\/p>\n<h4><a name=\"4.3\"><\/a>3.\u00a0Es wird mehr gelehrt zu halten, als Jesus befohlen hat<\/h4>\n<p>In Mt\u00a028,20a sagte Jesus:\u00a0<i>\u201eLehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.\u201c<\/i>\u00a0Wie gesagt ist damit haupts\u00e4chlich Jesu Gebot der Liebe gemeint, aber auch der Weltmissionsauftrag. In UBF wird dieses \u201eLehren\u201c nicht nur \u00fcberbetont, sondern es wird auch mehr gelehrt, zu halten, als das, was Jesus befohlen hat. Es ist sicherlich gut, regelm\u00e4\u00dfig die Bibel zu lesen. Aber Jesus hat nicht befohlen, dass wir dies einmal pro Woche, mit einem vorbereiteten Fragenbogen, mindestens eine Stunde lang und immer mit dem gleichen \u201eHirten\u201c als unserem Bibellehrer tun m\u00fcssen. Dies ist nichts anderes als eine Satzung, die UBF erfunden und seinen Mitgliedern auferlegt hat. Genauso ist es mit dem w\u00f6chentlichen Schreiben und Vortragen der \u201eStellungnahme\u201c. Hierzu geh\u00f6rt auch, dass ein UBF-Mitglied niemals den UBF-Sonntagsgottesdienst oder \u201eobligatorische\u201c UBF-Versammlungen vers\u00e4umen darf, auch nicht, wenn man stattdessen woanders zum Gottesdienst geht oder andere triftige Gr\u00fcnde hat, z.B. einen kranken Menschen pflegen m\u00f6chte. Kol\u00a02,20 sagt:\u00a0<i>\u201eWenn ihr nun mit Christus den M\u00e4chten der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt?\u201c<\/i>\u00a0In UBF wird eindeutig gelehrt, gewisse Dinge zu halten, die nicht einmal biblisch sind (z.B. die erw\u00e4hnte \u201eStellungnahme\u201c), weit \u00fcber das hinaus, was Jesus seinen J\u00fcngern befohlen hat zu halten. Apostel Paulus warnte in dieser Hinsicht:\u00a0<i>\u201eNicht \u00fcber das hinaus, was geschrieben steht!, damit sich keiner f\u00fcr den einen gegen den andern aufblase\u201c<\/i>(1.Kor\u00a04,6b). Es sei angemerkt, dass neben den erw\u00e4hnten Satzungen den Mitgliedern von UBF noch vieles weitere vorgeschrieben wird, das eine pers\u00f6nliche Entscheidung des Einzelnen sein sollte, z.B. an welchem Ort er oder sie wohnen soll und wen und wann er oder sie heiraten oder auch nicht heiraten soll.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist es sehr problematisch, dass sich jeder Mitarbeiter in UBF als \u201eBibellehrer\u201c identifizieren muss und beim Bibelstudium gegen\u00fcber anderen (au\u00dfer gegen\u00fcber seinem eigenen Bibellehrer) seine Autorit\u00e4t als \u201eLehrer\u201c aus\u00fcben muss. \u201eLehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe\u201c ist sicherlich nicht so gemeint. Jesus selbst wies auf diese Problematik hin:\u00a0<i>\u201eUnd ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus\u201c<\/i>\u00a0(Mt\u00a023,10). Dieses Wort Jesu wird in UBF \u00fcberhaupt nicht ernst genommen. Auch Jakobus warnt uns:\u00a0<i>\u201eLiebe Br\u00fcder, nicht jeder von euch soll ein Lehrer werden; und wisst, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden\u201c<\/i>\u00a0(Jak\u00a03,1). Paulus fragt die Gemeindeglieder rhetorisch:\u00a0<i>\u201eSind alle Lehrer?\u201c<\/i>\u00a0(1.Kor\u00a012,29).<\/p>\n<p>Als \u201eBibellehrer\u201c d\u00fcrfen wir uns keineswegs f\u00fcr \u201eLehrer der Unm\u00fcndigen\u201c (R\u00f6m\u00a02,20) halten. Unsere \u201eBibelsch\u00fcler\u201c sind, nachdem sie zum Glauben gekommen und wiedergeboren sind, m\u00fcndige B\u00fcrger im Reich Gottes. Wir k\u00f6nnen ihnen empfehlen, auf bestimmte Weise ihr Glaubensleben zu f\u00fchren, von unseren Erfahrungen (was uns half und was uns nicht half) berichten, sie ermutigen, sie ermahnen, aber wir sollen ihnen nicht unn\u00f6tige Lasten auferlegen, die ihnen im Endeffekt nicht einmal helfen, sondern sie nur m\u00fcde machen. In Apg\u00a015,8-10 sagt Petrus:\u00a0<i>\u201eGott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben. Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der J\u00fcnger legt, das weder unsre V\u00e4ter noch wir haben tragen k\u00f6nnen?\u201c<\/i>\u00a0Wir sollen die \u201eBibelsch\u00fcler\u201c zur M\u00fcndigkeit und Selbst\u00e4ndigkeit f\u00fchren und nicht ewig ihre \u201eBibellehrer\u201c bleiben, die ihnen st\u00e4ndig Anweisung geben.<\/p>\n<h4><a name=\"4.4\"><\/a>4.\u00a0Das Problem der \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c<\/h4>\n<p>UBF begn\u00fcgt sich nicht damit zu \u201elehren\u201c, sondern geht noch einen Schritt weiter, zum \u201eerziehen\u201c. In der Tat wird in UBF \u201eWeltmission\u201c mit \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c (einem typischen UBF-Schlagwort) gleichgesetzt. Dies ist ein sehr problematischer Punkt, den man als einen der Hauptkritikpunkte nennen muss. Wie synonym diese Begriffe in UBF gehandhabt werden, zeigt z.B. das \u201eT\u00e4gliche Brot\u201c der UBF vom 16.4.2001 mit dem Weltmissionsbefehl aus dem Matth\u00e4us-Evangelium als Leitvers. Es wird da noch ganz richtig zitiert: \u201eIhre Aufgabe war es, alle V\u00f6lker zu J\u00fcngern Jesu zu machen und sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen.\u201c Dann kommt das \u201eT\u00e4gliche Brot\u201c aber ganz unvermittelt zu dem Schluss: \u201eAlle Christen sollen J\u00fcngererzieher sein.\u201c W\u00e4hrend die Bibel davon sprach, J\u00fcnger zu \u201emachen\u201c, und zwar \u201ehingehend\u201c, \u201etaufend\u201c und \u201elehrend\u201c, liest das \u201eT\u00e4gliche Brot\u201c dies durch die \u201eUBF-Brille\u201c automatisch als J\u00fcnger \u201eerziehen\u201c. Dies wird dann auch im Gebet wiederholt: \u201eHerr, ich will deinem Befehl gehorchen und ein J\u00fcngererzieher sein.\u201c<\/p>\n<p>Ich muss hier einmal klar darauf hinweisen, welch bedeutenden Unterschied es zwischen \u201elehren\u201c und \u201eerziehen\u201c, und damit zwischen einem \u201eLehrer\u201c und einem \u201eErzieher\u201c gibt. \u201eErzieher\u201c sind haupts\u00e4chlich die Eltern. Allenfalls wird noch eine gewisse Erziehung im Kindergarten geduldet, aber es wird schon problematisch, wenn sich Grundschullehrer in die Erziehung einmischen. Absurd wird es schlie\u00dflich bei erwachsenen Menschen. \u201eLehre\u201c und \u201eintensive Betreuung\u201c ist etwas anderes als \u201eErziehung\u201c. Kein Doktorand w\u00fcrde von seinem Doktorvater sagen, dass er sein \u201eErzieher\u201c sei, selbst wenn er sich v\u00f6llig als dessen \u201eSch\u00fcler\u201c (\u201eJ\u00fcnger\u201c) identifizieren kann. Erzieher m\u00fcssen eine besondere Autorit\u00e4t f\u00fcr die Erziehung haben. Ich darf und soll beispielsweise mein eigenes Kind (bis zu einem gewissen Alter) erziehen. Aber ich darf nicht das Kind von meinem Nachbarn erziehen, selbst wenn ich das besser k\u00f6nnte, au\u00dfer wenn er mich dazu besonders erm\u00e4chtigt h\u00e4tte, oder beispielsweise ein befugtes Gericht mich aus irgendeinem Grund als Vormund eingesetzt h\u00e4tte. Um das \u201eErziehungsprogramm\u201c durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, hat UBF k\u00fcnstliche Autorit\u00e4tsstrukturen geschaffen (was in UBF die \u201egeistliche Ordnung\u201c genannt wird), die st\u00e4ndig durch Gehorsam gegen\u00fcber diesen Autorit\u00e4ten eingefordert werden, um sie aufrecht zu erhalten. Dies alles ist ebenfalls grunds\u00e4tzlich nicht biblisch (Mt\u00a023,8; Mk\u00a010,42.43 u.v.a.m.) und hat in vielen F\u00e4llen zu erheblichen Problemen durch Autorit\u00e4tsmissbrauch gef\u00fchrt, was beim s\u00fcndigen herrschen wollenden Charakter der Menschen vorhersagbar ist. Dies ist aber ein eigenes Thema und muss an anderer Stelle ausf\u00fchrlich untersucht werden.<\/p>\n<p>Der Sprung von einem, der \u201elehrt, alles zu halten, was Jesus befohlen hat\u201c (Mt\u00a028,20) zu einem \u201eErzieher der Unverst\u00e4ndigen\u201c, einem \u201eLehrer der Unm\u00fcndigen \u201c (R\u00f6m\u00a02,20), scheint f\u00fcr UBF-gew\u00f6hnte Mitarbeiter klein zu sein. Er f\u00e4llt ihnen im \u201eT\u00e4glichen Brot\u201c oder in Predigten kaum noch auf. Doch weder in den f\u00fcnf zitierten Bibelstellen mit dem Weltmissionsauftrag noch sonst irgendwo sagt die Bibel, dass wir \u201eJ\u00fcngererzieher\u201c sein sollen. Es ist einer der typischen UBF-Begriffe, die es in der Bibel \u00fcberhaupt nicht gibt. Das Wort \u201eErzieher\u201c kommt in der Bibel (ich habe in der Lutherbibel 1984 gesucht) nur in R\u00f6m\u00a02,20 und in 1.Kor\u00a04,15 (als \u201epaidagogos\u201c, was eigentlich kein \u201eErzieher\u201c in unserem Sinne ist) vor, beide Male aber eher in negativem Sinne. Das Substantiv \u201eErziehung\u201c kommt in der Bibel \u00fcberhaupt nur drei Mal vor: In 5.Mose\u00a011,2 und Hebr\u00a012,5.7 als \u201eErziehung durch den Herrn\u201c, und in 2.Tim\u00a03,16 als \u201eErziehung zur Gerechtigkeit durch die Schrift\u201c. Das Verb \u201eerziehen\u201c kommt in der Bibel au\u00dfer im Zusammenhang mit der schulischen Ausbildung (2.K\u00f6n\u00a010,6; Dan\u00a01,5; Apg\u00a013,1) im Alten Testament nur ein paar Mal in Verbindung mit dem Volk Israel vor, das von Gott erzogen wurde, im Neuen Testament aber nur in Eph\u00a06,4 beim Thema Kindererziehung! In 5.Mose\u00a08,5 werden die beiden wichtigen biblisch fundierten Arten von echter Erziehung zusammen aufgef\u00fchrt:\u00a0<i>\u201eSo erkennst du ja in deinem Herzen, da\u00df der\u00a0Herr, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann seinen Sohn erzieht.\u201c<\/i>\u00a0Dass Christen \u201eJ\u00fcngererzieher\u201c sein sollen, wird von der Bibel \u00fcberhaupt nicht unterst\u00fctzt. Wenn Jesus gewollt h\u00e4tte, dass wir \u201eJ\u00fcngererzieher\u201c sein sollen, h\u00e4tte er das auch genau so in seinem Auftrag an die J\u00fcnger gesagt. Jesus lehrte Petrus, dass er Menschen f\u00fcr Jesus \u201efangen\u201c (Lk\u00a05,10) und sie als Jesu L\u00e4mmer \u201eweiden\u201c (Joh\u00a021,15) sollte. Er gebot ihm aber niemals, sie zu \u201eerziehen\u201c. \u00dcbrigens fand ich au\u00dfer im \u201eT\u00e4glichen Brot\u201c in keinem Bibelkommentar zu Mt\u00a028,20 \u00fcberhaupt nur eine Assoziation zu dem Wort \u201eErziehung\u201c. Es ist sehr eigenartig, dass das \u201eT\u00e4gliche Brot\u201c aus diesem Vers die Quintessenz zieht, dass man ein \u201eJ\u00fcngererzieher\u201c sein muss.<\/p>\n<p>In UBF wird der Schwerpunkt auf etwas gelegt, das Gott gar nicht von uns will. Er will \u00fcberhaupt nicht, dass wir unsere Mitmenschen und Christen st\u00e4ndig erziehen. Das macht er selber. Er will, dass wir uns zuallererst liebevoll um sie k\u00fcmmern, und als Br\u00fcder f\u00fcr sie da sind. Gelegentlich kann eine (auch starke) Ermahnung als Bruder n\u00fctzlich und n\u00f6tig sein. Aber die \u201eErziehung\u201c in UBF geht leider viel weiter. Mindestens zwei bekannte \u201eExtremisten\u201c in UBF (Samuel Lee in Chicago und Peter Chang in Bonn) gingen sogar so weit, Schl\u00e4ge als \u201eErziehungsma\u00dfnahme\u201c anzuwenden. So etwas beklagte \u00fcbrigens schon Paulus in 2.Kor\u00a011,20:\u00a0<i>\u201eIhr ertragt es, wenn euch jemand knechtet, wenn euch jemand ausn\u00fctzt, wenn euch jemand gefangen nimmt, wenn euch jemand erniedrigt, wenn euch jemand ins Gesicht schl\u00e4gt.\u201c<\/i>\u00a0Es werden im Extremfall nicht nur \u201eunmenschliche\u201c Ma\u00dfnahmen ergriffen, sondern vor allem unangemessene Ma\u00dfnahmen, die man oft nur als \u201egeistlichen Missbrauch\u201c bezeichnen kann. Hier zeigt sich auch ein falsches Menschenbild in der UBF. Studenten und Mitarbeiter sind erwachsene Menschen und keine Kinder. Erziehungsmethoden, wie man sie bei kleinen Kindern anwendet, sind hier fehl am Platze und schaden nur.<\/p>\n<p>In UBF wird auch behauptet, dass Jesus die J\u00fcnger drei Jahre lang \u201eerzogen\u201c h\u00e4tte, dass wir also dem Vorbild Jesu folgen, wenn wir ebenfalls J\u00fcnger \u201eerziehen\u201c. Zu einer derartigen Argumentation muss zun\u00e4chst einmal warnend gesagt werden, dass wir zwar Jesu Nachfolger sind, aber es dennoch einen prinzipiellen Unterschied gibt zwischen Jesus selbst, der Gott ist (Joh\u00a010,30), und seinen Nachfolgern. In Mt\u00a023,8 hei\u00dft es:\u00a0<i>\u201eAber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Br\u00fcder.\u201c<\/i>\u00a0Wir d\u00fcrfen nicht die \u201eMeister-Rolle\u201c von Jesus einnehmen! In anderer Hinsicht ist es \u00e4hnlich. \u201eErziehungsobjekte\u201c verurteilt man sehr schnell, aber Jak\u00a04,12 warnt uns:\u00a0<i>\u201eEiner ist der Gesetzgeber und Richter, der selig machen und verdammen kann. Wer aber bist du, dass du den N\u00e4chsten verurteilst?\u201c<\/i>Aber selbst wenn wir nicht diesen Unterschied zwischen Jesus und seinen J\u00fcngern machen w\u00fcrden: Hat Jesus seine J\u00fcnger wirklich in dem Sinne \u201eerzogen\u201c wie UBF es macht? Hat er sie in ein w\u00f6chentlich sich wiederholendes Schema von Versammlungen, Bibelstudien, Stellungnahmen usw. gepresst? Hat er sie gezwungen, etwas zu tun oder zu lassen? Im Wesentlichen hat er sie gelehrt und ihnen sein gutes Vorbild gezeigt, er hat ihnen alles \u201evorgelebt\u201c. Es war kein \u201eLehren von der Kanzel herab\u201c und kein \u201eErziehen mit dem Stock\u201c. Jesus ist der Meisterp\u00e4dagoge, und wenn die UBF sich ihn als Vorbild nehmen will, soll sie das wirklich tun, und die Menschen so behandeln, wie Jesus sie behandelt hat.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie die \u201eErziehung\u201c wird in UBF auch das \u201eTraining\u201c angesehen. Hierf\u00fcr gilt auch genau das gleiche: Es ist ein UBF-Begriff, der in der Bibel nicht vorkommt. Das Wort \u201e\u00dcbung\u201c kommt an genau einer Stelle vor, n\u00e4mlich in 1.Tim\u00a04,8, wo es hei\u00dft:\u00a0<i>\u201eDenn die leibliche \u00dcbung ist wenig n\u00fctze; aber die Fr\u00f6mmigkeit ist zu allen Dingen n\u00fctze und hat die Verhei\u00dfung dieses und des zuk\u00fcnftigen Lebens.\u201c<\/i>\u00a0\u201eTrainiert\u201c werden Hunde oder Delphine. Auf keinen Fall soll aber ein J\u00fcnger Jesu einen anderen in irgendeinem geistlichen Sinn \u201etrainieren\u201c. Manchmal mache ich mit einem Bruder Jogging. Aber auch dabei laufen wir zusammen. Ich lasse mich nicht von ihm zum schnelleren Laufen antreiben, w\u00e4hrend er auf der Bank sitzt. Von Training und Erziehung ist es nur ein kleiner Schritt zu Kontrolle und Manipulation. \u201eHirtentraining\u201c und \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c sind zwei destruktive, unbiblische Elemente in UBF, die nicht mehr gelehrt und praktiziert werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Jesus m\u00f6chte, dass wir die Menschen zu J\u00fcngern mit selbst\u00e4ndigem Glauben machen, die nicht nur mit der Hilfe des Heiligen Geistes gl\u00e4ubig und wiedergeboren wurden, sondern ihrerseits in ihrem weiteren Glaubensleben nur von Gott abh\u00e4ngen und sich vom Heiligen Geist leiten lassen. In UBF werden die Mitglieder aber von ihren Hirten und Leitern abh\u00e4ngig gemacht. Die Leiter haben kein Vertrauen darauf, dass der Heilige Geist in den anderen wirkt und sie auch weiter leitet. Deswegen meinen sie, die anderen st\u00e4ndig kontrollieren zu m\u00fcssen, ihre Zeit durch verschiedene Programme und Aufgaben v\u00f6llig verplanen zu m\u00fcssen, und sie bis zum Ende bevormunden und erziehen zu m\u00fcssen. Wie anders handelten da Paulus und Barnabas auf ihrer ersten Missionsreise:\u00a0<i>\u201eUnd sie setzten in jeder Gemeinde \u00c4lteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gl\u00e4ubig geworden waren\u201c<\/i>\u00a0(Apg\u00a014,23). Sie vertrauten darauf, dass Gott die Gemeinden, die aus ganz neu Bekehrten bestanden, auch ohne ihre \u201eErziehung\u201c, \u201eTraining\u201c und \u201eKontrolle\u201c bewahren und leiten w\u00fcrde. Sie setzen in jeder Gemeinde \u201e\u00c4lteste\u201c ein (und nicht einen Leiter, der alles bestimmen sollte). Als ihre Hauptverantwortung sahen sie es an, f\u00fcr sie von ganzem Herzen zu beten. \u00dcbrigens ist dies die einzige Stelle, an der w\u00f6rtlich steht (Apg\u00a014,21), dass gem\u00e4\u00df dem Ausdruck in Mt\u00a028,19 \u201eJ\u00fcnger gemacht\u201c wurden (nach anderen \u00dcbersetzungen wurden die J\u00fcnger allerdings \u201egewonnen\u201c).<\/p>\n<h4><a name=\"4.5\"><\/a>5.\u00a0Mangelnde Praxis und Verst\u00e4ndnis der Taufe<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend UBF sich auf der einen Seite so sehr um Dinge bem\u00fcht, die\u00a0<em>nicht<\/em>\u00a0im Weltmissionsauftrag gefordert sind, werden andere Dinge, die ausdr\u00fccklich genannt werden, v\u00f6llig ignoriert. Dass die Leitung und die Wirksamkeit des Heiligen Geistes nicht wirklich wichtig genommen wird, und durch die Kontrolle und \u201eErziehung\u201c von Menschen ersetzt wird, habe ich schon erw\u00e4hnt. Es wird aber auch Jesu Anweisung ignoriert, dass zum \u201eJ\u00fcnger machen\u201c die\u00a0<em>Taufe<\/em>\u00a0als wesentliches Element dazugeh\u00f6rt. Aus der Textstelle im Matth\u00e4us-Evangelium geht dies eindeutig hervor:\u00a0<i>\u201eDarum gehet hin und machet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker:\u00a0<b>Taufet<\/b>\u00a0sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes&#8230;\u201c<\/i>\u00a0(Mt\u00a028,19). Auch das Markus-Evangelium betont die Wichtigkeit der Taufe:<i>\u201eGehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und\u00a0<b>getauft<\/b>\u00a0wird, der wird selig werden; &#8230;\u201c<\/i>\u00a0(Mk\u00a016,15b.16a).<\/p>\n<p>Das ist zwar nicht mein Hauptkritikpunkt, aber ich will diesen Punkt hier dennoch erw\u00e4hnen. In UBF gibt es weder Praxis noch Verst\u00e4ndnis der Taufe, und man hat sich auch nie darum bem\u00fcht, solches zu erlangen (\u00e4hnliches gilt \u00fcbrigens f\u00fcr das Abendmahl!). Die Stellen, an denen \u201eTaufe\u201c vorkommt, werden in UBF \u00fcberlesen, oder es wird als rein symbolischer Ausdruck f\u00fcr \u201eBu\u00dfe tun\u201c abgetan. Zwar h\u00e4ngt beides zusammen, aber nat\u00fcrlich ist \u201eBu\u00dfe tun\u201c kein einmaliger Akt wie die Taufe, die daher etwas besonderes ist. Petrus nannte beides auch getrennt, als er sagte:\u00a0<i>\u201eTut Bu\u00dfe, und jeder von euch lasse sich taufen&#8230;\u201c<\/i>\u00a0(Apg\u00a02,38). Die Apostelgeschichte macht hinreichend deutlich, wie wichtig die J\u00fcnger die Taufe nahmen.<\/p>\n<p>Neugeborene Kinder werden in UBF nicht getauft. Dies kann man sehr wohl biblisch begr\u00fcnden. Aber die Kindertaufe in den Landeskirchen wird \u201eanerkannt\u201c, d.h. Christen, die erst in UBF zum pers\u00f6nlichen Glauben gekommen sind, werden nicht \u201ewieder\u201c getauft. Dies kann man vielleicht auch noch begr\u00fcnden. Aber seltsamerweise werden auch diejenigen nicht getauft, die in UBF zum Glauben gekommen sind, aber nicht als Kind getauft wurden. Sie werden auch nicht ermutigt, sich anderswo taufen zu lassen. Auch die Kinder der Missionare werden nicht getauft, weder als Kind, noch als Jugendlicher, noch als Erwachsener. Es ist nicht so, dass eine Taufe grunds\u00e4tzlich abgelehnt wird. Es gab sicherlich auch als die Regel best\u00e4tigende Ausnahmen gelegentlich Taufen in UBF (meist in \u201enicht-christlichen\u201c Missionsl\u00e4ndern), dann aber meist gem\u00e4\u00df einem nicht sehr biblischen koreanischen Ritus des Bespritzens mit Wasser. Wenn jemand sehr dr\u00e4ngen w\u00fcrde, getauft zu werden, w\u00fcrde er es je nach Ort und Leiter auch durchsetzen k\u00f6nnen (\u00e4hnliches gilt wiederum f\u00fcr das Abendmahl, das in UBF auch schon gefeiert wurde, allerdings extrem selten).<\/p>\n<p>Was hier haupts\u00e4chlich zu kritisieren ist, ist nicht, dass UBF ein falsches Verst\u00e4ndnis der Sakramente h\u00e4tte oder sie abschaffen m\u00f6chte. Das Problem ist vielmehr, dass UBF hier \u00fcberhaupt kein Verst\u00e4ndnis hat, und auch keine Ambition, ein solches zu entwickeln, obwohl dies eine wichtige Lehre der Bibel und Teil des Weltmissionsauftrags ist. Weil \u00fcber die Sakramente in UBF nichts gelehrt wird, werden sie von den meisten Leitern und Mitarbeitern am liebsten ignoriert und beim Bibelstudium geflissentlich \u201e\u00fcberlesen\u201c. Dies hat auch damit zu tun, dass die Lehre, Bibel-Auslegung und Praxis in UBF in der \u201eLeiter-Pyramide\u201c von oben nach unten durchgegeben werden: Die Predigten des Leiters werden mehr oder weniger kopiert. Der Leiter bestimmt auch allein das \u201eProgramm\u201c, und damit, was f\u00fcr die Praxis als wichtig und was als unwichtig anzusehen ist. Da der oberste Leiter Samuel Lee anscheinend kein Interesse an Taufe und Abendmahl hat oder kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr entwickelt hat, sind sie in ganz UBF bedeutungslos. Die Philosophie der \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c von Samuel Lee ist hingegen f\u00fcr jedes UBF-Mitglied selbstverst\u00e4ndliche Grundlage seines Wirkens.<\/p>\n<p>An diesem Beispiel zeigt sich sehr deutlich der \u201ebiblische Relativismus\u201c in UBF. Auf der einen Seite tut man so, als n\u00e4hme man die Bibel als einzigen Ma\u00dfstab und jedes ihrer Gebote sehr ernst. Auf der anderen Seite ignoriert man klare Anweisungen in der Bibel, und versucht, auf eigene Weise bestimmte Dinge durchzuf\u00fchren. Man spielt die Bibel gegen sich selbst aus. Was wichtig und was richtig ist, entscheidet dabei letztlich der Leiter. In solchen ungesunden hierarchischen Strukturen ist daher letztlich auch immer die Lehre ungesund und neigt sehr leicht zum Extremen, egal in welche Richtung. Es ist in diesem Zusammenhang eine sehr interessante Beobachtung, dass in den \u201eInternational Churches of Christ\u201c (\u201eICC\u201c), einer sekten\u00e4hnlichen Gemeinde, die ansonsten ganz \u00e4hnlich wie UBF arbeitet, gerade auch die Taufe ein gro\u00dfes Lehrproblem ist. In der ICC wird n\u00e4mlich gelehrt, dass die Taufe zur Errettung notwendig sei, wobei im Grunde genommen nur die Taufe bei ICC als eine echte Taufe angesehen wird. Dies ist gerade das andere Extrem zur Lehre der UBF, dass die Taufe unwichtig sei.<\/p>\n<p>Ein wenig zynisch gesagt, hat UBF den Missionsbefehl in Mt\u00a028 etwa so uminterpretiert: \u201eDarum gehet hin und erziehet zu UBF-Hirten alle Studenten: Ihr braucht sie nicht zu taufen, aber lehret sie halten alles, was Samuel Lee euch befohlen hat (z.B. w\u00f6chentliche Stellungnahmen zu schreiben).\u201c<\/p>\n<p>(Auf neuerliche Entwicklungen hinsichtlich der Taufpraxis von UBF wird in den nachtr\u00e4glichen Anmerkungen weiter unten eingegangen.)<\/p>\n<h4><a name=\"4.6\"><\/a>6.\u00a0\u201ePatriotische\u201c Weltmission und Suchen eigener Ehre<\/h4>\n<p>Viele Christen sehen den Weltmissionsauftrag als etwas Besonderes an, separiert vom Alltagsleben, Predigten in der Kirche, \u201eInlandsmission\u201c, \u201egew\u00f6hnlicher\u201c Evangelisation usw. Auch in UBF herrscht im Grunde die Meinung, dass der Weltmissionsauftrag ein \u201ebesonderer\u201c, n\u00e4mlich der \u201ewichtigste\u201c und \u201eh\u00f6chste\u201c Auftrag an die Christen ist, und man ist sehr stolz darauf, dass UBF diesen Befehl erkannt hat und ausf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Aus Apg\u00a01,8 geht aber klar hervor, dass die Mission in der Heimatstadt und im eigenen Land genauso wichtig ist, zum Weltmissionsauftrag dazugeh\u00f6rt, und dass man mit der Weltmission \u201evor der eigenen Haust\u00fcr\u201c anfangen soll.<\/p>\n<p>Man denkt provokativ gesagt in UBF, dass man vor Gott gr\u00f6\u00dfere Ehre erlangen kann, wenn man als \u201eMissionar\u201c in ein fernes Land geht, anstatt als \u201eHirte\u201c im eigenen Land zu wirken. UBF ist in vieler Hinsicht von \u201eEhrsucht\u201c getrieben. Man will irgendwie \u201egro\u00df\u201c sein. Begeisterung f\u00fcr die Weltmission wurde bei den Koreanern nicht nur durch die Bibel, sondern auch dadurch geweckt, dass Koreaner durch die Geschichte ihres Landes als ein \u201eMauerbl\u00fcmchen\u201c mit Minderwertigkeitskomplexen beladen sind und gerne einmal \u201edie Welt erobern\u201c wollen, anstatt immer nur erobert zu werden. Sie hatten anfangs sogar den Schlachtruf \u201eBibel Korea \u2013 Weltmission\u201c. Das Motto war \u201eConquer the World with the Gospel\u201c mit 1.Mose\u00a01,28 im Hinterkopf (\u201e&#8230; f\u00fcllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet&#8230;\u201c). Wenn man solchen Eifer hat, sollte man sich pr\u00fcfen, ob seine Motive v\u00f6llig rein sind. Es ist in dieser Hinsicht auch \u201everd\u00e4chtig\u201c, dass in UBF sp\u00e4ter kaum Missionare von anderen L\u00e4ndern ausgesandt wurden, sondern immer noch fast alle Missionare aus Korea kommen, so dass in UBF das Wort \u201eMissionar\u201c fast synonym mit \u201eKoreaner\u201c ist. \u00dcberhaupt werden Titel in UBF sehr gerne benutzt. Jeder Mitarbeiter ist entweder \u201eMissionar\u201c oder \u201eHirte\u201c und muss auch st\u00e4ndig mit diesem Titel bezeichnet werden. Auch weltliche Titel, besonders der Doktortitel, werden sehr gesch\u00e4tzt. F\u00f6rdert solche Titel-Liebe nicht zu sehr, dass wir Ehre voneinander nehmen und auf Anerkennung aus sind? Die Titel schaffen auch k\u00fcnstliche Unterschiede zwischen den Mitarbeitern. Jesus empfahl (oder befahl?) jedenfalls, dass wir uns alle nur als Br\u00fcder verstehen und nicht mit besonderen Titeln schm\u00fccken sollen (Mt\u00a023,7-10). Inzwischen wird es in UBF aber schon als unh\u00f6flich angesehen, wenn man jemanden nicht mit seinem Titel \u201eMissionar\u201c oder \u201eHirte\u201c anredet. Die Bezeichnung \u201eMissionar\u201c gibt es \u00fcbrigens in der Bibel \u00fcberhaupt nicht (nur die Bezeichnung \u201eApostel\u201c und \u201eEvangelist\u201c) und auch der \u201eHirte\u201c war ein besonderes Amt, kein Titel. Eph\u00a04,11 sagt:\u00a0<i>\u201eUnd er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, &#8230;\u201c<\/i>\u00a0Als Titel wurden solche Amtsbezeichnungen in der Urgemeinde jedenfalls nicht benutzt. Selbst von so \u201ehochstehenden\u201c Pers\u00f6nlichkeiten wie Petrus, Johannes, Jakobus, Paulus oder Markus wurde nicht als \u201eApostel Petrus\u201c, \u201eSankt Johannes\u201c, \u201eGeneraldirektor Jakobus\u201c, \u201eMissionar Paulus\u201c oder \u201eEvangelist Markus\u201c geredet. Petrus nannte Paulus einfach \u201eunseren Bruder Paulus\u201c (2.Petr\u00a03,15). Paulus nannte seinen Mitarbeiter Timotheus auch nur \u201eunser Bruder Timotheus\u201c (Kol\u00a01,1; Hebr\u00a013,23). Gew\u00f6hnlich nannten sie sich aber einfach nur beim Vornamen. Paulus schrieb z.B. \u201egr\u00fc\u00dft die Priska und den Aquila\u201c (R\u00f6m\u00a016,3) und nicht \u201egr\u00fc\u00dft die Hirtin Priska und den Hirten Aquila\u201c.<\/p>\n<p>Man muss leider sagen, dass die \u201eOrganisation\u201c UBF und ihre Leiter, besonders ihr oberster Leiter Samuel Lee, sehr nach Ehre streben und danach, \u201egro\u00df\u201c zu sein \u2013 obwohl sie eigentlich wissen, dass Jesus das \u201egro\u00df sein\u201c radikal umdefiniert hat (Mk\u00a09,34-37). Das trotz allen Bibellesens falsche Verst\u00e4ndnis von Gr\u00f6\u00dfe, im Grunde ein \u201eElite-Bewusstsein\u201c, zeigt sich auch darin, dass als Missionsl\u00e4nder seltsamerweise die reichen christlichen Industriel\u00e4nder USA und Deutschland als besonders wichtig angesehen werden, dass die \u201eintellektuellen Studenten\u201c als einzige \u201eJ\u00fcngerkandidaten\u201c betrachtet werden, wobei in den USA auch noch Wei\u00dfe gegen\u00fcber Farbigen bevorzugt eingeladen und \u201eerzogen\u201c werden, und dass UBF-Mitglieder mit Doktortiteln besonders hoch angesehen werden (der Leiter hat gleich zwei Titel, die er nebenbei bemerkt auf sehr fragw\u00fcrdige Weise gewonnen hat). In letzter Zeit wurde in UBF sogar \u201eProfessorhirte\u201c zu sein als besonders erstrebenswertes Lebensziel propagiert. Das Elite-Denken der UBF zeigt sich auch darin, dass man nicht mit anderen Gemeinden, Kirchen oder Missionsgesellschaften zusammen arbeitet.<\/p>\n<p>Die nationalen Grenzen werden sehr wichtig genommen und z.B. \u201eDeutschland\u201c als (zuk\u00fcnftige) \u201ek\u00f6nigliche Priesterschaft\u201c deklariert. Die Bibel sagt jedoch, dass die \u201ek\u00f6nigliche Priesterschaft\u201c aus den verstreuten Christen (1.Petr\u00a01,1; 2;9) in allen Nationen besteht, und dass wir nicht mehr in den begrenzenden Kategorien der Welt denken sollen. Gerade der Weltmissionsauftrag (\u201ealle Welt\u201c, \u201ealle V\u00f6lker\u201c, \u201ealle Kreatur\u201c) macht deutlich, dass Nationalit\u00e4t, Rasse, Bildung, Intelligenzquotient usw. bei der Verk\u00fcndigung des Evangeliums keine Rolle spielen sollen. Auch andere Stellen machen dies ganz klar:\u00a0<i>\u201eEs ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist \u00fcber alle derselbe Herr, reich f\u00fcr alle, die ihn anrufen. Denn \u00bbwer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden\u00ab<\/i>\u00a0(R\u00f6m\u00a010,12.13).\u00a0<i>\u201eHier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus\u201c<\/i>\u00a0(Gal\u00a03,28).\u00a0<i>\u201eLiebe Br\u00fcder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person\u201c<\/i>\u00a0(Jak\u00a02,1).\u00a0<i>\u201eUnd ich sah einen andern Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verk\u00fcndigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und St\u00e4mmen und Sprachen und V\u00f6lkern\u201c<\/i>\u00a0(Offb\u00a014,6).<\/p>\n<p>In diesem Sinne ist auch noch einmal genau zu pr\u00fcfen, ob es richtig ist, ein Missionswerk, das auf der Basis von \u201evollwertigen\u201c und von anderen abgekapselten Gemeinden arbeitet, sich allein Studenten widmet, oder anders gesagt, dass UBF also nicht \u201eWeltmission\u201c sondern \u201eWeltcampusmission\u201c betreibt. Dass die Gemeinden dadurch so \u201ehomogen\u201c sind, hat durchaus negative Folgen. \u00c4ltere, erfahrenere Gemeindeglieder mit anderen Hintergr\u00fcnden h\u00e4tten die Probleme in UBF viel eher erkennen und warnend und korrigierend wirken k\u00f6nnen. Schlecht ist auch der fixierte Blick auf allein die Studenten als \u201eObjekte\u201c der Weltmission. Dabei wird leicht vergessen, dass die eigenen Verwandten, Freunde, Arbeitskollegen usw. genauso das Evangelium n\u00f6tig haben \u2013 sie werden jedoch vernachl\u00e4ssigt, weil sie keine Studenten sind.<\/p>\n<p>Mission wird in UBF auch haupts\u00e4chlich so verstanden, dass UBF-Mitglieder gewonnen werden m\u00fcssen. Es wird nur das getan, was in diesem Sinne effektiv ist. Das Bibellesen mit jemandem, der in einer anderen Gemeinde beheimatet ist, oder bei dem keine Aussicht besteht, dass er Mitglied von UBF wird, wird in diesem Sinne als ineffektiv angesehen und vermieden. Es werden keine allgemeinen Traktate \u00fcber das Evangelium verteilt, sondern nur Einladungen direkt zu UBF. In UBF werden keine Heime, Krankenh\u00e4user oder Gef\u00e4ngnisse besucht, weil dort keine Mitglieder f\u00fcr UBF gewonnen werden k\u00f6nnen. Die Mission an den eigenen Eltern oder Verwandten, ich erw\u00e4hnte es bereits, wird auch in diesem Sinne als unwichtig angesehen. Aus dem gleichen Grund wird auch die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden als unproduktiv betrachtet. Soziale Arbeit und Unterst\u00fctzung Bed\u00fcrftiger vergr\u00f6\u00dfert ebenfalls nicht UBF und wird deshalb f\u00fcr unwichtig gehalten. Doch Jak\u00a01,27 sagt:\u00a0<i>\u201eEin reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Tr\u00fcbsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.\u201c<\/i>\u00a0Die Waisen und Witwen zu besuchen, wird einem keine gro\u00dfe Ehre einbringen und auch nicht die Gemeinde oder Organisation vergr\u00f6\u00dfern. Trotzdem stellte es Jakobus als Musterbeispiel eines Dienstes vor, der Gott gef\u00e4llt. Wie Abraham gelebt hat, sieht aus der Sicht von UBF ebenfalls sehr ineffektiv und fruchtlos aus. Er hat in Zelten gelebt und Vieh gez\u00fcchtet. Mangels Bibel konnte er kein Bibelstudium machen, es ist nicht bekannt, ob er \u201eStellungnahmen\u201c oder \u00e4hnliches schrieb (vielleicht konnte er gar nicht schreiben) und ob er den Sabbat hielt (die 10\u00a0Gebote gab es noch nicht), auch hat er nicht aktiv gepredigt oder missioniert. Und dennoch kann er als der Vater der Weltmission angesehen werden (1.Mose\u00a012,3).<\/p>\n<p>Wenn neue UBF-Gemeinden gegr\u00fcndet werden, wird dies in UBF stets \u201ePionierung\u201c genannt, auch wenn es in dem Missionsfeld bereits zahlreiche christliche Gemeinden gibt. Viele UBF-Missionare werden gerne als \u201ePioniere\u201c ausgesandt, denn dadurch k\u00f6nnen Sie sich dem Druck entziehen, der st\u00e4ndig auf UBF-Mitglieder ausge\u00fcbt, und stattdessen ihrerseits in dem von ihnen neu gegr\u00fcndeten \u201eZentrum\u201c frei schalten und walten, und auf andere Druck aus\u00fcben. Als besonders problematisch ist anzusehen, dass die \u201ePioniere\u201c mit dem erkl\u00e4rten Ziel in das Missionsfeld gehen, langfristig als Leiter in den von ihnen gegr\u00fcndeten Gemeinden zu fungieren. Selbst nach 40\u00a0Jahren UBF-Mission sind in fast allen UBF-Gemeinden noch die Koreaner die Leiter, von denen diese Gemeinden gegr\u00fcndet wurden. Dies ist eine sehr ungesunde und gef\u00e4hrliche Praxis. Normalerweise versuchen christliche Missionare, relativ schnell einheimische \u00c4lteste als Leiter in den von ihnen gegr\u00fcndeten Gemeinden einzusetzen, denn es ist aus der Praxis hinreichend bekannt, dass es sonst fast zwangsl\u00e4ufig auf Dauer zu Problem kommt. Diese Vorgehensweise findet man auch, wie oben bereits erw\u00e4hnt, in der Bibel in der Apostelgeschichte beschrieben. Die Missionare der UBF bleiben aber nicht nur langfristig Leiter, sondern machen sich oft auch finanziell von ihrer Gemeinde abh\u00e4ngig, indem sie ihren Lebensunterhalt von den Opfergeldern bestreiten, die sie von ihren Gemeindemitgliedern einsammeln. Sie sehen \u201eihre\u201c Gemeinde auch oft als ihr Eigentum und ihr Lebenswerk an, auf das sie stolz sind, und k\u00f6nnen als Gemeindeleiter schlie\u00dflich gar nicht mehr zur\u00fccktreten, weil sie sonst sowohl ihre finanzielle Lebensgrundlage als auch ihren vermeintlichen Lebenssinn verlieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem bei der Missionspraxis der UBF ist, dass die Missionare nicht bereit sind, sich f\u00fcr die Kultur und Sprache im Missionsland und f\u00fcr den zu missionierenden Personenkreis, die Studenten, wirklich zu interessieren. Wenn man schon in ein anderes Land als Missionar geht, muss man dieses Land wirklich lieben und seine Kultur wirklich versuchen zu verstehen und darin zu leben. Wenn man sich schon auf die Campus-Mission einschr\u00e4nkt, dann sollte man auch wirklich versuchen, die wissenschaftliche, intellektuelle Denkweise der Studenten und andere Aspekte ihres Studentenlebens zu verstehen. Paulus schrieb:\u00a0<i>\u201eDenn obwohl ich frei bin von jedermann, habe ich doch mich selbst jedermann zum Knecht gemacht, damit ich m\u00f6glichst viele gewinne. Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden &#8211; obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetz bin -, damit ich die, die unter dem Gesetz sind, gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie einer ohne Gesetz geworden &#8211; obwohl ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin in dem Gesetz Christi -, damit ich die, die ohne Gesetz sind, gewinne. Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette\u201c<\/i>\u00a0(1.Kor\u00a09,19-22). Sind UBF-Mitarbeiter wirklich bereit, sich so sehr auf ihre \u201eZielgruppe\u201c, die Studenten, einzustellen und auf sie einzugehen? Mein Eindruck ist, dass UBF zwar in Studentenwohnheimen und auf dem Campus einl\u00e4dt, aber ansonsten keine besondere Attraktivit\u00e4t f\u00fcr Studenten entwickelt hat und genauso gut oder besser auch andere Gruppen wie z.B. \u201eHausfrauen\u201c ansprechen k\u00f6nnte. Es ist aus der Sicht des Weltmissionsauftrags schon sehr fraglich, ob sich eine Gemeinde auf eine Personengruppe wie Studenten einschr\u00e4nken darf. Auf jeden Fall sollte man, wenn man dies tut, es dann auch richtig und konsequent machen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte betonen, dass die oben aufgez\u00e4hlten Kritikpunkte nur das Verst\u00e4ndnis des Weltmissionsbefehls bei der UBF betreffen. Es gibt durchaus noch sehr ernsthafte weitere Probleme in der UBF, die ebenfalls auf der Grundlage der Bibel scharf kritisiert werden m\u00fcssen. \u00dcber diese Dinge soll an anderer Stelle geschrieben werden.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte hier auch noch einige konkrete Verbesserungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr eine \u201ereformierte\u201c UBF auff\u00fchren, m\u00f6chte aber doch lieber darauf verzichten. Dies sollte zusammen diskutiert werden. Vieles, was man verbessern kann, ergibt sich direkt aus den aufgef\u00fchrten Kritikpunkten. \u00dcber vieles muss man jedoch noch ausf\u00fchrlich sprechen. Manches muss v\u00f6llig in Frage gestellt und wom\u00f6glich ganz abgeschafft werden, andere \u201eTraditionen\u201c von UBF gerade im Zusammenhang mit dem Weltmissionsauftrag sind aber im Kern sehr gut und sollten in \u201egereinigter\u201c Form beibehalten werden. Ich bete, dass meine Kritik hinsichtlich des Verst\u00e4ndnisses des Weltmissionsauftrags, die sicherlich nicht der letzte Schluss an Weisheit und geistlicher Einsicht ist, die ich aber nach bestem Gewissen und Verst\u00e4ndnis niedergeschrieben habe, etwas zu dieser Diskussion, die unbedingt stattfinden muss, beitragen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 class=\"c\"><a name=\"5\"><\/a>Nachtr\u00e4gliche Anmerkungen\u00a0(vom Webdiener dieser Internetseiten, Februar 2003)<\/h6>\n<p>Inzwischen hatte ich fast zwei Jahre Zeit, um \u00fcber diese Problematik weiter nachzudenken und dabei zu erkennen, dass die Kritik nur allzu berechtigt war und in einigen Punkten sogar noch viel tiefer gehen muss. Die von mir gew\u00fcnschte Diskussion hat leider nicht stattgefunden, und zwar erstaunlicherweise auch nicht im angeblich \u201ereformgesinnten\u201c Teil der UBF, der wohl in K\u00fcrze den neuen Namen \u201eCampus Mission International\u201c (CMI) tragen wird, aber immer noch im wesentlichen die gleichen Konzepte vertritt. Insbesondere die koreanischen Leiter der UBF und Reform-UBF weigerten sich bisher leider beharrlich, ihre Vorstellung von Weltmission und \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c auch nur zur Debatte zu stellen und ein \u201ereformiertes\u201c Konzept zu definieren. Diese entt\u00e4uschende Erfahrung hat mich dazu gef\u00fchrt, meine Hoffnung auf eine echte Reform der UBF zu begraben. Die Kritik in drei der genannten Problemfelder m\u00f6chte ich hier noch etwas vertiefen:<\/p>\n<p>Zum Problem, dass der Mission ein zu hoher Stellenwert einger\u00e4umt wird: Dies wird immer wieder besonders daran deutlich, dass junge Mitglieder in UBF den Kontakt zu ihren Eltern abschneiden bzw. allein durch die Inanspruchnahme durch UBF dazu gezwungen werden und dass Ehepaare in UBF aufgrund dieser Inanspruchnahme durch UBF ihre Kinder vernachl\u00e4ssigen. Es gilt in UBF f\u00fcr junge M\u00fctter als eine S\u00fcnde, \u201efamilienzentriert\u201c zu sein. Die Bibel sieht dies jedoch ganz anders. Selbst der unverheiratete Apostel Paulus, der seine Zeit ganz der Mission zur Verf\u00fcgung stellte, schreibt als Empfehlung an die jungen Frauen in der Gemeinde nur,\u00a0<i>\u201edass sie ihre M\u00e4nner lieben, ihre Kinder lieben, besonnen seien, keusch, h\u00e4uslich, g\u00fctig, und sich ihren M\u00e4nnern unterordnen, damit nicht das Wort Gottes verl\u00e4stert werde\u201c<\/i>\u00a0(Tit\u00a02,4.5). Die Mission erw\u00e4hnt er hier \u00fcberhaupt nicht, sondern gerade die Werte, die in UBF als gering geachtet oder gar s\u00fcndig angesehen werden. Der Sinn einer Ehe wird in UBF haupts\u00e4chlich darin gesehen, dass sie Mission betreibt. \u201eH\u00e4uslich\u201c zu sein wird in UBF niemals als eine Tugend f\u00fcr eine Frau dargestellt. Oft sind gerade die Frauen diejenigen, die besonders aktiv in UBF wirken, weil sie naiver sind und ihre jeweiligen Leiter oft geradezu anbeten. In diesen F\u00e4llen muss sich ihnen dann auch meist der Mann unterordnen, der in UBF nicht \u201eEhemann,\u201c sondern nur \u201eMitarbeiter\u201c genannt wird, um diese Fokussierung auf Mission zu betonen. An der gleichen Stelle im Titus-Brief werden nicht nur die jungen Frauen angesprochen, sondern auch die jungen M\u00e4nner und die \u00e4lteren Gemeindemitglieder. Von keiner Gruppe wird gefordert, dass sie Mission betreiben soll in einer \u00e4hnlichen Weise, wie UBF es tut. Stattdessen wird davon ausgegangen, dass eine vorbildliche, gesunde Gemeinde, in der es die \u201eheilsame\/unverf\u00e4lschte Lehre\u201c gibt (dies wird besonders hervorgehoben), automatisch einen starken missionarischen Einfluss auf ihre Umgebung aus\u00fcbt.<\/p>\n<p>Nun mag man noch einwenden, dass zumindest bestimmte Leute berufen sein k\u00f6nnten, Mission wie in UBF mit erster Priorit\u00e4t durchzuf\u00fchren, und Paulus als ein Beispiel anf\u00fchren. Das ist durchaus richtig, aber dies rechtfertigt nicht das Missionskonzept von UBF. Paulus f\u00fchlte sich berufen, solch ein Leben zu f\u00fchren. Aber genau deswegen hat er auch nicht geheiratet! Die UBF-Mitglieder prahlen immer damit, dass sie besonders hingebend und aufopferungsvoll sind. Aber auf die Ehe verzichten und in wirklich erb\u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen zu leben wie viele echte Missionare, die von UBF verachtet werden, will dann doch niemand in UBF. Alle mir bekannten UBF-Leiter (au\u00dfer Sarah Barry) sind verheiratet, und die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit aller von UBF ausgesandten \u201eMissionare\u201c wurden in die beiden reichsten L\u00e4nder der Welt, Deutschland und USA, ausgesandt. Sie k\u00fcmmern sich auch nicht beispielsweise um arme, obdachlose Menschen, sondern um Studenten, die ihnen als sp\u00e4tere Mitglieder reichlich Geld opfern k\u00f6nnen. Die Zentrale in Chicago hat auf diese Weise schon Millionen von Dollars angeh\u00e4uft. Dennoch bezeichnet sich UBF immer noch stolz als ein \u201eKrippenwerk.\u201c Die Behauptung \u201ewir in UBF leben besonders konsequent und hart in der Nachfolge Jesu\u201c trifft auf die wenigsten Mitglieder zu, insbesondere aber nicht auf die oberen Leiter. Im Gegensatz zu Apostel Paulus lassen sich die meisten Gemeindeleiter und alle h\u00f6heren Leiter von den Mitgliedern ihren Lebensunterhalt bezahlen und arbeiten nicht. Schlimmer noch ist es aber, dass die hohe Aussteigerquote damit erkl\u00e4rt wird, dass eben nicht jeder ihren harten Lebensstil durchhalten k\u00f6nne, und dass behauptet wird, jeder sei frei, die UBF zu verlassen. In Wirklichkeit wird der Lebensstil in UBF als nicht nur als der einzig richtige, sondern als der einzig selig machende erkl\u00e4rt. Wenn Jesus z.B. sagt, dass ein Mensch durch die \u201eenge Pforte\u201c gehen m\u00fcsse und dass der \u201ebreite Weg\u201c zur Verdammnis f\u00fchrt, dann wird die enge Pforte in UBF als das \u201eharte\u201c Leben in UBF verstanden, und der \u201ebreite Weg\u201c als der bequeme Lebensstil, den nicht nur die Ungl\u00e4ubigen, sondern angeblich auch andere Christen und UBF-Aussteiger leben. Den Mitglieder wird ganz deutlich eingeredet, dass UBF Gottes Berufung f\u00fcr sie ist, und dass UBF zu verlassen bedeutet, Gott zu verlassen. In Wirklichkeit ist die \u201eenge Pforte\u201c Jesus Christus selber, und es kommt auf die Beziehung eines Christen zu ihm an, nicht auf eine bestimmte Missionst\u00e4tigkeit in einer bestimmten Organisation. Der Glaube eines Mitglieds an Gott wird aber stattdessen unl\u00f6sbar eng mit seiner Mitarbeit in UBF verzahnt. Zudem wird in Predigten und Gespr\u00e4chen die Angst gesch\u00fcrt, dass ein Verlassen von UBF automatisch schreckliche Ungl\u00fccksf\u00e4lle nach sich ziehen wird, und nur die treuen Mitarbeiter von UBF Gottes Segen zu erwarten h\u00e4tten. F\u00fcr ein derart indoktriniertes, von Schuldgef\u00fchlen und \u00c4ngsten verfolgtes Mitglied, dessen einziges soziales Umfeld nur noch aus UBF besteht, gibt es daher praktisch keine Wahlm\u00f6glichkeit mehr, UBF zu verlassen. Es ist der blanke Hohn von UBF-Leitern, erst ihre Mitglieder derart zu indoktrinieren, um dann gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit zu behaupten, die Mitglieder seien ja \u201efrei, UBF zu verlassen\u201c, wenn sie mit dem \u201eharten\u201c Lebensstil nicht zurecht k\u00e4men. Die in UBF bekehrten Studenten werden keineswegs vor die freie Wahl gestellt, UBF beizutreten und dort weiter auf ihre \u201ebesondere\u201c Weise mitzuarbeiten, sondern es wird ihnen als die einzige gottgef\u00e4llige und selig machende Lebensweise dargestellt. Mitglieder, die sich f\u00fcr einen anderen Dienst in einer anderen Gemeinde entscheiden, werden nicht mit Segen dorthin geschickt, sondern mit Schuldgef\u00fchlen. UBF zu verlassen ist f\u00fcr ein Mitglied fast immer ein traumatisches Erlebnis.<\/p>\n<p>Kurz gesagt, ist es sicher richtig, dass bestimmte Menschen dazu berufen sein k\u00f6nnen, ihr Leben ganz der Mission zu widmen. Aber es kann nicht akzeptiert werden, dass dies in einer Organisation oder Gemeinde als der Normalfall oder gar die einzig richtige Lebensweise dargestellt wird. Die Entscheidung muss pers\u00f6nlich, freiwillig und auf Grundlage besonderer individueller geistlicher Gaben und Berufung getroffen werden. In UBF gibt es dagegen nur zwei akzeptierte geistliche Gaben und Lebensweisen, die des \u201eHirten\u201c und die des \u201eMissionars\u201c (beide im Sinne von UBF verstanden). Und auch jemand, der sein Leben ganz der Mission widmet, darf ihr nicht den \u201eabsoluten\u201c Wert wie UBF einr\u00e4umen und andere Gebote Gottes dar\u00fcber nach dem Motto \u201eder Zweck heiligt die Mittel\u201c vernachl\u00e4ssigen. Die Liebe ist immer noch das h\u00f6chste Gebot. Apostel Paulus, der ein Beispiel f\u00fcr solch einen \u201emissionszentrierten\u201c Menschen abgeben kann, schrieb wie gesagt trotz seiner derartigen Priorit\u00e4tensetzung auf das Predigen und Evangelisieren:\u00a0<i>\u201eWenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re ich ein t\u00f6nendes Erz oder eine klingende Schelle\u201c<\/i>\u00a0(1.Kor\u00a013,1).<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass es gerade dann, wenn man sich entschieden hat, Mission mit erster Priorit\u00e4t durchzuf\u00fchren, darauf ankommt, dass man es auch auf die\u00a0<em>richtige<\/em>\u00a0Weise tut. Oder wie es in 2.Tim\u00a02,5 hei\u00dft:\u00a0<i>\u201eUnd wenn jemand auch k\u00e4mpft, wird er doch nicht gekr\u00f6nt, er k\u00e4mpfe denn recht.\u201c<\/i>\u00a0Und hier liegt eben das n\u00e4chste gro\u00dfe Problem von UBF. Was n\u00fctzt es, wenn der UBF-Lebensstil zwar besonders \u201ehart\u201c ist, wenn er aber dennoch biblisch falsch und sch\u00e4dlich ist? Hier ist in erster Linie die angesprochene Problematik einer falschen Vorstellung von \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c zu nennen. Ich habe immer mehr erkannt, dass dies wirklich eines der Kernprobleme ist, und festgestellt, dass diese Idee und die daraus automatisch erwachsenden Probleme keineswegs in UBF zum ersten Mal aufgetaucht sind. Das in UBF angewandte Konzept der \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c ist im englischen Sprachraum auch unter dem Begriff \u201eDiscipling\u201c bekannt, oder als \u201eShepherding\u201c (\u201eHirtenschaft\u201c), da oft wie in UBF der \u201eJ\u00fcngererzieher\u201c als \u201eHirte\u201c bezeichnet wird, und sein \u201eErziehungsobjekt\u201c als \u201eSchaf.\u201c Durch die Verwendung biblischer Begriffe wie \u201eJ\u00fcnger\u201c und \u201eHirte\u201c wird suggeriert, dass dieses Konzept biblisch w\u00e4re. Doch die Bibel versteht diese Begriffe v\u00f6llig anders. Das Konzept des \u201eDiscipling\/Shepherding\u201c ist als unbiblisch zu verwerfen. Diese falsche Lehre und Praxis wird schon in den Briefen von Paulus erw\u00e4hnt (z.B. in 2.Kor\u00a011,1-21) und ist sp\u00e4ter in der Geschichte des Christentums in verschiedenen Abwandlungen immer wieder aufgetaucht, z.B. bei den Jesuiten innerhalb der r\u00f6misch-katholischen Kirche, bei den \u201eStartzen\u201c der russisch-orthodoxen Kirche und insbesondere im letzten Jahrhundert innerhalb der charismatischen Bewegung, wo sie \u00fcberall zu geistlichem Missbrauch, Unheil, Spaltungen und ma\u00dflosem Stolz der Leiter gef\u00fchrt hat. Wegen dieser negativen Erfahrungen werden diese Ideen \u00fcbrigens von den meisten charismatischen Gemeinden heute nicht mehr angewendet. Nur einige Organisationen wie die \u201eInternational Churches of Christ\u201c (ICoC) benutzen noch diese Methoden und sind aufgrund der gleichen Probleme, wie es sie in UBF gibt, zu Recht als Sekten in Verruf geraten. Aber selbst die ICoC scheint am Anfang des Endes ihrer Praktiken zu stehen. Die kritischen Stimmen innerhalb der ICoC werden lauter, und hochrangige Leiter fangen an, die grundlegenden Fehler offen zuzugeben und ihre Schuld einzugestehen. Unter Stichworten wie \u201eDiscipling\u201c, \u201eShepherding\u201c, \u201eCovering,\u201c \u201eAutoritarismus\u201c, \u201eAutorit\u00e4tsmissbrauch in der Kirche\u201c, \u201egeistlicher Missbrauch\u201c oder auch \u201eICoC\/ICC\u201c findet man im Internet viele Artikel, die darlegen, aus welchen Gr\u00fcnden das in UBF angewandte Konzept der \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c falsch und unbiblisch ist, und viele Negativbeispiele und Berichte, die zeigen, dass es \u00fcberall, wo es angewendet wurde, Unheil angerichtet hat. Daher m\u00f6chte ich hier nicht weiter darauf eingehen, auch wenn es meiner Meinung nach das eigentliche Hauptproblem darstellt. Es ist sch\u00e4dlich nicht nur f\u00fcr das \u201eSchaf\u201c, das u.a. zur geistlichen Unselbst\u00e4ndigkeit und Heuchelei erzogen wird, sondern auch f\u00fcr den \u201eHirten\u201c, der u.a. meist herrisch, selbstherrlich und stolz auf sein selbst vollbrachtes gro\u00dfes \u201eJ\u00fcngererziehungswerk\u201c wird. Die zwei gro\u00dfen Motivationen, aus denen UBF-Mitglieder bereit sind, scheinbar aufopferungsvoll zu handeln, sind leider gerade diese beiden: \u00c4ngstlicher, von st\u00e4ndigen Schuldgef\u00fchlen getriebener Gehorsam auf der einen Seite, und auf der anderen Seite Werkgerechtigkeit und der Wunsch, ein besonders gro\u00dfes Werk f\u00fcr Gott vollbringen zu wollen, um am Ende daf\u00fcr eine besonders gro\u00dfe \u201eKrone\u201c zu erhalten. Die UBF-Leiter scheinen dabei oft als heimliche Motivation Dan\u00a012,3 zu haben:\u00a0<i>\u201eUnd die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.\u201c<\/i>\u00a0Sie tr\u00e4umen davon, im Himmel einmal als ganz besondere Sterne zu leuchten, weil sie ja so viele \u201egelehrt\u201c und zur \u201eGerechtigkeit gewiesen\u201c h\u00e4tten. Leider ist oft das Gegenteil der Fall.<\/p>\n<p>Der exzellente Menschenkenner Fjodor Dostojewski schrieb in seinem Buch \u201eDie Br\u00fcder Karamasoff\u201c in dem Abschnitt \u00fcber das \u201eStartzentums\u201c, das als eine sehr alte russisch-orthodoxe Variante des \u201eShepherding\u201c angesehen werden kann: \u201eDer Staretz ist einer, der die Seele und den Willen von jemandem in seine Seele und seinen Willen aufnimmt. Wer einen Staretz gew\u00e4hlt hat, sagt sich vom eigenen Willen los und gibt ihn mit vollst\u00e4ndiger Selbstverleugnung dem Staretz zum vollen Gehorsam. &#8230; Die Verpflichtungen dem Staretz gegen\u00fcber sind nicht etwa gew\u00f6hnlicher \u201aGehorsam\u2018, wie er in unseren russischen Kl\u00f6stern seit jeher \u00fcblich ist, nein, hier handelt es sich um die ewige Beichte aller sich dem Staretz ergebenden, um die unl\u00f6sbare Verbindung zwischen dem Gebundenen und dem Bindenden. &#8230; Die Startzen haben in gewissen F\u00e4llen eine grenzenlose und unvergleichliche Macht.\u201c Die hier geschilderte Beziehung zwischen dem Staretz und seinem Sch\u00fcler \u00e4hnelt verbl\u00fcffend der Beziehung zwischen \u201eHirte\u201c und \u201eSchaf\u201c in UBF. Obwohl die meisten Startzen den UBF-Leitern sicherlich an Alter, Weisheit, Erfahrung und Bescheidenheit viel voraus hatten, kommt Dostojewski doch am Ende des Abschnitts zu folgendem erstaunlichen Res\u00fcmee \u00fcber die Tradition des Startzentums: \u201eDie Wahrheit ist wahrscheinlich, dass diese erprobte und schon tausendj\u00e4hrige Waffe zur moralischen Erneuerung des Menschen von der Knechtschaft zur Freiheit und zur moralischen Vollkommenheit sich in ein zweischneidiges Schwert verwandeln kann, wobei es so manchen wahrscheinlich statt zur Demut und vollkommenen Selbstbeherrschung umgekehrt zum allersatanischstem Stolz f\u00fchrt, das hei\u00dft in Ketten, und nicht zur Freiheit.\u201c Hier hat Dostojewski zwei problematische Resultate des \u201eShepherding\u201c erkannt, wie sie auch in UBF wiedergefunden werden k\u00f6nnen: Knechtschaft und Abh\u00e4ngigkeit der \u201eSchafe\u201c auf der einen Seite, und Stolz und Werkgerechtigkeit der \u201eHirten\u201c auf der anderen Seite. Diese und andere negativen Auswirkungen k\u00f6nnen offenbar auch (und vielleicht gerade) von Au\u00dfenstehenden sehr deutlich wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Hiermit w\u00e4ren wir schon beim zuletzt angesprochenen Punkt, der \u201epatriotischen\u201c Weltmission und dem Suchen eigener Ehre. Der Gedanke, selber durch eigene Anstrengung J\u00fcnger \u201eerziehen\u201c zu m\u00fcssen, verf\u00fchrt dazu, ein gro\u00dfes \u201eWerk\u201c aufzubauen, und stolz darauf zu werden. Es wird in UBF \u201eWerk Gottes\u201c genannt, aber nicht mit der Hauptbedeutung, dass es ein Werk ist, dass Gott getan hat, sondern dass es ein Werk ist, das Gott sehr gefallen m\u00fcsste und dass er unbedingt unterst\u00fctzen wird. Jedes UBF-Mitglied ist stolz auf seine Organisation, die UBF, aber insbesondere die Bezirksleiter sind stolz auf die von ihnen geleiteten Gemeinden, die sie als ihr pers\u00f6nliches Lebenswerk ansehen, das daher nie in Frage gestellt werden kann, ohne das ganze Leben des Leiters in Frage zu stellen und ihn dadurch \u201eGesicht verlieren\u201c zu lassen, was Koreaner f\u00fcr das schlimmste halten, was ihnen passieren kann. Jedes Mitglied ihres Bezirks wird dabei als ihr eigener Verdienst angesehen, und je gr\u00f6\u00dfer ein Bezirk ist und je h\u00f6her er in der Hierarchie steht, d.h. eventuell abh\u00e4ngige Bezirke unter sich hat, desto h\u00f6her ist der jeweilige Leiter in UBF angesehen, und desto stolzer ist er. Der Stolz des obersten Leiters Samuel Lee, wie er auch in seinen Briefen zum Ausdruck kommt, kannte entsprechend keine Grenzen mehr. In einem seiner letzten Briefe an alle Mitarbeiter vom April 2001 schrieb er beispielsweise \u201eVon meinem 29ten bis zu meinem 70sten Lebensjahr war das einzige, was ich getan habe, UBF zu pionieren. Ich pionierte Korea, ich pionierte Deutschland, ich pionierte die USA. Und niemand kann leugnen, dass es mein Einfluss war, der sich selbst finanzierende Missionare bis an die Enden der Erde aussandte.\u201c Seine Briefe sind gef\u00fcllt mit derartigen Prahlereien \u00fcber UBF und sich selbst. Welch andere Haltung hatte Apostel Paulus, der wirklich ein gro\u00dfartiger \u201ePionier\u201c war, als er schrieb:\u00a0<i>\u201eEs sei aber fern von mir, mich zu r\u00fchmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt\u201c<\/i>\u00a0(Gal\u00a06,14). Das Suchen der eigenen Ehre wird durch das Konzept der \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c, nach dem die erzogenen J\u00fcnger praktisch wie ein Eigentum und Verdienst des J\u00fcngererziehers angesehen werden, geradezu herausgefordert, weil die Betonung nicht auf das Wirken Gottes und des Heiligen Geistes gelegt wird, sondern die Bekehrung und Ver\u00e4nderung des Menschen der eigenen \u201eharten Arbeit\u201c zugeschrieben wird. Paulus schrieb der Gemeinde in Korinth, in der \u201ePioniere\u201c wie Apollos oder er selbst \u00fcber Geb\u00fchr geehrt wurden:\u00a0<i>\u201eIch habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der pflanzt noch der begie\u00dft etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.\u201c<\/i>\u00a0(1.Kor\u00a03,6.7)<\/p>\n<p>Hinsichtlich der (nicht vorhandenen) Tauflehre in UBF muss inzwischen folgendes erg\u00e4nzt werden: Ein Jahr nach dem Tod von Samuel Lee scheint es auf Betreiben von Sarah Barry wieder vermehrt Taufen in UBF zu geben. Die offizielle kanadische UBF-Internetseite berichtet jedenfalls: \u201eAm 22.\u00a0Januar nutzte Mutter Barry ihren Geburtstag, um 37 neu bekehrte J\u00fcnger zu taufen. Alle Mitglieder kamen um 8\u00a0Uhr abends zusammen und nahmen am Gebet f\u00fcr die T\u00e4uflinge teil. Sie lernten das Vaterunser, die 10\u00a0Gebote und das apostolische Glaubensbekenntnis auswendig, und schrieben eine ernsthafte Stellungnahme von einer Seite. Sie wurden gepr\u00fcft und bestanden die Pr\u00fcfung, vor der Welt als Gottes Kinder ernannt zu werden.\u201c Es mag auf den ersten Blick ein positives Zeichen sein, dass Sarah Barry wieder die Taufe eingef\u00fchrt hat. Auf einen zweiten Blick fallen einem jedoch mehrere \u00e4u\u00dferst problematische Aspekte dieser Taufe auf: Zun\u00e4chst f\u00e4llt die Parallele dieser \u201eMassentaufe\u201c zu den \u201eMassenhochzeiten\u201c auf, die Samuel Lee an seinem Geburtstag abzuhalten pflegte. Beide wollen durch eine solche Zeremonie offensichtlich ihren \u201eAnspruch\u201c auf die T\u00e4uflinge bzw. Ehepartner untermauern und ihre eigenen Errungenschaften feiern. Es geht bei solchen Veranstaltungen auch kaum mehr um die Taufe bzw. Heirat und die einzelnen Personen, sondern vielmehr um die Organisation und ihre Leiter. Der Einzelne hat in der Masse unterzugehen. Nicht seine Bed\u00fcrfnisse und sein individueller Zeitplan sind wichtig, sondern es hat alles zur Ehre der Leiter und nach ihrem Zeitplan zu geschehen. Die Taufe anl\u00e4sslich des Geburtstags des Leiters erinnert fatal an das Problem, das Apostel Paulus in 1.Kor.\u00a01,14.15 ansprach:\u00a0<i>\u201eIch danke Gott, dass ich niemanden unter euch getauft habe au\u00dfer Krispus und Gajus, damit nicht jemand sagen kann, ihr w\u00e4ret auf meinen Namen getauft.\u201c<\/i>\u00a0Was f\u00fcr einen v\u00f6llig anderen Geist findet man bei dem Apostel im Vergleich mit UBF-Leitern! Wir haben hier offenbar wieder genau das oben genannte Problem, dass Leiter sich Taufen als ihren eigenen Verdienst zurechnen, und umgekehrt Mitglieder an diese Leiter als besondere Autorit\u00e4ten gebunden werden. Weiterhin fallen die merkw\u00fcrdigen Taufvoraussetzungen auf, die Bu\u00dfe und Glauben nicht einmal erw\u00e4hnen und den Eindruck erwecken, es ginge bei der Taufe im wesentlichen darum, eine \u201ePr\u00fcfung\u201c zu bestehen. Eine klare Tauflehre fehlt weiterhin in UBF, und weiterhin entscheiden allein die Willk\u00fcr und pers\u00f6nlichen Vorlieben einzelner Leiter, ob, wann und wie Mitglieder getauft werden. Man findet es in Chicago auch nicht einmal erstaunlich, dass man 40\u00a0Jahre lang nicht taufte, und es nun ohne eine Erkl\u00e4rung auf einmal tut. W\u00e4hrend Samuel Lee sich offenbar aus Verachtung bewusst von den Kirchen abgrenzen wollte, und daf\u00fcr sorgte, dass kirchliche Symbole, Liturgie und Sakramente in UBF nicht verwendet wurden (ganz \u00e4hnlich \u00fcbrigens dem Gr\u00fcnder der Zeugen Jehovas), m\u00f6chte Sarah Barry wom\u00f6glich nun wieder den Eindruck erwecken, eine ganz normale Kirche zu sein. Lange Jahre h\u00e4ngten die Missionare von UBF Heidelberg, jedes Mal wenn sie eine Bibelkonferenz in einem christlichen Freizeitheim machten, das gro\u00dfe Holzkreuz von der Stirnseite ab und stellte es w\u00e4hrend der Konferenz in eine Abstellkammer. Stattdessen wurde in gro\u00dfen bunten Buchstaben das Motto der Konferenz angeklebt, z.B. \u201eDu sollst ein Segen sein.\u201c Es w\u00e4re interessant zu wissen, ob sich diese Praxis nun auch ge\u00e4ndert hat. Ungewollt begingen sie eine \u00e4u\u00dferst symbolische Handlung, die den Geist von UBF sehr genau kennzeichnet.<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich noch einen anderen negativen Aspekt und eine fatale Auswirkung des Praxis der \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c in UBF erw\u00e4hnen. Diese Praxis teilt die Geschwister in der Gemeinde in zwei Kategorien, die \u201eErziehenden\u201c (Bibellehrer, Hirten) und die \u201eErziehungsobjekte\u201c (Bibelsch\u00fcler, Schafe). Dies ist nicht nur aus den bereits erw\u00e4hnten Gr\u00fcnden (H\u00f6rigkeit der Schafe, Stolz der Hirten) schlecht, sondern auch aus dem Grund, weil sich der Erziehende damit in eine Position stellt, wo er meint, schon erzogen zu sein und h\u00f6rt von Stund an auf zu lernen, au\u00dfer von einem noch h\u00f6heren in der UBF-Hierarchie. Er kann niemals von den \u201eSchafen\u201c lernen, mit denen er Bibelstudium macht, und von ihnen Ermahnungen bekommen, denn der \u201eSch\u00fcler\u201c darf nie \u00fcber dem \u201eMeister\u201c stehen, weil dies die Autorit\u00e4t des Hirten untergraben w\u00fcrde. (Am Rande bemerkt: Das Wort \u201eFreundschaft\u201c im Namen von UBF suggeriert, dass man solche in UBF finden kann. In Wirklichkeit sind aber alle Beziehungen in UBF immer mit einem hierarchischen Gef\u00e4lle behaftet und echte Freundschaften, in denen man offen miteinander reden kann, existieren so gut wie nicht. Besonders nach einem Ausstieg wird dies deutlich.) In UBF lernt man auch nicht von anderen Gemeinden, besucht keine Seminare oder Vortr\u00e4ge, und liest kaum christliche B\u00fccher, au\u00dfer vielleicht einige wenige B\u00fcchern, die vom Leiter empfohlen werden, und die Themen behandeln, die nicht die Problematik von UBF ber\u00fchren oder ihre Lehren sogar zu unterst\u00fctzen scheinen. UBF-Mitgliedern wird nicht nur davon abgeraten, weil es im Vergleich zur \u201eharten Arbeit\u201c der Mission in UBF ungeistlich sei, sondern sie werden auch mit einem Programm belastet, das ihre Zeit jede Woche vollst\u00e4ndig ausf\u00fcllt und ihnen keine Zeit l\u00e4sst f\u00fcr andere Aktivit\u00e4ten, die ihnen helfen k\u00f6nnten, zu lernen und an geistlicher Reife zuzunehmen. Stattdessen braten die Mitglieder jede Woche im eigenen Saft und werden immer eingeschr\u00e4nkter in ihrer Denkweise. Gemeindeleiter werden zwar ihrerseits auch als Untergebene des jeweiligen nationalen Leiters angesehen, aber in der Tat werden sie kaum noch \u201eerzogen\u201c und der oberste Leiter hat nat\u00fcrlich gar keinen \u201eErzieher\u201c mehr. Die aus Korea neu angekommenen \u201eMissionare,\u201c deren \u201eMissionstraining\u201c lediglich darin bestand, ihren Gehorsam zu testen und einige Wochen lang noch mehr \u201eStellungnahmen\u201c als \u00fcblich zu schreiben, sind von Anfang an auf ihre Stellung als \u201eMissionar\u201c sehr stolz und denken, sie seien allen Deutschen geistlich weit \u00fcberlegen, obwohl sie selbst die Bibel kaum kennen und geistlich wachsen m\u00fcssen. Einige geben zwar vor, dass sie geistlich wachsen wollen, doch wer sich \u201eMissionar\u201c nennt und st\u00e4ndig andere lehrt und erzieht, spricht in der Praxis eine andere Sprache. Man macht auch die Studenten, die gerade erst zum Glauben gekommen sind, schnell zu \u201eKreisleitern\u201c, \u201eHirten\u201c und \u201eBibellehrern\u201c, obwohl sie noch geistlich unreif sind und die Bibel kaum kennen (Paulus warnte vor solch einer Praxis in 1.Tim\u00a03,6; 5,22). Themen wie \u201eSeelsorge\u201c werden gar nicht erst angesprochen. So kommen Mitglieder schnell in eine Lage, in der sie stolz werden und sich nicht mehr lehren lassen. Man denkt, dass man alles schon wei\u00df, insbesondere, auf welche Weise Mission durchgef\u00fchrt werden muss. Bereits Jesus stie\u00df auf das Problem, dass sich die j\u00fcdischen \u201eSchriftgelehrten\u201c selbst als unbelehrbar erwiesen. Paulus schrieb \u00fcber das grunds\u00e4tzliche Problem solch einer Einstellung im R\u00f6merbrief:\u00a0<i>\u201eWenn du dich aber Jude nennst und verl\u00e4sst dich aufs Gesetz und r\u00fchmst dich Gottes und kennst seinen Willen und pr\u00fcfst, weil du aus dem Gesetz unterrichtet bist, was das Beste zu tun sei, und ma\u00dft dir an, ein Leiter der Blinden zu sein, ein Licht derer, die in Finsternis sind, ein Erzieher der Unverst\u00e4ndigen, ein Lehrer der Unm\u00fcndigen, weil du im Gesetz die Richtschnur der Erkenntnis und Wahrheit hast \u2013: Du lehrst nun andere, und lehrst dich selber nicht? Du predigst, man solle nicht stehlen, und du stiehlst?\u201c<\/i>\u00a0(R\u00f6m\u00a02,17-21). Eine solche Einstellung wird aber keineswegs nur bei den Juden beanstandet, sondern generell, und insbesondere auch bei einer sp\u00e4teren christlichen Gemeinde:\u00a0<i>\u201eDu sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts! und wei\u00dft nicht, dass du elend und j\u00e4mmerlich bist, arm, blind und blo\u00df\u201c<\/i>\u00a0(Offb 3,17).<\/p>\n<p>Diese Haltung hat sich insbesondere wieder bei der Reformbewegung gezeigt, die haupts\u00e4chlich von langj\u00e4hrigen UBF-Leitern aus Korea angetrieben wurde. Sie haben zwar einige extreme Ausw\u00fcchse in UBF wahrgenommen und wollten sie \u00e4ndern, aber ihre \u201eReformen\u201c scheinen mir immer nur auf die Symptome ausgerichtet zu sein, und in jeder Hinsicht inkonsequent und kompromissbehaftet. Samuel Lee hatte nicht ganz unrecht, wenn er sagte, dass die \u201eReformbewegung\u201c ein \u201epolitisches Spiel\u201c sei. (Nichtsdestotrotz war nat\u00fcrlich er derjenige, der solche Leute wie er selbst \u201eerzogen\u201c hat, die nicht in der Lage sind, aufgrund der Wahrheit und biblischer Normen klare und ehrliche Entscheidungen zu treffen, sondern versuchen, \u201eGesicht zu wahren\u201c und den Menschen zu gefallen.) Die Leiter in der Reformbewegung haben sich nicht bem\u00fcht, die wahren Probleme und Ursachen der Missst\u00e4nde herauszufinden. Ihre grundlegenden Lehren wie die der \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c wollen sie niemals diskutieren oder in Frage stellen. Man spricht sich immer noch mit dem Titel \u201eHirte\u201c und \u201eMissionar\u201c an. Auf den diversen Reformkonferenzen gab es niemals Seminare oder Workshops zu Themen, die wirklich diese grundlegenden Probleme der UBF behandelten (au\u00dfer einem kurzen Workshop, den ich selber angeboten habe, den aber die entscheidenden Leute gar nicht besucht haben). Zu der obigen Analyse, die ich fast zwei Jahre lang im Internet ver\u00f6ffentlicht habe, habe ich zu meiner gro\u00dfen Entt\u00e4uschung niemals ein Feedback erhalten, auch nicht von den sogenannten \u201eReformern\u201c. Wie gesagt hat eine Diskussion, wie ich sie f\u00fcr notwendig hielt und sie mir gew\u00fcnscht hatte, nie stattgefunden, insbesondere nicht mit den \u201egew\u00f6hnlichen Mitgliedern\u201c, sondern es gab nur einige \u201eLeitertreffen\u201c hinter verschlossenen T\u00fcren, auf denen aber nie etwas wesentliches beschlossen wurde. Auch andere Prinzipien der UBF, wie die Ein-Mann-Leiterschaft, die arrangierten Heiraten, die Hierarchie von Leitern und Gemeinden, die Praxis des Zehntengebens usw. wurden nicht diskutiert. Dies beweist wiederum nur, wie gef\u00e4hrlich das Konzept der \u201eJ\u00fcngererziehung\u201c ist, weil die Leute, die jahrelang in der Position des Lehrers und Erziehers waren, kaum noch korrigierbar sind. Sie sind weder bereit, fr\u00fchere Fehler einzugestehen und Bu\u00dfe zu tun (es gibt immer noch keine \u00f6ffentliches Schuldeingest\u00e4ndnis der \u201eReformer,\u201c die fr\u00fcher die gleichen UBF-Methoden angewendet haben), noch bereit, die eigentlichen Kernprobleme zu diskutieren, Kritik wie die obige anzunehmen, die eigene Praxis anhand der Bibel in Frage zu stellen und neue Konzepte zu entwerfen, sondern die fr\u00fchere Praxis wird weiter als eine nicht hinterfragbare Pr\u00e4misse angesehen. Die koreanischen Mitglieder, vor allem die \u00e4lteren, scheinen zudem in einer konfuzianistisch gepr\u00e4gten Denkweise befangen zu sein, nach der es nicht so sehr auf Wahrheit, Richtigkeit oder Gerechtigkeit ankommt, sondern auf \u00e4u\u00dferliche Harmonie, Einheit und darauf, \u201edas Gesicht zu wahren\u201c, weswegen sie zu Diplomatie und Kompromissl\u00f6sungen neigen und es sorgsam vermeiden, die eigentlichen Probleme, vor allem die eigenen, anzusprechen. Die meisten deutschen oder amerikanischen UBF-Mitglieder, die ihre Hoffnung einmal auf eine \u201eReform-UBF\u201c gesetzt hatten, haben aufgrund dieser Unbelehrbarkeit und mangelnden Bereitschaft zur Bu\u00dfe und \u00c4nderung nicht nur UBF, sondern auch Reform-UBF verlassen. Soweit ich es inzwischen sehe, wird die einzige wirkliche \u00c4nderung bei \u201eReform-UBF\u201c die Namens\u00e4nderung sein. Es mag sein, dass sich in UBF oder Reform-UBF\/CMI doch noch etwas tun wird, aber nach all meinen entt\u00e4uschenden Erfahrungen glaube ich pers\u00f6nlich nicht mehr daran, und werde keine Energie mehr in irgendwelche Reformversuche dieses festgefahrenen und gescheiterten Systems investieren, sondern mich anderswo engagieren. Diese Erfahrung war wieder einmal sehr traurig, entt\u00e4uschend und bitter f\u00fcr mich, aber es scheint die einzig vern\u00fcnftige L\u00f6sung zu sein. Es gibt gen\u00fcgend gesunde Gemeinden und christliche Studentenbewegungen, denen man sich anschlie\u00dfen kann. Ich hoffe und bete dennoch weiter, dass noch m\u00f6glichst viele Mitglieder von UBF und Reform-UBF\/CMI erkennen, auf welch einen problematischen Irrweg sie geraten sind, und von diesem falschen Weg konsequent umkehren, und w\u00fcnsche ihnen daf\u00fcr alles Gute.<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20041227015549\/http:\/\/ubf-info.de:80\/ubf\/wm.htm\">https:\/\/web.archive.org\/web\/20041227015549\/http:\/\/ubf-info.de:80\/ubf\/wm.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Gedanken zum Weltmissionsauftrag und UBF (vom Webdiener dieser Internetseiten, Juni 2001)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134,118,1,86,13,147,132,141,138,12,122,151,126],"tags":[],"class_list":["post-3359","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-abuse","category-advice","category-article","category-denial","category-emotions","category-evidence","category-history","category-info","category-injustice","category-leadership","category-scripture","category-spiritual-abuse","category-theology"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3359"}],"collection":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3359\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ubfriends.org\/ubfriends2015\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}